WM 2010 – Wilde Tiere und Nervenflattern gegen Ghana – Foto-Galerie

Thorsten Herrig und Sebastian Otto, zwei Fußballer des Bezirksligisten SG Osburg/Thomm, sind bei der WM in Südafrika dabei – als Besucher eines faszinierenden Landes und als Fans der deutschen Nationalmannschaft. Die Reise ist ein Abenteuer rund um den Fußball auf dem afrikanischen Kontinent – für uns schildern sie ihre Eindrücke. Hier der zweite Teil ihres Erlebnisberichtes mit ebenso schönen Fotos:

Foto: Das Erlebnis Südafrika geht weiter – Thorsten Herrig und Sebastian Otto (vorne) sind bei der WM unterwegs.

Die ersten beiden Spiele hinter uns und um viele Erfahrungen reicher, machten wir uns einen Tag nach dem verlorenen Serbien-Spiel auf den Weg in den Krüger National Park. Von Port Elizabeth aus flogen wir nach Johannesburg, wo wir unseren Mietwagen, einen Toyota Corolla, abholten. Vom Auto waren wir wirklich überrascht, da es trotz eines guten Preises eines der neueren Baujahre war. Mit einer Zwischenübernachtung erreichten wir am Sonntagvormittag unsere Unterkunft am Rande des Krüger National Park. Unmittelbar nach der Ankunft machten wir uns auf den Weg um mit unserem Mietwagen erste Eindrücke vom Park zu gewinnen. Wir verbrachten dort etwa drei bis vier Stunden, während denen wir zahlreiche Tiere sahen. Recht schnell sichteten wir Zebras, Kudus und Giraffen. Das Highlight war gegen Ende unseres Aufenthalts eine im Gras liegende Hyäne mit Nachwuchs und zu zu guter Letzt eine Gruppe von 25 bis 30 Elefanten, die vor bzw. hinter uns zwischen zahlreichen Autos die Straße überquerten. Dies alles machte Hunger auf mehr!

Der Abend endete für uns frühzeitig, da wir am nächsten Morgen bereits um 5.30 Uhr zu einer ganztägigen Safari abgeholt wurden. Wir starteten bei Temperaturen nahe dem Gefrierpunkt, eventuell sogar darunter. Dick verpackt und mit zahlreichen Decken versorgt, machten wir uns in einem offenen Wagen auf den zehn Kilometer langen Weg zu einer der zahlreichen Einfahrten. Da im Krüger National Park eine Geschwindigkeitsbeschränkung von 40 Kilometer gilt, war es temperaturmäßig gerade so auszuhalten. Am Anfang brauchten wir recht lange, bis wir die ersten Tiere zu Gesicht bekamen. Doch dann ging es ganz schnell: Giraffen, riesige Gruppen von Zebras, Horden von Elefanten, Kudus, Springböcke, Nilpferde, Stachelschweine, Impalas und sicherlich noch das ein oder andere Tier das ich jetzt vergessen habe. Die Begegnungen mit den „Big Five“, bestehend aus Elefanten, Löwen, Leoparden, Nashörnern und Büffeln, ließen etwas auf sich warten. Elefanten hatten wir ja gestern schon abhaken können. Zur großen Überraschung, auch der unseres Fahrers, sahen wir als recht fix einen Leoparden, wenn auch nur in der Ferne an einer Wasserstelle. Büffel waren dann die Nummer drei der großen Fünf.

Am späten Vormittag konnten wir uns auch endlich den wärmenden Decken entledigen, da die Sonne uns mittlerweile aufheizte. Gegen Mittag machten wir schließlich die erste Pause. Danach waren wir erstmal überrascht von großen Feuern, die sich über mehrere Hektar erstreckten. Jedoch versicherte uns der Fahrer, dass es sich um kontrollierte Brände handele, die nur dazu dienen würden, dass das Gras nicht so hoch wächst und wir mehr sehen können. Er fuhr quasi direkt daran vorbei, wobei wir zahlreiche sehr seltene, bunte Vögel entdeckten. Unser Fahrer sah manchmal von seinem tiefer gelegenen Platz Tiere, die wir trotz besserer Sicht von oben niemals entdeckt hätten. So zum Beispiel auch während 40 km/h schneller Fahrt, drei einzeln auf dem Schotterweg liegende Stacheln eines Stachelschweins. Nach einer weiteren Pause gegen Nachmittag, nahe der Grenze zu Mosambik, machten wir uns auf den Weg Richtung Ausfahrt, was noch einmal zwei Stunden auf sich nahm. Dabei entdeckten wir dann kurz vor Ende (die Gates schließen um 17.30 Uhr), fast schon im Dunkeln, ein Nashorn, was uns die Nummer vier auf unserer Liste einbrachte. Die Löwen blieben uns leider verwehrt. Der Fahrer fuhr uns zurück zu unserer Lodge. Ein klasse Tag mit 12 Stunden Safari war somit beendet. Wir können mit absoluter Sicherheit sagen, dass der Krüger National Park bei einem Besuch Südafrikas ein absolutes Muss ist.

