Was beiden gefällt – Kerbst und Kock in Trier

Am Dienstag, den 15. Oktober gab es ein Wiedersehen der besonderen Art: Alexander Kerbst, der in der letzten Spielzeit große Erfolge als Falco, in der Tanztheater-Produktion „Falco – The Spirit never dies“ feierte, kam mit seiner Freundin Stefanie Kock zurück auf die große Bühne des Theaters Trier.

Eine Paartherapie ist in den seltensten Fällen etwas, womit man hausieren geht. Wer breitet schon gern die privatesten aller Privatheiten vor aller Welt aus? Da geht man lieber im Stillen zu einer Person des Vertrauens und setzt sich dort für „Teuer Geld“ auf die Couch. Dass es auch anders gehen kann, bewiesen Alexander Kerbst und Stefanie Kock am 15. Oktober auf der Großen Bühne des Theaters Trier in amüsanter und unterhaltsamer Art und Weise.

Die beiden erfolgreichen Musicaldarsteller – er ist in Trier bereits bekannt als „Falco“ aus der gleichnamigen Tanztheater-Produktion der letzten Spielzeit – sind nicht nur auf der Bühne ein Paar, sondern auch im wahren Leben. Gemeinsam singen und tanzen sie, entertainen um die Wette und klären große und kleine Beziehungsfragen direkt live auf der Bühne. Dabei geben sie nicht nur die eigenen, gemeinsam geschriebenen Songs zum Besten, sondern auch berühmte Klassiker aus den 20er Jahren. Besonders schön dabei, Kerbsts Performance von „Kein Schwein ruft mich an“ von den Comedian Harmonists, die er mit dem Charme der 20er Jahre vorträgt.

Paartherapie der besonderen Art…

Unterstützt werden die beiden Beziehungs-Patienten von gleich vier Therapeuten: Holger Düchting, Jochen Karger, Christian Kauffeld und Markus Kauffeld. Zusammen bilden sie die Band „Die Therapeuten“.

An diesem Abend lernte das Trierer Publikum so einiges: Kosenamen sind wichtig und tragen zur Beziehungs-Erhaltung bei; wer möchte sich schon für jeden neuen Partner einen neuen Namen ausdenken? Kosenamen wie „Schatz“ oder „Liebling“ sind ja noch übertragbar, aber bei Juwelen wie Schnurzipurzi, Mausihasi oder Murkelchen wird es schon schwieriger wieder ein passendes Gegenstück zum Kosenamen zu finden. Lange Frauen mit kurzen Haaren stehen auf kleine, rasierte Männer oder umgekehrt? Ein Gummischwein kann als Thema einer Arie durchaus herhalten und Paartherapie funktioniert auch, oder gerade, im verflixten siebten Jahr auf der Bühne am allerbesten. Zumindest wenn zwei so kreative Köpfe wie Kerbst und Kock aufeinander treffen.

Da muss das kreative Chaos doch auch daheim im Wohnzimmer vorprogrammiert sein? „Wir streiten schon oft“, muss Frau Kock zugeben. „Aber eigentlich nur auf kreativer Ebene, das geht nie gegen die Person an sich“, erklärt Herr Kerbst weiter. „Danach versteht man sich aber meistens noch besser, weil man sich einfach noch besser kennt“, führt Kock aus.

…Bühne statt Couch

Auf andere wirkt das oft witzig. Oder furchtbar anstrengend, wissen die beiden. „Oft spielen wir dabei auch ein bisschen Theater“, schmunzelt Kerbst. „Aus einem Streit entstehen oft gute neue Texte.“ Die Ideen für neue Texte und Lieder kommen spontan und für beide überraschend: „Es kommt öfter vor, dass mir nachts noch Ideen kommen, dann stehe ich aus dem Bett auf und komponiere noch schnell. Morgens zeige ich Alexander dann, was mir nachts eingefallen ist“, erzählt Kock.

Sie selbst nennt sich bei der gemeinsamen Arbeit einen Vulkan, aus dem die Ideen nur so herausschießen. Er sei dann derjenige, der die Flut von Ideen ordnet. Er bezeichnet sie wiederum als wildwuchernden Rosenstrauch, der jeden Tag dutzende neue Blüten trägt, er ist dabei der Gärtner, der alles in Form schneidet. So oder so. Konkurrenz empfinden beide nicht. Kleine Kämpfereien, um den begehrten Platz in der Mitte der Bühne, gibt es aber schon. „Jeder von uns hat seine Schokoladenseite auf der linken Seite, die will man natürlich zeigen“, scherzt Stefanie Kock.

Gerade arbeiten beide, neben ihren eigenen Vorstellungen und Proben als Musicalsänger, an neuen Texten für die gemeinsamen Auftritte. Schön bunt soll es bleiben, dann aber auch mal poetisch, mal entspannt, mal ruhig. Ein breites Programm eben. „Uns wurde oft gesagt, dass wir uns entscheiden müssten, was wir denn nun sein wollen: 20er Jahre, eigene Songs oder was? Viele entscheiden sich als Konzession an das Business, aber wir brauchen gerade diese Fülle“, so Alexander Kerbst. „Die „Großen“ sind ja gerade dadurch aufgefallen, dass sie eine Richtung geprägt haben, statt sich von ihr prägen zu lassen. Wir brauchen gerade das, dass wir machen können, was uns gefällt und was wir beide wollen.“

Bleibt zu hoffen, dass die beiden dies weiter tun können und mit dem Ergebnis vielleicht noch mal nach Trier kommen. Die, für einen Dienstagabend recht zahlreich erschienen Gäste, würden sich auf jeden Fall freuen. 

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