Weinmarkt verliert an Dynamik

Der Flaschenweinabsatz deutscher Weine zurückgegangen ist und auch die Preise im Lebensmittelhandel sind gesunken, dies sind zwei Kennzahlen dafür, warum der Weinmakrt an Schwung verloren hat.

Trier. Nach der jüngsten Konjunktur-Erhebung der Industrie- und Handelskammer (IHK) Trier für die Weinwirtschaft der Mosel hat die Weinnachfrage der vergangenen Jahre etwas an Schwung verloren. Besonders die eingetrübten Aussichten bei der Geschäftserwartung und die leicht negativen Salden beim Geschäftsklima führen dazu, dass die Gesamteinschätzung unter die Nullmarke fällt. „Sowohl im Inland als auch im Ausland hat der Absatz gelitten“, stellt IHK-Geschäftsführer Albrecht Ehses fest und macht bis heute die Nachwirkungen der kleinen Ernten 2010, 2012 und 2013 dafür verantwortlich. Hier habe dem deutschen Wein in der Summe ein kompletter Jahrgang gefehlt. „Das kostet Regalplätze.“

Sehr deutlich bringen Weinkellereien zum Ausdruck, dass der Flaschenweinabsatz deutscher Weine zurückgegangen ist. Auch die Preise im Lebensmittelhandel haben nachgegeben. Demgegenüber zeigen sich die Weingüter etwas entspannter und skizzieren ein positiveres Bild ihres Weinabsatzes. Selbst die in den Vorjahren aufgrund der kleineren Ernten bereits angepassten Preise konnten weiter nach oben korrigiert werden, berichtet Ehses.

Beim Absatz an die Gastronomie und auch bei den Lieferungen ins Ausland vermelden die Weingüter größere Vermarktungsanteile. „Bekannte Weingüter profitieren von ihrem Namen und machen mit einfachen Gutsabfüllungen oder mit zugekauften Rebsortenweinen gute Geschäfte“, sagt Ehses und verweist auf wachsende Anteile dieser Weine im Lebensmittel-Einzelhandel und Discount.

Den Kellereien, die im Export stark unterwegs sind, bereiten die Märkte im Ausland seit einiger Zeit Kopfzerbrechen, denn die Statistiken weisen nach wie vor zweistellige Rückgänge in den für deutsche und Moselweine wichtigen Märkten Niederlande, Großbritannien und Japan aus. Besonders macht sich die schwierige wirtschaftliche Situation in Russland bemerkbar, die unabhängig von den verhängten Sanktionen die Weinexporteure hart trifft und bei den einfachen Weinen weitere Einbußen im Vergleich zum Vorjahr um 3 bis 4 Millionen Liter nach sich zieht.

In USA wurde nach der IHK-Auswertung der deutliche Rückgang inzwischen etwas aufgefangen, so dass aktuell eine Menge von 21 Millionen Liter zu vergleichbar guten Durchschnittspreisen vermarktet wird. Der Anteil der Mosel ist hier zugunsten anderer Anbaugebiete zurückgegangen und liegt heute mit 10,2 Millionen Liter etwa bei der Hälfte der aus Deutschland gelieferten Weinmenge.

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