Am anderen Morgen gings zurück nach Johannesburg. Auf dem Weg wichen wir von der normalen Route ab und durchfuhren die Panoramaroute. Diese Strecke führt durch den Blyde River Canyon, ein hauptsächlich aus rotem Sandstein bestehender Canyon. Auf dem Weg liegen zahlreiche atemberaubende Wasserfälle und Aussichtspunkte, so z.B. die bekannten Three Rondavels. Der Eintritt zu den verschiedenen Punkten kostet meistens nur etwa fünf Rand, was etwa 40 Cent entspricht. Außerdem befanden sich dort etliche Verkaufsstände, wo man sich günstig mit Erinnerungen oder Geschenken für Freunde und Verwandte eindecken konnte. Diese Tour ist ebenfalls ein Muss und lässt sich hervorragend mit dem Besuch des Krüger National Park verbinden!

Als wir am Abend am Flughafen in Johannesburg ankamen, gaben wir unser Auto ab und sahen uns noch das Ende des Spiels der heimischen Bafana Bafana gegen Frankreich inmitten zahlreicher, mitfiebernden Südafrikaner an. Die kommenden zwei Tage verbrachten wir wieder im Fancamp in Pretoria, da das alles entscheidende letzte Gruppenspiel gegen Ghana in Johannesburg anstand. Das Camp war mitterweile mit etwa 250 Deutschen gefüllt. So machten wir uns frühzeitig gegen Mittag, nach einem Besuch des ehemaligen deutschen Nationalspielers Gerald Asamoah, auf den Weg nach Johannesburg ins Soccer City Stadium. Leider dauerte es etwa zweieinhalb Stunden, bis wir die etwa 90 Kilometer bewältigt hatten. Das Stadion sah schon von außen beeindruckend aus. Unser Busparkplatz war ca. 30 Minuten Fußweg vom Stadion entfernt, so erreichten wir den Eingang des Stadions eineinhalb Stunden vor Spielbeginn. Im Stadion traf man sich dann noch mit bekannten Gesichtern von vorherigen Spielen und einer Bekannten aus Heidenburg.

Foto: Stimmung gigantisch, Polizei „not amused“ – Anti-Vuvuzela-Plakate waren nicht erwünscht im deutschen Block.

Kurz vor Anpfiff war die Nervosität verdammt hoch. Als das Spiel dann so vor sich hinplätscherte und es zur Halbzeit immer noch 0:0 stand, war diese an ihrem Höchstpunkt angelangt. Leider gefiel es der Polizei nicht, dass wir Deutschen es bevorzugten, unser Team mit Gesang zu unterstützen und mit zahlreichen Anti-Vuvuzela Plakaten auf uns aufmerksam machten. So kam es dazu, dass die heimische Polizei den unteren Bereich des total friedlichen deutschen Fanblocks einnahm und sich mit den Fans anlegte. Im Endeffekt führten sie eine Person total grundlos ab, leider also auch nicht wirklich besser als ihre deutschen Kollegen! Als Mesut Özil dann endlich das 1:0 schoss, fiel Tausenden Deutschen ein Riesenstein vom Herzen. Man lag sich in den Armen und feierte danach bis zum Abpfiff. Meines Erachtens übertrieben es einige ein wenig. Es kam einem fast vor als hätte Deutschland gerade die WM gewonnen. Die Rückfahrt verlief sehr ruhig und nach der Ankunft im Camp ging es überraschenderweise für uns nicht mehr lange weiter. Unsere Betten riefen laut nach uns.

Am darauffolgenden Morgen konnten wir dann endlich die restlichen Inlandsflüge und Übernachtungen buchen, da jetzt klar war wo unsere ausstehenden Spiele stattfinden werden. Danach wurde sich noch von den in die Heimat Abreisenden Hetzerathern und Düsseldorfern verabschiedet, bevor es für uns zur Mietwagenstation in Pretoria ging. Die nächsten Tage bis zum Spiel wollen wir in Rustenburg ausruhen – also quasi die Ruhe vor dem Sturm, denn wir hoffen alle, dass die Engländer nach dem kommenden Sonntag zurück auf ihre wunderschöne Insel verfrachtet werden!

In diesem Sinne, haut die Tommys weg (Anm.d.Red. – Ist schon passiert…)

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