„Ein entscheidendes Tor ist wie ein Orgasmus“

Ein Adventskalender im Januar? Spinnen die bei 5vier.de denn jetzt komplett? Nicht ganz, denn kaum einem Termin fiebert der fußballbegeisterte Leser am Anfang des neuen Jahres so sehr entgegen, wie dem Ende der ungeliebten Winterpause. Am 28. Januar rollt in der Region endlich wieder der Ball. Als erste Mannschaft nimmt Regionalligist Eintracht Trier wieder den Spielbetrieb auf und hofft im Heimspiel gegen Idar-Oberstein an die guten Leistungen der Hinrunde anknüpfen zu können.

Wir versuchen, euch die Wartezeit etwas zu verkürzen. In 28 Folgen präsentiert 5vier.de jeden Tag eine kleine Geschichte aus der verrückten Fußballwelt. Heute gibt es Teil 9! 


Türchen 9: „Ein entscheidendes Tor ist wie ein Orgasmus“

Was der Ex-Herthaner Pal Dardai hier so wunderbar poetisch beschreibt, hat leider häufig ungeahnte Nebenwirkungen. Ist das Hirn nicht richtig durchblutet, trifft der ein oder andere Spieler Entscheidungen, die er im Normalzustand wohl besser durchdacht hätte und manch einer verliert im Schwung der Begeisterung völlig die Orientierung. So zum Beispiel Tomislav Bosec, der für seine Mannschaft Inter Zapresic zunächst einen schönen Treffer erzielte und diesen dann gebührend mit den Fans feiern wollte. Dummerweise jubelte er aber am falschen Zaun, denn dort standen die Anhänger des Gegners NK Zadar. Dumm gelaufen … Das Video gibt allerdings keinen Aufschluss darüber, ob er am Ende zur Belohnung auch noch die Gelbe Karte unter die Nase gehalten bekommen hat.

Doch der spontane, emotionale Gefühlsausbruch nach dem Torerfolg scheint aus der Mode gekommen zu sein. In Zeiten von Halbzeitshows und Superschüssen waren eine zeitlang ausgefeilte Choreographien in Mode. Man erinne sich mit Grauen an die peinliche Boygroupeinlage von Lewis Holtby, André Schürrle und Adam Szalai im Spiel gegen Hoffenheim, damals alle beim FSV Mainz 05 aktiv. Als wäre das nicht schon grausam genug gewesen, wurde die jugendliche Spaßcombo dem Ruf des Karnevalsvereins mehr als gerecht und vom ZDF gezwungen, im Sportstudio den Auftritt noch einmal nachzustellen (hier noch einmal zu sehen, aber nur für Hartgesottene zu empfehlen). Zur Perfektion getrieben hat die Welle der isländische Club Stjarnan Gardebaer, der es mit einfallsreichen Einlagen natürlich auch ins Sportstudio geschafft hat. Ob die Gegner die Einlagen ebenso witzig fanden wie die Zuschauer, mag bezweifelt werden… Hier der Angler, zur Auswahl stehen unter anderem noch das Fahrrad, die Toilette, der Sprung ins kalte Nass oder der Bob.

Für einige Spieler endeten die Jubeleinlagen weniger lustig. Paulo Diogo von Servette Genf sprang im Jahr 2004 beim 5:1-Erfolg in Schaffhausen an den Zaun und blieb dort mit seinem Ehering hängen. Als er wieder heruntersprang, verlor er zwei Glieder seines Fingers. Seitdem ist Schmuck auf dem Fußballplatz verboten und Gelb sah er vom mitleidlosen Schiedsrichter trotzdem. Nicht ganz so schlimm endete die Einlage von Steve Morrow. Im Pokalfinale 1993 zwischen Arsenal und Sheffield Wednesday erzielte Morrow den 2:1-Siegtreffer für die Londoner. Nach der Partie wollte Abwehrhüne Tony Adams den jungen Nordiren auf seinen Schultern durch das Stadion tragen, doch das ging schief. Morrow stürzte ab und brach sich den Arm:

Auf exzessiven Torjubel steht mittlerweile auch eine Strafe, wer den Zaun entert, sich seines Trikots entledigt oder unter diesem dubiose christliche Botschaften verbirgt, sieht unweigerlich den gelben Karton. Den Vogel schoss allerdings Liverpools Robbie Fowler ab, der nach Provokationen der gegnerischen Fans sein Tor damit feierte, dass er sich die weiße Torauslinie durch die Nase zog (bzw. dies andeutete, wie hier in etwas bescheidener Qualität zu sehen ist.). Der Verband fand dies weniger witzig und sperrte Fowler für sechs Spiele.

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