Veltins-Cup: SV Morbach entthront Vorjahressieger Badem/Kyllburg

Von Florian Schlecht

Der SV Morbach hat den 18. Veltins-Cup in Schweich gewonnen. Im Finale der Rheinlandligisten siegte das Team um Torschützenkönig Florian Galle mit 3:0 gegen die SG Badem. Über 1.000 Zuschauer kamen in den drei Tagen in die Halle. Ausrichter SV Leiwen-Köwerich landete hinter der SG Wittlich auf dem vierten Platz.

Der SV Morbach gewann den Veltins-Cup 2013. Foto: Sebastian Schwarz

„Es ist außergewöhnlich, wie er mit seiner Statur in der Halle spielt. Ein echter Vollblutfußballer“, war Trainer Dieter Müller verblüfft, als er auf Florian Galle angesprochen wurde. Erst wenige Minuten vorher durfte sich der SV Morbach in der Siegertafel beim 18. Veltins-Cup in das Jahr 2013 eintragen. Im Endspiel der Rheinlandligisten entthronte Morbach den Vorjahressieger SG Badem/Kyllburg durch einen 3:0-Erfolg und feierte nach 2011 erneut einen Triumph beim hochkarätigen Hallenturnier in Schweich. Und im Finale konnte Galle die furiosen Auftritte bestätigen, die ihm mit insgesamt 15 Treffern zusätzlich noch die Auszeichnung zum Torschützenkönig einbrachten. Mit der Führung gegen Badem setzte er sich alleine an die Spitze der Torjägerliste. Und nach dem 2:0 durch Marius Müllers war Galle auch der Schlusspunkt vorbehalten. Durch eine stramme Abnahme ließ er Markus Plei, der zum Torwart des Turniers gewählt wurde, keine Chance. „Ich spiele einfach unglaublich gerne in der Halle“, strahlte der Angreifer, der im Sommer vom SC Idar-Oberstein nach Morbach gewechselt war. „Wir haben am Anfang etwas gebraucht, um hier reinzukommen, haben uns dann aber den letzten Spielen gesteigert.“ Die Siegesprämie von 1.000 Euro wandert so in die Mannschaftskasse von Morbach. „Bestimmt wird das gespart für eine Reise am Ende der Saison“, lächelte Galle.

Vielleicht war das ein Anreiz, den Pokal mit nach Hause zu nehmen. Das spürten zumindest die Bezirksligisten, die mit starken Auftritten bis ins Halbfinale vorgestoßen waren und für die dann Endstation war. Besonders der Ausrichter SV Leiwen-Köwerich wurde ohne Probleme mit vier Siegen in vier Begegnungen und 7:1-Toren Gruppensieger der Zwischenrunde. „Wir haben einige Hochkaräter besiegt, sind sehr diszipliniert aufgetreten und haben guten Fußball gespielt“, lobte Trainer Christian Mergens. Ein großer Wermutstropfen war die schwere Verletzung von Mario Stanke, der ohne Einwirkung des Gegners einen Wadenbeinbruch erlitt.

Das Stoppschild zum ersten Leiwener Turniererfolg seit 2005 hieß dann Morbach. „Wir haben in den zwei Tagen zwei Spiele verloren – und beide gegen den späteren Sieger.“ In der Vorschlussrunde präsentierte sich der Rheinlandligist in einer bestechenden Form. André Thom traf erstmals nach sechs Minuten, danach ballerten Jan Brandscheid per Doppelpack, Galle und Marius Müllers einen sicheren 5:0-Erfolg gegen den Veranstalter heraus. „Wir haben etwas gebraucht, um die Abstimmung zu finden“, sagte Trainer Müller, dem die Mühen in der Zwischenrunde nicht geschmeckt hatten. Dort führte Morbach zwar die Gruppe an, doch die Spiele waren eng. Ein 1:1 gegen den TuS Reinsfeld, ein 2:1 gegen Konz, ein 3:1 gegen Osburg und ein 4:4 gegen Wittlich nach einer 4:0-Führung waren die Ausbeute. „Ab dann haben wir Hallenfußball gezeigt, wie man ihn sich wünscht. Das geht aber auch nur, wenn man konzentriert ist und bewegt bleibt“, so Müller, der am Montag wieder den regulären Trainingsstart einläutet.

294 Tore, 1.000 Zuschauer und 6.000 Klicks

Der SV Mehring mit Patrick Noske kam nicht über die Zwischenrunde hinaus. Foto: Sebastian Schwarz

Im zweiten Halbfinale hatte sich die SG Lüxem/Wittlich eine Überraschung ausgerechnet, lag gegen den hellwachen Titelverteidiger aus Badem jedoch schnell mit 0:3 im Rückstand. Benedikt Schlösser gelang Ergebniskosmetik nur noch vom Neunmeterpunkt, von dem aus sich der Bezirksliga-Tabellenführer auch im Duell um den dritten Platz gegen Leiwen mit 4:2 treffsicher präsentierte.

Wittlich hatte einen Tag zuvor in der Vorrunde auch für Katzenjammer bei Lokalmatador TuS Mosella Schweich gesorgt. Kurz vor Schluss sicherte sich die von Oleg Tintor betreute Mannschaft mit dem 1:0 nämlich den Einzug in die nächste Runde. Für Schweich war die Niederlage mit dem Turnier-Aus verbunden. Ein Highlight war die Teilnahme der „Kicker gegen Krebs“, bei denen unter anderem Uwe Heinsdorf, Karl-Heinz Kieren, Werner Heinzen und Frank Meeth ihr Können demonstrierten. In der Vorrundengruppe sprang knapp hinter Badem und Osburg ein starker dritter Platz für das Team heraus, das seine Einnahmen stets dem Trierer Beratungszentrum der Krebsgesellschaft Rheinland-Pfalz zukommen lässt.

„Die stärksten Mannschaften waren im Endspiel. Morbach hat verdient gewonnen“, befand Werner Jostock aus dem Organisationsteam – und zog zufrieden Bilanz. 294 Tore fielen in den 99 Spielen. Der Liveticker auf der Homepage des SV Leiwen, der über alle Zwischenstände und Statistiken informierte, erreichte in den drei Tagen an die 6.000 Klicks. Dazu kamen am Wochenende knapp 1.000 Zuschauer in die Stefan-Andres-Sporthalle. Und auch in der Zukunft gibt es weiterhin den geliebten Budenzauber in Schweich. „Wir haben vom Sponsor die Zusage, uns schon einmal garantiert bis 2015 weiter zu unterstützen.“

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