Türchen 5: Eine Extramöhre fürs Kaninchen

Ein Adventskalender im Januar? Spinnen die bei 5vier.de denn jetzt komplett? Nicht ganz, denn kaum einem Termin fiebert der fußballbegeisterte Leser am Anfang des neuen Jahres so sehr entgegen, wie dem Ende der ungeliebten Winterpause. Am 28. Januar rollt in der Region endlich wieder der Ball. Als erste Mannschaft nimmt Regionalligist Eintracht Trier wieder den Spielbetrieb auf und hofft im Heimspiel gegen Idar-Oberstein an die guten Leistungen der Hinrunde anknüpfen zu können.

Wir versuchen euch die Wartezeit etwas zu verkürzen. In 28 Folgen präsentiert 5vier.de jeden Tag eine kleine Geschichte aus der verrückten Fußballwelt. Heute gibt es Teil 5!

Türchen 5: Potato Fritz und eine Extramöhre fürs Kaninchen

Nicht alle Fußballer besitzen solch überragendes Schauspieltalent wie Andi Möller im dritten Teil unseres Kalenders. Dennoch fühlen sich einige trotzdem dazu berufen, sich auf den Leinwänden oder TV-Schirmen als Schauspieler zu versuchen und bei manch einem führte dies zu einer ernstzunehmenden Karriere nach der Karriere.

Bereits im Jahr 1975 ritt Paul Breitner als Sergeant Stark an der Seite von Hardy Krüger durch den legendären Western „Potato Fritz“ (Beweisfoto) und auch in den Jahren darauf tauchte er das ein oder andere Mal in Serien oder Filmen auf, so zum Beispiel im weitgehend vergessenen Film „Kunyonga – Mord in Afrika“ aus dem Jahr 1986. Auch sein Nationalmannschaftskollege Hans-Hubert Vogts, besser bekannt als Berti, hatte einen legendären Auftritt. 1999 stand Vogts im Tatort „Kreuzfeuer“ mit einem Kaninchen im Arm vor der Haustür und sprach später die mittlerweile berühmten Worte: „Gebt dem Kaninchen eine Möhre extra. Es hat uns das Leben gerettet.“ Ein Meilenstein der Schauspielkunst, wie ich meine:

Gerade der Tatort scheint für schauspielernde Kicker eine magische Anziehungskraft zu haben. Im Vorfeld der Frauen-Weltmeisterschaft 2011 regte DFB-Präsident Theo Zwanziger höchstpersönlich an, das Thema Frauenfußball im Tatort aufzugreifen. Natürlich ließ er es sich nicht nehmen, selbst eine Rolle zu übernehmen und brachte mit Jogi Löw, Oliver Bierhoff, Steffi Jones und Célia Okoyino da Mbabi gleich noch seine Freunde aus der DFB-Laienspielgruppe mit. Ob er dem Frauenfußball hiermit einen großen Gefallen getan hat, mag bezweifelt werden und von den Kritikern wurde das Ergebnis wenig gnädig aufgenommen.  So schrieb Alexander Gorkow in der Süddeutschen Zeitung:

Dieser Gruß der Theater AG des DFB gehört zum Peinlichsten in der Geschichte der Sendereihe. Ohne die Laienspielschar wäre die Folge nur verschwitzt und normalsehrschlecht – so aber gerät sie zum regelrecht hirnverbrannten Event. Irre, diese Selbstauslieferung an die Mätzchenhaftigkeit, das alles von Filmleuten, die nicht einen guten Dialog in 90 Minuten zustande bringen. Eine quotenstarke Totalkapitulation.

Wesentlich ambitionierter betreiben dagegen zwei ehemalige Stars des englischen Fußballs das Filmgeschäft. So machte der ehemalige walisische Superstar Vinnie Jones, Kampfname „Die Axt“ seine ersten Gehversuche mit einem Video, das einige seiner Karrierehighlights dokumentiert. In „Soccer’s Hard Men“ präsentiert Jones die härtesten Fouls der Fußballgeschichte und spielt selbst eine der Hauptrollen. Mittlerweile hat Jones sich als ernsthafter Schauspieler etabliert. Sein Debüt gab er in Guy Ritchies „Bube, Dame, König, Gras“ und auch in „Snatch“ spielte er einen Bösewicht. In „Mean Machine“ spielt Jones einen abgestürzten Ex-Nationalspieler, der auf die schiefe Bahn gerät und schließlich im Knast landet, wo er eine Gefängnismannschaft auf ein Spiel gegen die Wärter vorbereitet. Eine kleinere Rolle übernahm Jones im Film „Eurotrip“, wo er den Anführer von Manchester United Hooligans eindrucksvoll verkörpert:

Einen starken Auftritt hat Jones auch im aktuellen Kurzfilm der „British Heart Foundation“, in dem er sein Bad Boy-Image gekonnt in den Dienst der guten Sache stellt und Tipps gibt, die im Ernstfall Leben retten können!

Sein Kollege Eric Cantona, spätestens seit seiner Kung-Fu Einlage gegen einen Fan kultisch verehrter böser Bube des Fußballs, betreibt seine Schauspielkarriere mit großer Ernsthaftigkeit. In „Looking for Eric“ spielt er der Einfachheit halber sich selbst, in Elizabeth beweist Cantona, dass er nicht nur im Fußballtrikot eine gute Figur macht (Beweisfoto).

Die beiden letzten Beispiele haben gezeigt, dass es auch im Fußball das ein oder andere schauspielerische Talent zu entdecken gibt. Um den Tatort sollte man aber einen großen Bogen machen, sonst landet man nicht in Hollywood, sondern höchstens in einem Adventskalender wie diesem …

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