Türchen 23: Kartenspiel ist des Teufels Gebetbuch

Ein Adventskalender im Januar? Spinnen die bei 5vier.de denn jetzt komplett? Nicht ganz, denn kaum einem Termin fiebert der fußballbegeisterte Leser am Anfang des neuen Jahres so sehr entgegen, wie dem Ende der ungeliebten Winterpause. Am 28. Januar rollt in der Region endlich wieder der Ball. Als erste Mannschaft nimmt Regionalligist Eintracht Trier wieder den Spielbetrieb auf und hofft im Heimspiel gegen Idar-Oberstein an die guten Leistungen der Hinrunde anknüpfen zu können.

Wir versuchen, euch die Wartezeit etwas zu verkürzen. In 28 Folgen präsentiert 5vier.de jeden Tag eine kleine Geschichte aus der verrückten Fußballwelt. Heute geht es im 23. Türchen um Platzverweise und das berüchtigte Kartenspiel der Schiedsrichter.

Türchen 23: Kartenspiel ist des Teufels Gebetbuch

Bereits im 13. Türchen haben wir historische Auftritte von Schiedsrichtern zum Besten gegeben. Seine ultimativen Sanktionierungsmittel sind die Karten, wobei auch deren Einsatz häufig nicht ganz ungefährlich ist. Gebunden ist er hierbei an den gültigen Regelkatalog, was gelegentlich zu leicht absurden Szenen führen kann. Dazu sieht sich der Unparteiische in fast allen Entscheidungen mit dem grundsätzlichen Unverständnis der beteiligten Spieler konfrontiert, was seine Sache entschieden erschwert. 5vier.de hat einige besonders bemerkenswerte Szenen zusammengestellt.

Keine Chance für Exhibitionisten!

Die mit Abstand unnötigste Rote Karte der Saison musste Samuel Inkoom vom russischen Verein Dnipro Dnipropetrovsk (ein Traum für jeden Kommentator) im Spiel gegen Karpaty hinnehmen. Bereits verwarnt wurde er ausgewechselt und entledigte sich auf dem Weg nach draußen seines Trikots, was den Schiedsrichter umgehend auf den Plan rief!

Auf dem Platz ist kein Karneval!

Der Brasilianer Neymar gehört dem Vernehmen nach zu den ganz großen Talenten des Weltfußballs und die Tatsache, dass er trotz extrem lukrativer Angebote der Creme de la Creme des europäischen Fußballs bei seinem Verein FC Santos geblieben ist, macht deutlich, dass auch in Brasilien mittlerweile gutes Geld zu verdienen ist (auch wenn Santos kurzerhand seine Damenmannschaft auflöste, um die nötigen Finanzmittel klar zu machen). Im Spiel der Copa Libertadores gegen den chilenischen Vertreter Colo Colo erzielte der 19-Jährige zwar einen sehenswerten Treffer, seinen Torjubel hätte er sich aber besser verkniffen.

Regel Nr. 666: Amoklauf = Rot

Es war der Aufreger der vergangenen Fußballwoche. Im gefühlt mindestens zwanzigsten El Clásico der spanischen Saison trat Real Madrids Abwehrbollwerk Pepe dem am Boden liegenden Weltfußballer Lionel Messi vom FC Barcelona auf die Hand (Videobeweis). Rein zufällig natürlich, ohne den Hauch einer Absicht, wie Pepe später mit Hundeblick verkündete. Man muss dem Portugiesen aber zugute halten, dass er in der Regel zur Besonnenheit neigt und unkontrollierte Ausbrüche ihm so gar nicht ähnlich sehen. Für folgende Aktion im Spiel gegen den FC Getafe aus dem Jahr hat Pepe natürlich eine Rote Karte gesehen sowie eine Sperre von zehn Spielen aufgebrummt bekommen. Ein verhältnismäßig guter Schnitt, wenn man das auf die Zahl der Einzelvergehen umlegt:

Die Karten gehören dem Schiri!

Und noch ein wichtiger Tipp zum Abschluss: Egal wie unsinnig eine Entscheidung des Schiedsrichters erscheint, seine Karten gehören ihm allein. In den seltensten Fällen wurde eine Entscheidung zurückgenommen, weil dem Unparteiischen vorher die Karten abgenommen wurden, ganz im Gegenteil. Während der U20-WM 2007 in Kanada hatten entnervte Portugiesen bei ihrer 0:1-Niederlage gegen Chile diese eiserne Regel wohl kurzzeitig vergessen.

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