Wohnen in Trier – Ein Blick auf den Wohnungsmarkt für Studierende

Zahlen, Fakten und Erfahrungen

Von Patricia Becker

Wohnungssuche ist nicht nur, aber besonders für Studierende immer wieder Thema. Regelmäßige Aufrufe des Studiwerks, freie Wohnungen zu melden, und die Einrichtung von Notquartieren sprechen für sich. Aktuell hat sich auch ein bundesweites Ranking mit dieser Problematik auseinandergesetzt. Doch wie ist die Situation in Trier? 5vier.de hat recherchiert…

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Wohnanlage Tarforst in direkter Uni-Nähe (Foto: 5vier.de)

Gewöhnlich ist eine möglichst hohe Platzierung Grund zur Freude – nicht aber beim aktuellen Hochschulranking der GBI AG. Die hat anhand von 22 Faktoren – wie Mietniveau, Anzahl der Studierenden und Zahl der Wohneinheiten – den Wohnungsmarkt für Studierende in 81 deutschen Hochschulstädten analysiert und sie nach Anspannungsfaktor aufgelistet.

Angeführt wird das Ranking von München mit einem Anspannungsfaktor von 76 Punkten, gefolgt von Hamburg, Frankfurt und Köln. Trier belegt mit 38 Punkten den 23. Platz – und liegt damit unter den ersten 25, in denen die Lage nach Analyst Dr. Brauckmann als besonders kritisch einzustufen sei.

Entspannter dagegen sieht es bspw. in Dortmund, Frankfurt/Oder und Kaiserslautern aus.

So viel zu den Zahlen und Fakten.

Wie sieht die Trierer Realität aus?

Kawai, 27, kennt den Wohnungsmarkt seit Jahren aus eigener Erfahrung. Sie hat „nicht den Eindruck, dass es in Trier zu wenig Wohnungen gibt. Aber die Mietpreise sind teilweise richtig unverschämt“. Die Studentin und „echte“ Triererin wohnt derzeit in einer WG und ist mit ihrer Lage in der inzwischen vierten Wohnung durchaus zufrieden.

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Foto: 5vier.de

Schon vor dem Abi zog sie in die erste eigene Wohnung. „Für 200 bis 250 Euro eine Wohnung zu finden, war schwer“, sagt sie. Und als Schülerin in eine Studenten-WG aufgenommen zu werden ebenso. Aber: „Als Student kommt man relativ einfach in eine WG“. So habe ihre längste Suche als Schülerin ein halbes Jahr gedauert, die längste als Studentin zwei Monate.

Neben den hohen Mietpreisen sieht Kawai die Problematik der Wohnungssuche vor allem in idealisierten Beschreibungen, Vorurteilen vonseiten der Mieter – und in den Ansprüchen der Suchenden. Dass man es als Student/in bei der Wohnungssuche besonders schwer habe, glaubt sie nicht. „Es kommt drauf an, wie man sich anstellt“. Sicherlich, große Abschlussjahrgänge an den Gymnasien machten es schwerer. Doch gerade Studienanfänger, die von ihren Eltern unterstützt würden, seien bei den Berechnenden unter den Vermietern beliebt. „Schwerer wird’s für Leute, die kurz vor dem Abschluss stehen“. Und für Paare – sogar, erzählt Kawai aus ihrem Bekanntenkreis, für nicht-studentische.

Schwieriger könne sich die Suche auch mit Migrationshintergrund gestalten. Bei der Suche nach einer WG-tauglichen Wohnung hat Kawai den Test gemacht und herausgefunden, „dass die Leute ganz oft nicht antworten – bei einem ausländischen Namen“. Mehr Erfolg hätte der deutsch klingende Name der mitsuchenden Freundin gebracht.

„Trier könnte so viel mehr!“

Mit Sorge beobachtet Kawai Entwicklungen wie den Bau von Luxuswohnungen an Stellen, wo einst alte Häuser gestanden hätten, die „Gentrifizierung mancher Viertel und marode Flächen“. Stattdessen könne man ebenso gut bezahlbare Wohnungen bauen – und das schöne Stadtbild erhalten, findet die Lokalpatriotin mit chinesischen Wurzeln. „Trier könnte so viel mehr!“

Auch Andreas Wagner, Geschäftsführer des Studiwerks, sieht die Situation lange nicht so schwarz, wie die nackten Zahlen es nahe legen mögen. „Wir nehmen diese nervenzehrende Lage sehr ernst und unterstützen die Studierenden nach Kräften.“ Notunterkünfte aber, wie sie das Studiwerk deshalb anbietet, „mussten in Trier seit Jahren erfreulicher Weise nicht mehr genutzt werden.“ Auch die Wartezeit auf einen Wohnheimsplatz ist mit etwa einem halbem Jahr nicht übermäßig lang. Im Ganzen sieht Wagner sogar eine leichte Verbesserung der Lage. Aber „was weiterhin fehlt, ist preiswerter Wohnraum“. Die Schaffung öffentlich geförderten Wohnraums könne dieses Problem – zumindest in Teilen – lösen.

In seinen Einzelheiten gibt das GBI-Ranking diesen Beobachtungen recht – sowohl, was vorhandenen Wohnraum, als auch, was die verhältnismäßig hohen Mieten betrifft. Ja, die Wohnungssuche in Trier kann zum Abenteuer werden. Doch wer sich möglichst früh um eine Bleibe bemüht und etwas Durchhaltevermögen zeigt, wird sie – wie Kawai – früher oder später finden: die passende Wohnung. Helfen kann – nicht nur mit preiswerten Wohnheimsplätzen – außerdem das Studiwerk.

Mehr zu den Angeboten des Studiwerks findet Ihr hier.

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