Wie kriminell war Fastnacht?

Die Polizei zieht Billanz

Die Ängste waren groß im Bezug auf die Fastnachtszeit. Gerade nach den Ereignissen in Köln und den Eskalationen in den vergangenen Jahren am Weiberdonnerstag in Trier, sorgten sich viele Bürger um die Sicherheit. Dabei wurde das Sicherheitskonzept der Polizei sehr detailliert kommuniziert (Wir berichteten). Folgende Meldung der Polizeiinspektion Trier erreichte unsere Redaktion am heutigen Abend.

Trier/Region. Mit der vorläufigen Fastnachtbilanz ist die Polizei im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Trier zufrieden, auch wenn das Wetter den Närrinnen und Narren das Feiern erschwert hat. Vorläufig, da der abgesagte Trierer Rosenmontagszug am kommenden Samstag, 13. Februar, ab 19.11 Uhr nachgeholt wird.

Von Weiberdonnerstag bis Veilchendienstag mussten die Beamtinnen und Beamten des Polizeipräsidiums 125 Straftaten mit Bezug zur Fastnacht aufnehmen. Das Gros der Delikte waren Körperverletzungen, die nahezu alle alkoholbegleitet begangen wurden.

Im Rahmen der Einsätze im Zusammenhang mit Fastnachtsveranstaltungen kontrollierten die Einsatzkräfte insgesamt circa 1500 Personen. 76 mal sprachen die Beamtinnen und Beamten einen Platzverweis aus, um Eskalationen zu verhindern. In 29 Fällen konnte die Polizei dies nur gewährleisten, in dem sie hilflose oder gänzlich uneinsichtige Menschen in Polizeigewahrsam nahm. In der Regel wurden diese, nachdem sie ihren Rausch ausgeschlafen hatten, nach Hause entlassen.

Trotz der vielen Bitten und Warnungen, nach dem Genuss von Alkohol das Auto stehen zu lassen, mussten 29 Kraftfahrer mit zur Blutprobe. Gegen sie wurden entsprechend Straf- und Bußgeldverfahren eingeleitet.

Anlässlich von Fastnachtsfeiern wurden präsidialweit sechs Ermittlungsverfahren wegen des Verdachtes von sexuellen Übergriffen eingeleitet. In gleich drei Fällen, die in Veldenz beanzeigt wurden, ergaben die ersten Ermittlungen, dass es sich nicht um Sexualstraftaten handeln dürfte.

Aber auch die Beamtinnen und Beamten selbst blieben von Attacken nicht verschont. Auch sie wurden in 15 Fällen Opfer von meist angetrunkenen Tatverdächtigen, die Widerstand leisteten, die Polizisten bedrohten, beleidigten oder verletzten.

Neunmal sprang die Polizei ihren Kollegen vom Hilfs- und Rettungsdienst zur Seite und nahm hierbei drei Strafanzeigen zum Nachteil von Mitarbeitern der Hilfs- und Rettungsdienste auf.

Die seit Jahren in Zusammenarbeit mit den Jugendämtern durchgeführten Jugendschutzkontrollen haben sich ebenfalls bewährt. Letztlich mussten nur drei Minderjährige aufgrund übermäßigen Alkoholkonsums in Obhut genommen und ihren Erziehungsberechtigten zugeführt werden.

Mit dem Videokonzept ist die Polizei zufrieden. Besonders an Weiberfastnacht konnten die Beamten an den Monitoren die Einsatzkräfte so zielgenau dirigieren, dass Aufschaukelungsprozesse frühzeitig ausgemacht und durch präventive Ansprachen vor Ort deeskaliert werden konnten.

Die eigens angeschafften Body-Cams dürften in dem ein oder anderen Fall zur Verhinderung von Straftaten beigetragen haben. In mehreren Fällen aktivierten die Beamten die Kameras, da sich einsatzkritische Situationen entwickelten. Letztlich zeichneten sie in zwei Fällen strafrechtlich relevantes Verhalten von Tatverdächtigen auf. Diese Aufnahmen landen als Beweismittel in den entsprechenden Ermittlungsakten.

Die Planung für den samstäglichen Umzug in Trier laufen in der bewährten Weise mit allen Kooperationspartnern auf Hochtouren. Die Polizei bereitet sich analog der Planungen zu Rosenmontag auf den Einsatz vor.

Am Samstagabend kommt das Videokonzept in gleicher Weise zur Anwendung, wie es für den Rosenmontagszug vorgesehen war. Voraussichtlich ab 19 Uhr werden die Kameras am Hauptmarkt, am Bahnhofsvorplatz und an der Trevirispassage eingeschaltet. Auch die Body-Cams gehören wieder zum Videokonzept der Polizei.

Neben dem Sicherheitskonzept bildet erneut der Jugendschutz in Zusammenarbeit von Jugendämtern und Polizei einen separaten Einsatzabschnitt.

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