Wenn Ärger krank macht

Neues Buch aus der Psychotherapieforschung an der Universität Luxemburg

Jeder Mensch ärgert sich fast täglich. Doch zu viel und unangemessen verarbeiteter Ärger kann der Gesundheit schaden und sollte dann behandelt werden. Diesem Thema widmen sich Prof. Dr. Georges Steffgen und Prof. Dr. Claus Vögele von der Universität Luxemburg sowie Diplom-Psychologin Claudia de Boer in ihrem neuen Buch „Ärgerbezogene Störungen“.

Luxemburg. Mit praktischen Tipps und Beispielen behandeln die Autoren Claus Vögele, Georges Steffgen und Claudia de Boer in ihrer Veröffentlichung zahlreiche Fragen: Wie entsteht Ärger? Wann ist Ärger ein Problem? Was sind ärgerbezogene Störungen? Wie kann man diese erfassen und behandeln? „Bisher ist die Auseinandersetzung mit der Frage, wie mit unangemessenem Ärger umzugehen ist, in der Therapieforschung sehr vernachlässigt worden“, erklärt Steffgen, Professor für Sozial- und Arbeitspsychologie an der Universität Luxemburg. „Insoweit stellt dieses Manual einen Meilenstein in der Weiterbildung von Psychotherapeuten zu ärgerbezogenen Störungen dar.“

Mit Ärger angemessen umzugehen – das könne man lernen, so Steffgen weiter. Viele Psychotherapeuten seien in ihrer Praxis mit der Frage der Ärgerregulation konfrontiert. „Mit diesem Band zeigen wir ihnen wissenschaftlich erprobte Behandlungen für ihre Klienten auf“.

Die Autoren sind an der Universität Luxemburg Mitglieder der Forschungseinheit INSIDE (Integrative Research Unit on Social and Individual Development) und Dozenten des berufsbegleitenden Masters in Psychotherapie. Der Band richtet sich an Studierende, Praktiker und die interessierte Öffentlichkeit. Die Autoren liefern zunächst Definitionen von Ärger und ärgerbezogenen Störungen und beschreiben dann verschiedene Theorien derartiger Störungen. Anschließend stellen sie Verfahren zur Diagnose vor und schildern die Behandlungsmöglichkeiten, unter anderem mit Hilfe einzelner Module eines Ärgerbewältigungstrainings.

„Ärgerbezogene Störungen“ ist 2014 in der Reihe „Fortschritte der Psychotherapie“ beim Hogrefe Verlag erschienen. Informationen zum Buch gibt es hier.

Zu den Autoren

Prof. Dr. Georges Steffgen ist seit 2002 Professor für Sozial- und Arbeitspsychologie an der Universität Luxemburg. 1982-1989 studierte er Psychologie in Trier und promovierte 1993. 1993-1994 war er Forschungs- und Lehrbeauftragter an der Fachhochschule in Luxemburg (IEES), 1995-1996 dann Projektmanager in einem Forschungsinstitut in München, 1996-2000 Unternehmensberater sowie Forschungs- und Lehrbeauftragter an der Pädagogischen Hochschule in Luxemburg (ISERP) und 2000-2002 Assistenz-Professur an der Universität Luxemburg.

Dipl.-Psych. Claudia de Boer ist seit 1997 Psychotherapeutin in Luxemburg. 1983-1990 studierte sie Psychologie in Trier. 1990-2000 war sie als Psychotherapeutin in unterschiedlichen Kinderheimen, sowie in Psychosomatischen Fachkliniken tätig. 1999 Approbation als Psychologische Psychotherapeutin.

Prof. Dr. Claus Vögele ist seit 2010 Professor für Klinische Psychologie und Gesundheitspsychologie an der Universität Luxemburg. 1978-1983 studierte er Psychologie in Landau/Pfalz und promovierte 1988. 1987-1991 war er Research Fellow an der University of London und Dozent an der University of Birmingham. 1991-1997 Wissenschaftliche Assistenz am Fachbereich Psychologie der Universität Marburg. 1997 Habilitation. 1998-1999 Hochschuldozent für Klinische Psychologie an der Universität Marburg. 1999-2003 Professor für Klinische Psychologie und Gesundheitspsychologie an der Universität of Luton, England und 2003-2010 dann an der Roehampton University, London.

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