Wildtierzentrum Wiltingen-Saarburg und Tierheim Trier in Not

Fehlende finanzielle Unterstützung

Das Tierheim Trier ist derzeit in Not. Der Grund: Massive Überlastung. Die Ursache: Das Wildtierzentrum Wiltingen-Saarburg ist geschlossen.

Trier / Wiltingen-Saarburg. Aufgrund der Schließung des Wildtierzentrums Wiltingen-Saarburg ist das Tierheim Trier massiv überlastet. Das Wildtierzentrum war die einzige Anlaufstelle für Wildtiere in der Umgebung.

Das Eherpaar Meyer, welches das Wildtierzentrum seit 30 Jahren betreibt, ist der doppelten Belastung nicht länger gewachsen. Die Arbeit im Wildtierzentrum ist nämlich ein Ehrenamt. Herr Meyer geht nebenbei einem Vollzeitjob nach. Bereits vor einem Jahr hat das Ehepaar einen Antrag gestellt, damit sie die Arbeit im Wildtierzentrum hauptberuflich ausüben können. Doch bisher ohne Erfolg. Nun mussten sie die Auffangstation vorübergehend schließen, da die finanzielle Unterstützung fehlt.

Nicole Wende hat eine Petition gestartet, um dem Wildtierzentrum Wiltingen-Saarburg und anderen Auffangstationen in Rheinland-Pfalz zu helfen: Petition – Rettet die Wildtiere. Bereits über 50.000 Unterschriften sind zusammengekommen.

Seit der Schließung des Wildtierzentrum am 1. April 2017 ist nun das Tierheim in Trier-Zewen die Auffangstelle für Wildtiere. Und das, obwohl das Tierheim eigentlich über keine Betriebserlaubnis für Wildtiere verfügt. Doch sie haben keine andere Wahl, als sich um die Tiere zu kümmern, denn eine andere Anlaufstelle gibt es nicht.

Über 350 Tiere sind im Tierheim seitdem versorgt, gepflegt, vermittelt und weiter transportiert worden. Darunter alle möglichen Wildtiere wie beispielsweise Igelbabys, Füchse, Enten und Rehkitze.

Über die Notsituation wurde bereits viel informiert und verhandelt. Doch obwohl das Tierheim bereits bei den zuständigen Stellen und auch bei Presse, Rundfunk und Fernsehen um Hilfe rief, reagierten die Behörden nicht.

Bis Ende Juni haben Mitarbeiter und ehrenamtliche Helder rund 1100 Stunden zusätzliche Arbeit aufgrund des Ansturms von Wildtieren geleistet. Dadurch sind Zusatzkosten von mindestens 20.261 € entstanden, die nun an anderen Stellen im Tierheimbetrieb fehlt.

Am 29. Juni veröffentlichte das Tierheim eine Pressemitteilung, in der angekündigt wurde, dass das Tierheim aufgrund der hohen Überlastung bis auf weiteres für Besucher schließen muss. Dennoch kommen natürlich neue Wildtiere dazu. Das Tierheim nimmt die Tiere trotz völliger Überlastung weiterhin auf und kümmert sich um sie.

Mehr als je zuvor ist das Tierheim nun auf Spenden angewiesen. So stellte das Tierheim am 7. und 8. Juli einen Stand im REWE-Markt Konz auf und verkaufte dort Kuchen, Waffeln und Kaffee, um Geld für das Tierheim einzunehmen. Dabei konnten mehr als 750,– € eingenommen werden. Darüber hinaus spendeten die Kunden des REWE-Marktes Geld, aber auch viele wichtige Verbrauchsartikel.

Das Tierheimbüro ist derzeit tageweise geöffnet (die Termine sind auf der Homepage des Tierheims zu finden: http://www.tierheimtrier.de/). Die Vermittlung von Tieren erfolgt nur nach vorheriger Absprache. Ehrenamtliche Helfer, Gassigänger für Hunde und Katzenkuschler sind im Tierheim weiterhin herzlich willkommen.

Es bleibt zu hoffen, dass dem Wildtierzentrum Wiltingen-Saarburg und dem Tierheim Trier doch noch geholfen wird.

 

 

Stichworte: