Vorsicht Weihnachten! Dos and Don’ts für’s Fest 2012

Es weihnachtet – ob wir nun wollen oder nicht. 5vier Festtagsmuffel Lars Eggers sucht die großen Fallen der fröhlichen Jahreszeit – und ihre Lösung.

Foto: {link url=“http://larseggers.artworkfolio.com/“}Lars Eggers{/link}

Da ist sie wieder: die Zeit, in der die Rentiere tief- und die Gefühle hochfliegen. Es ist Weihnachten. Toll. Haben wir das ganze Jahr drauf gewartet. Einige vielleicht intensiver als andere. Nun können wir endlich wieder über den Weihnachtsmarkt streunen, mediterrane Gebäckspezialitäten („Churros“) in Nutella tunken und uns von entkörperten Hirschköpfen, die an der Glühweinbude hängen „Last Christmas“ mit bayrischem Akzent vorsingen lassen (so was kann man nicht erfinden).

Für mich als altgedienten Weihnachtsmuffel ist dies eine Zeit voller Fallstricke. Ich weiß schon, dass man, wenn der Weihnachtsmann Geschenke im Discounter verteilt, nicht „Ist doch nur ein Ein-Euro Jobber!“ brummeln sollte; das traumatisiert Kinder (sorry nochmal deswegen…). Aber es gibt so viele Dinge, die man tun darf oder eben auch nicht  – und die sind jedes Jahr ein bisschen anders. Deswegen hier eine kleine Landkarte, wie ihr 2012 die Weihnachtszeit durchschifft, ohne eure Freunde, eure Kollegen oder den Store Manager zu verärgern.

Weihnachtsstimmung – Don‘t

Es ist in diesem Jahr einfach endgültig uncool, über Weihnachten zu meckern – wie besagter Vorfall in Deutschlands liebsten Lebensmittel Discounter einschlägig beweist. Wer heute noch über die Konsumkultur zu Weihnachten meckern möchte, über den Verfall der Werte und überhaupt über all die bösen Eltern, Onkel, Tanten und Großeltern, die einfach so Spielsachen kaufen, um ihren Kindern, Nichten, Neffen und Enkeln eine Freude zu machen (wie können sie nur?), der soll dies bitte nach Feierabend von unterhalb des Stammtisches tun. Denn dort gehören diese Argumente inzwischen hin. Wer nicht weiß, dass Menschen an Weihnachten versuchen mit Weihnachten Geld zu verdienen, der hat die letzten 2012 Jahre echt verpennt. Ich bin mir sicher – auch der in alternative Tuniken gehüllte Stallbursche moserte bereits bei der Ankunft der drei Weisen in Bethlehem: „Ey, Myrrhe und Weihrauch? Is doch voll teuer, Mann! In Germanien verhungern kleine Goten und ihr macht hier einen auf Konsum! Wer iss‘n das Gör, `n Heiliger, oder was?“ … ich lasse das jetzt einfach mal so im Raum stehen.

Weihnachtsstimmung – Do

Und – BAM: Weihnachtsstimmung! Foto: {link url=“http://larseggers.artworkfolio.com/“}Lars Eggers{/link}

Es darf ein kleines bisschen festlich werden, ohne dass ihr gleich ein schlechtes Gewissen haben dürft. Das hat nichts mit Christlichkeit und Kirchengängen zu tun. Seien wir mal ehrlich. Wir haben frei, es ist gemütlich, es gibt viele tolle Sachen zu essen – warum die Zeit nicht einfach genießen? Warum nicht einem geliebten Menschen eine Freude mit einem schönen Geschenk machen? Eben. Und wo wir schon mal dabei sind – denkt vielleicht auch an die armen Gotenkinder in Germanien und zweigt einen kleinen Teil des Festtagsbudgets für eine Spende ab. An Hilfsorganisationen zu Weihnachten zu spenden steht zwar recht weit oben auf der Klischee-Liste – helfen tut es den Menschen in Not aber nichtsdestotrotz.

Weihnachtsmusik – Don’t

Ich sage jetzt nicht: „Spielt nicht Wham!“ Wer nicht begriffen hat, dass „Last Christmas“ und die restlichen ach so schönen Weihnachtsheuler, die wir seit Jahrzehnten in den heiligen Kaufhallen ertragen müssen, einfach nur noch nerven, der … nun, der ist offensichtlich für die Musikauswahl in den Kaufhäusern und Fahrstühlen der Welt verantwortlich – solche Menschen müssen ja auch von was leben. Scherz bei Seite (Weihnachtsmusik ist ja ein ernstes Thema) – erspart der Welt eine weitere Aufführung des Wildecker Weihnachtschors featuring Mariah Carey und Chuck Norris, der Stille Nacht jodelt. Das war schon beim ersten Mal nicht schön.

Weihnachtsmusik – Do

Es gibt sie. Die gute Weihnachtsmusik und die wirklich hörbaren Interpretationen der Klassiker. Ich werde mich jetzt gar nicht weiter mit Einzelheiten aufhalten und gebe einfach mal ein Beispiel:

Weihnachtsgeschenke – Don’t

Konsumgut ist out. Das mag jetzt ein wenig seltsam klingen nach meinem Germanien-Scherz ein paar Zeilen weiter oben, aber hey, wer hat gesagt, dass Weihnachten logisch ist? Logik heben wir uns für Ostern auf (ihr wisst schon – wenn der Hase die Eier bringt)! Wer dieses Jahr ohne nachzudenken einfach so die neuesten und hippsten Gadgets verschenkt, der hat den Geschenketrend 2012 verfehlt. Nicht, dass sich euer 14-jähriger Neffe nicht über ein iPad freuen würde, aber mal ganz ehrlich – weiß der in einem Jahr noch, von wem das Ding war – wenn er es nicht schon drei Mal durch ein neues ersetzt hat? Gesichtslose Massenware gehört nicht unter den Weihnachtsbaum. Die kann man sich bei Amazon und Media Markt das ganze Jahr über beschaffen.

Weihnachtsgeschenke – Do

Ratet mal welches Lied als Klingelton vorinstalliert wurde… Foto: {link url=“http://larseggers.artworkfolio.com/“}Lars Eggers{/link}

Das Motto lautet in diesem Jahr mehr denn je: vor Kaufen des Geschenks Herz einschalten. Ihr solltet die Beschenkten gut genug kennen, um ihnen eine echte Freude machen zu können, ohne dabei gleich die Kreditkarte überziehen zu müssen. Das ideale Weihnachtsgeschenk ist etwas, dass sich die Person nie selbst kaufen würde, aber trotzdem gerne hätte. Eine scheinbar einfache Formel, deren Auflösung aber etwas Hirnaktivität erfordert. Auf diese Weise kommen manchmal erstaunliche Geschenke zu Stande: ein Bogenbaukurs, eine Zimmerrenovierung und ein Spa-Wochenende zum Stressabbau gehören zum Beispiel dazu – alles Geschenke, die besser ankamen als jedes Handy oder jede Blu Ray.

Weihnachtsartikel – Don‘t

Schreibe auf keinen Fall einen weihnachtlichen Artikel, in dem du zugibst Kinder traumatisiert zu haben, Chuck Norris erwähnt wird und/oder du grenzwertige Scherze über die Ernährungslage gotischer Kinder zu Zeiten Christi Geburt vom Stapel lässt.

Weihnachtsartikel – Do

Ähm… ach, egal. Fröhliche Weihnachten euch allen!

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Kommentare (2)

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  1. Bine sagt:

    Viel zu spät aber auch von mir DANKE für einen Weihnachtsartikel, der mich auch im tiefsten Weihnachtsstress beim viel zu knappen Geschenkekauf (es lebe mein treuer Amazon Prime-Account – oder war das jetzt Schleichwerbung?) zum Lachen gebracht hat. Mehr vom Herrn Eggers bitte! 🙂

  2. Mary Christmas sagt:

    GRINS! Das ist mal richtig klasse obwohl ich ein absoluter Weihnachtsfan bin und spätestens im Februar schon wieder anfange nach Sachen fürs nächste Fest zu suchen. So kaufe ich Tannenbäume im Juli ( Luxusbäume von über hundert euro runtergesetzt auf mal gerade 20 Euro ) oder Weihnachtslichter für 0,03 cent ;-)))Leider bin ich mit dem Grinch persönlich verheiratet, was mich aber nicht davon abhält, irgendwann den Umzug ins Weihnachtsland zu planen ;-)) Frohe Weihnachten 2013! 😉

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