Was bedeutet Amerika für dich?

Die Umfrage der Unizeitung "Neue Universal"

Bald zwei Wochen sind es nun her, dass die Vereinigten Staaten von Amerika Donald Trump zu ihrem neuen Präsidenten gewählt haben. Für viele kam dieser Wahlausgang überraschend, andere waren von Beginn an von einem Sieg Trumps überzeugt. Nicht nur auf nationaler Ebene, sondern auch auf internationaler Ebene spalten sich die Meinungen über den neuen Präsidenten. Für die einen ist er ein Symbol für eine neue Ära des Wandels für die anderen ist er nur das „Trumpeltier“, das nichts von Politik versteht und ihn umso unberechenbarer erscheinen lässt.

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Was bedeutet dieser Wahlausgang für Deutschland und Europa? Welche Ängste haben unsere Bürger? Wird dies Einflüsse auf unsere Wahlen im nächsten Jahr haben?

Ich bin durch die Gänge der Trierer Uni gestreift, um ein paar Meinungen einzuholen.

Was sagen die Trierer Studenten? Was bedeutet für sie Amerika?

Alex, 25:

 

„Ich bin geschockt über das Ergebnis. Alle Prognosen, die es zu der Wahl gab, haben falsch gelegen. Ob wir hier direkt Auswirkungen merken, kann ich noch nicht sagen. Ich habe nur heute gelesen, dass Trump den umstrittenen Rechtsaußen Stephen Bannon zu seinem Chefberater gewählt hat. Es sieht ganz nach einer Radikalisierung aus. Zu Beginn dachte ich daran, dass Trump wenig Ahnung von Politik hat und es somit darauf ankommt, von wem er gelenkt wird und welches „Team“ er wählt. Sodass er als „Clown“ mit einem fähigen Team nicht so schlecht sein kann. Aber dass sein Chefberater nun von der rechtsradikalen Seite kommt, macht mir Sorgen. Weil ich glaube, dass Trump sehr beeinflussbar ist und nicht genau weiß, was er will.“

 

Sebastian, 25:

 

‚Also was ich interessant finde ist, dass Trumps Vizepräsident Mike Pence extremere Ansichten hat als Trump selbst. Weil Trump davon sprach die LGBT Community (Lesbian, Gay, Bisexual und Transgender) zu beschützen, auch vor den extremen Islamisten – Daraufhin klatschen die Republikaner und Trump freut sich darüber, dass sie einer Meinung sind und „Pro-Gay“ eingestellt. Der Pence hingegen ist extremer. Er ist glaube ich sehr religiös und „Anti-Gay“ eingestellt. Im Gegensatz zu ihm ist Trump moderater.

Generell zur Wahl muss ich sagen, dass unserer Medien extrem einseitig berichtet haben, sodass plötzlich jeder gehofft hat: ‚hoffentlich bekommen wir Clinton’. Also ich würde keinen von den beiden wollen, für mich war Bernie Sanders der einzige Kandidat, den man hätte nehmen können. Das Problem bei Trump ist nun mal, dass er diese rassistischen Äußerungen macht, zum Beispiel über Schwarze und Latinos, dass die nicht arbeiten wollen. Die Gefahr besteht zumindest, dass sich das Land teilt. Aber er ist mir eigentlich noch lieber als die Clinton, weil Trump es nicht so genau mit der Wahrheit nimmt. Clinton ist halt eine pathologische Lügnerin, die alles tun und sagen würde, um an Macht zu kommen.“

 

Monika, 30 und Melanie 26:

 

„Wir finden, dass sich die politische Stimmung im Allgemeinen geändert hat. Natürlich ist es nicht positiv, dass wir da jetzt einen ‚Finanzhai’ an der Spitze Amerikas sitzen haben, der von Politik eigentlich nichts versteht, geschweige denn von der Unterschicht, die gerade jetzt Hilfe braucht und wirklich am leiden ist. Wir können nur hoffen, dass es nicht allzu gravierend wird, da er sehr viel Verantwortung hat. Wir hoffen, dass er diese sinnvoll nutzt. Man kann nur auf die Politiker hoffen, die Ahnung haben und intervenieren werden und ihn ein wenig lenken. Am meisten Angst haben wir vor unseren Wahlen sowie den französischen, dass diese Art von Populismus auf uns Einfluss haben wird. Diese politische Stimmung im Allgemeinen ist im Wandel und das sollte uns mehr beschäftigen.“

 

Kim, 21:

 

„Ich finde es langsam übertrieben mit dem Thema, Wahlausgang hin oder her. Was ich kritisiere ist, dass er nur vom Wahlsystem her gewonnen hat, obwohl Clinton viel mehr Stimmen hatte. Immerhin hat sich Trump schon gemäßigter geäußert als president-elect und es gilt einfach abzuwarten. Ich glaube, dass der Populismus im Allgemeinen groß geworden ist, gerade wenn man auf Österreich, Frankreich und Europa schaut.“

 

Mr. X:

 

„Klar waren die Wahlen in Amerika eine Wahl zwischen Pest oder Cholera, aber kritisch finde ich auch diese Hysterie, die jetzt gemacht wird, denn ich glaube nicht, dass der nächste Hitler an der Macht ist, eher ein Berlusconi aber mehr nicht. Es wird alles momentan zu sehr hochgeschaukelt auch von den Medien.

Ob es Einfluss auf unsere Wahlen haben wird, ist eine gute Frage. Ich finde auf jeden Fall, dass wir uns nicht heraus nehmen sollten zu sagen: ‚die haben dumm gewählt’, da es bei uns genauso enden kann, allein vom jetzigen Zeitgeist her. Ich weiß nicht ob der Populismus immer mehr wird oder ob er schon die ganze Zeit da war und wir ihn nur unter Kontrolle hatten, das ist eher die Frage über die man nachdenken sollte. Man sollte auch nicht vergessen, dass im nächsten Jahr auch Wahlen in Frankreich und Niederlande stattfinden und dort die Populisten ebenfalls sehr stark sind.“

 

 

Deutlich ist vor allem geworden, dass sicherlich niemand mit de Wahlergebnis in den Vereinigten Staaten von Amerika vollends zufrieden ist. Jedoch ändern können wir es nicht mehr. Welche Folgen, ob positiv oder negativ, der Wahlausgang für uns haben wird, ist abzuwarten. Sicher ist nur, dass wir mindestens die nächsten vier Jahre damit zurechtkommen müssen.

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