Universität Trier: Statistik per Videoschalte bringt Europa zusammen

"Trier-Pisa Summer-School" zur Messung von Wohlstand und Lebensqualität

„Man kann als Wissenschaftler nicht ständig reisen“. Der Trierer Statistik-Professor Ralf Münnich ist gerade von einem Aufenthalt in Bangkok zurückgekehrt, nächste Woche geht es schon wieder ins Ausland. Trotzdem kann er zwischendrin noch eine europäische Tagung an der Universität Pisa einschieben: die erste europäische „Statistik-Video-Summer-School“, die noch bis Freitag, 13. September, zeitgleich in Trier, Pisa und Luxemburg stattfindet. An der Universität Trier findet diese am Campus I im C-Gebäude (Raum 304) statt.

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Mithilfe moderner Internet-Technologie verfolgen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Videotagung die Vorträge aus den drei Städten über jeweils zwei große Monitore. Die geteilte Bildfläche erlaubt einen Blick in Hörsäle und Seminarräume der angeschlossenen Standorte. Powerpoint-Präsentationen sind für die Teilnehmer ebenso zu sehen wie die Notizen oder schriftlichen Anmerkungen der Referenten auf den Folien.

Nicht nur was die Übertragungstechnik angeht, auch thematisch ist diese „Summer-School“ wegweisend: Insgesamt etwa 100 Experten – Masterstudierende, Doktoranden, Professoren und Mitarbeiter von Statistik-Institutionen – aus zahlreichen europäischen Ländern tauschen sich fünf Tage lang darüber aus, wie Wohlstand und sozialer Fortschritt in Europa – jenseits von Indikatoren wie dem Bruttosozialprodukt – erhoben werden können. Gleichzeitig dient die „Summer-School“ 70 Mitarbeitern der europäischen Statistikbehörde „Eurostat“ in Luxemburg als Fortbildungsmaßnahme.

Obwohl amtliche Statistiken in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft als Planungs- und Entscheidungsgrundlage eine wichtige Rolle spielen, ist der Zirkel namhafter Forscher und Experten auf diesem Gebiet klein. Professor Ralf Münnich gehört dazu und ist europaweit einer der wenigen renommierten Wissenschaftler im Bereich der „Wirtschafts- und Sozialstatistik“ mit Schwerpunkt Survey-Statistik. Eine von ihm entwickelte Stichproben- und Schätzmethodik hat beispielsweise der öffentlichen Hand beim Zensus 2011 in Deutschland enorme Kosten und Aufwand erspart, weil aufgrund des neuen Verfahrens nur zehn Prozent der Bevölkerung befragt werden mussten.

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