Weihnachtsmärkte der Region: Hoch von Roscheid komm ich her

Ein kleiner Weihnachtsmarkt-Check

Am 2. und 3. Adventswochenende öffnete das Freilichtmuseum Roscheider Hof in Konz wie jedes Jahr wieder ein paar ganz besondere Türchen: Neben seinem traditionellen “Weihnachtsdorf” bot das Museum Besuchern auf rund 3500 Quadratmetern die Möglichkeit, die unzähligen Innen-Ausstellungen zu besuchen. Und das kostenlos. 5vier-Mitarbeiterin Monika Pradelok war vor Ort und zeigt, dass es neben dem Trierer Weihnachtsmarkt weitere schöne Alternativen (wir berichteten) in unserer Region gibt.

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Der Duft von weihnachtlichem Zimtgebäck und Waffeln liegt über dem Gelände des Freilichtmuseums. Es herrscht geselliges Treiben. Auf den ersten Blick sieht das Weihnachtsdorf überschaubar aus – doch der Schein trügt, denn der Hofbereich ist nicht der einzige, der erforscht werden kann. Im überdachten Besucherzentrum des Museums geht der Budenzauber weiter und leitet diejenigen, die gerne zurück in die Vergangenheit reisen möchten in die verschiedenen Innen-Ausstellungen des Freilicht- und Volkskundemuseums. Menschen pilgern von Stand zu Stand, genießen beim geselligen Beisammensein einen kleinen Imbiss oder bestaunen die verschiedenen Handwerksarbeiten.

Geschenkideen für Groß und Klein

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Stephan Schmitz

So reicht die Auswahl von filigranen Holzarbeiten, detailliertem Patchwork, funkelnden Edelsteinen, handgemachten Stofftieren und vielem mehr beinah ins Unendliche. Nach einem kleinen Rundgang im Inneren stößt man auf Stephan Schmitz‘ detaillierte Krippen, die er überwiegend aus altem Eichenholz herstellt. Angefangen habe er im Jahr 1996/97, verrät er. Seine Leidenschaft geht jedoch zurück in die Zeiten seines Großvaters, denn schon er schnitzte Krippen – ein Vorbild, welches ihn prägte.

Neben seinen aufwendig gestalteten Krippen fertigt der Mann mit dem Hut darüber hinaus Krippenfiguren sowie urige Holzhäuser. Für eines seiner größeren Werke benötigte er an die drei Monate. „Ich habe jeden Tag daran gearbeitet“, erzählt Schmitz und zeigt auf ein mehrstöckiges Diorama. Für ihn ist es bereits das vierte Jahr im Weihnachtsdorf, so dass man sich mittlerweile „untereinander“ kenne.

Neben alten Hasen finden sich aber auch neuere Gesichter unter den Budenbetreibern. Einer von ihnen ist Konrad Theis, der auf dem Weihnachtsmarkt Produkte aus Lammwolle und Kaschmir anbietet. „Fassen Sie das mal ruhig an“, ermutigt er ein älteres Ehepaar, dessen Augenmerk sich auf ein Katzenplüschtier richtet. „Ich verspreche Ihnen, dass die Katze dem Beschenkten 10 Jahre Glück bringen wird.“ Der Rentner ist von den Produkten überzeugt, die er im Namen einer Künstlerin aus Thüringen verkauft. „Es handelt sich hierbei um handgefertigte Ware, die ohne Chemie hergestellt wird.“ Die Freude über seinen Einsatz beim diesjährigen Weihnachtsdorf ist derart groß, dass Theis nächstes Jahr wieder mit von der Partie sein wird.

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Katrin Schulze

Zwei Häuschen weiter gesellt sich Katrin Schulze mit ihrem handwerklichen Können zu den Weihnachtsdorf-Neulingen. Sie bietet „Patchwork und mehr“ an und präsentiert an ihrem Stand unter anderem reichverzierte Quilts (Steppdecken), Topflappen sowie Kissen an – alles von Hand gemacht. Auf die Frage, wie lange sie für einen Quilt braucht, erwidert sie lächelnd, dass die Arbeit schon ziemlich viel Zeit in Anspruch nehmen würde. „Er besteht aus drei Lagen und die Stiche müssen gleichmäßig sein.“

Kleine Tradition ganz groß

Bereits zum 11. Mal fand der kleine, aber feine Weihnachtsmarkt statt und zog Besucher aus der ganzen Region an. Viele schätzen die familiäre Atmosphäre und beschreiben den Weihnachtsmarkt als „gemütlich“, „heimelig“ und „wunderschön“. Hier würde einem nicht nicht nur der Austausch mit Künstlern geboten, sondern auch die Gelegenheit genutzt, sich mit Freunden zu treffen. Geschäftsführer Hermann Krampe wagte letzten Sonntag sogar eine kleine Prognose von sich zu geben. „An die 10000 Besucher werden es bestimmt sein“, so schätzte er und orientierte sich dabei an den Besucherzahlen der vergangenen Jahre. Vor allem die Kombination aus Weihnachtsmarkt sowie Museum komme sehr gut an.

Das Weihnachtsdorf besticht nicht nur auf kulinarischem oder handwerklichem Niveau, sondern auch durch die Menschen, mit denen man ins Gespräch kommt.

Wer genug vom weihnachtlichen Treiben haben sollte, kann entweder ins Museum mit seinen verschiedenen Ausstellungen ausweichen oder einen gemütlichen Spaziergang auf dem Gelände (bei Tag) genießen. Eine wirklich schöne und vor allem charmante Alternative zum Trierer Weihnachtsmarkt, bei der man nicht nach kürzester Zeit gestresst ist.

5vier.de bedankt sich für die netten Gespräche und sagt: Bis zum nächsten Jahr!

Und hier ein paar Impressionen

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