Türchen 3: Andi Möller und die Mutter aller Schwalben

Ein Adventskalender im Januar? Spinnen die bei 5vier.de denn jetzt komplett? Nicht ganz, denn kaum einem Termin fiebert der fußballbegeisterte Leser am Anfang des neuen Jahres so sehr entgegen, wie dem Ende der ungeliebten Winterpause. Am 28. Januar rollt in der Region endlich wieder der Ball. Als erste Mannschaft nimmt Regionalligist Eintracht Trier wieder den Spielbetrieb auf und hofft im Heimspiel gegen Idar-Oberstein an die guten Leistungen der Hinrunde anknüpfen zu können.
Wir versuchen, euch die Wartezeit etwas zu verkürzen. In 28 Folgen präsentiert 5vier.de jeden Tag eine kleine Geschichte aus der verrückten Fußballwelt. Heute gibt es Teil 3!

Türchen 3: Andi Möller und die Mutter aller Schwalben

Andreas Möller machte immerhin 89 Länderspiele für die deutsche Nationalmannschaft und erzielte dabei 29 Treffer. In die Herzen der Fans konnte sich der in Frankfurt geborene Möller aber nie so recht spielen. Oftmals als Heulsuse verspottet, war es insbesondere eine kleine Unsportlichkeit, die seinen Ruf nachhaltig ruinieren sollte. Es geschah am 13. April 1995. Im Spiel der Dortmunder Borussia gegen den Karlsruher SC beging Möller in der 75. Spielminute im Karlsruher Strafraum eine der dreistesten Schwalben der Bundesligageschichte, sein Gegenspieler Dirk Schuster war absurd weit entfernt. Dennoch fiel Schiedsrichter Günther Habermann auf Möllers Schauspieleinlage herein und verhängte einen Strafstoß, Dortmund drehte nach dem Ausgleich noch das Spiel und siegte schließlich 2:1. Am Saisonende wurde der BVB Meister, einen Punkt vor Werder Bremen. Möller prägte nach diesem Ereignis entschuldigend den Begriff „Schutzschwalbe“, wobei die befürchtete Verletzung durch das überharte Einsteigen Dirk Schusters von den Bildern nicht wirklich belegt wird. Als erster Spieler der Bundesliga wurde er im Nachhinein wegen einer Schwalbe gesperrt und musste neben einer Strafe von 10.000 DM zwei Spiele aussetzen.

Ein zeitgenössischer Meister der Schutzschwalbe ist sicherlich Arjen Robben, der extrem verletzungsanfällige Star von Bayern München. Zwar muss der empfindliche Niederländer auch einiges einstecken, doch mittlerweile hat er das angsterfüllte Abheben vor der ersten Berührung zur Meisterschaft gebracht. Besonders unappetitlich wird es allerdings, wenn er im Stile seines Vorgängers Möller im Strafraum den ‚Diver‘ (siehe auch „Klinsmann, Jürgen“) gibt, wie zuletzt im Pokalspiel gegen Bochum. Zum Glück war Schiedsrichter Michael Weiner aufmerksamer als sein Kollege Habermann 16 Jahre zuvor. Er verwarnte Arjen Robben.

Na gut, bevor man die 5vier-Redaktion telefonisch nicht mehr erreichen kann, weil niederländische Beschwerdeanrufe die Leitung verstopfen, soll auch dies hier nicht unerwähnt bleiben…

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