Zugezogener Opernsänger kocht Trierer Gerichte

Singen und Kochen sind meine Leidenschaft

Kulturen kennenlernen und die Region kulinarisch erleben. Das ist das Ziel. Als erste Einbürgerungsmaßnahme versucht ein aus Bayern zugezogener Opernsänger sich an der Trierer Küche. Der Countertenor Fritz Spengler verabschiedet sich von Weißwurst und Co und begrüßt die regionalen Gerichte. Denn wie lernt man am besten eine Kultur kennen? Genau, über den Magen. Fritz Spengler präsentiert sein erstes Trierer Gericht: Die Wasserspatzen/Mehlklöße mit Kompott.

Trier. Heute werde ich zum ersten Mal in meinem Leben Mehlklöße kochen. Ich habe sie in Trier als Trierer Wasserspatzen kennengelernt. Als ich nach Trier zog, habe ich mir vorgenommen, so gut wie alle regional üblichen Gerichte nach zu kochen und zu probieren. Deshalb heute die Wasserspatzen. Probiert habe ich sie schon ein Mal in einem Lokal in der Innenstadt von Trier und war sehr begeistert. Irgendwie erinnerten sie mich an überdimensionierte Spätzle. Also sehr lecker. Vor allem war ich begeistert von den Beilagen. Ausgelassener Speck und Apfelkompott. Eine sehr schöne Mischung aus süß und salzig und trotzdem sehr schmackhaft. Einfach nicht auseinander zu denken. Da ich nicht aus der Gegend komme habe ich auch keine Oma, die mir das Rezept verraten kann.

Wasserspatzen (4)

Schließlich habe ich mich im Internet auf die Suche nach Wasserspatzen gemacht. Schnell wurde ich fündig. 35 „verschiedene“ Rezepte und doch alle gleich. Ein bisschen variierten sie in der Menge der Zutaten. Die einen nehmen 180 Gramm Mehl, 2 Eier und 100 Milliliter Wasser die anderen 400 Gramm Mehl, 4 Eier und 200 Milliliter Wasser. Natürlich darf nirgends die Prise Salz fehlen. Diese ist für den Teig natürlich sehr wichtig. Ich habe mich dann für das größere Rezept entschieden, damit man auch länger was davon hat und alle satt werden.

Meine Einkaufsliste:

400 g Mehl

4 Eier

200 ml Wasser

Ein Päckchen Speck

Äpfel zum Kompott machen; oder fertigen Apfelkompott

Wasserspatzen (3)

Nun zum Teig: Kompliziert ist dieser wirklich nicht. Man hat ja nur 4 Zutaten die man miteinander vermengen muss und das sogar auf einmal. Es ist nicht wie bei vielen anderen Teigen, bei denen man erst den Zucker mit den Eiern schaumig schlagen muss. Nein alles zusammen in die Schüssel und so lange verrühren bis ein geschmeidiger Teig entsteht. Was ich immer wichtig finde, sind hochwertige Zutaten. Denn man kann noch so gut kochen können, wenn die Zutaten schlecht oder minderwertig sind, wird das Essen nicht wirklich gut schmecken. Ein weiterer Tipp von mir: Die Eier sollten Zimmertemperatur haben, so lassen sie sich besser verarbeiten. Wenn der Teig schön geschmeidig ist, sollte man ihn mindestens 30 Minuten ruhen lassen. Ist die Zeit vorbei, einfach einen großen Topf mit Wasser nehmen und zum kochen bringen. Dann ein bisschen Salz hinein. Fast wie beim Spaghetti kochen. Die Wasserspatzen nun mit einem Löffel zu einem Art Kloß formen und in das Wasser lassen. So bald sie an der Oberfläche schwimmen sind sie fertig. Ich habe sie ein bisschen länger im Wasser gelassen um sicher zu gehen, dass sie auch richtig durch bzw. fertig sind.

Wasserspatzen (5)

Ausgelassenener Speck und Apfelkompott: Den Speck einfach in Würfel schneiden und in eine beschichtete Pfanne geben. Diese sollte noch kalt sein. Dann ab damit auf den Herd und bei voller Hitze braten. Bald merkt man, dass der Speck fett lässt. Einfach warten und immer ein bisschen wenden. Wie man Apfelkompott macht, beschreibe ich jetzt nicht. Das machen wir gerne ein andermal. Ich habe schon im Herbst eine große Menge eingemacht und kann daher auf meine Vorratskammer zurückgreifen. Alternativ kann auch der fertige aus dem Supermarkt herhalten. Frischer wird natürlich bevorzugt.

Wasserspatzen (1)

Die fertigen Spatzen einfach kurz zum Speck geben und wenden. Dadurch werden sie außen auch noch etwas braun und bekommen den vollen Speckgeschmack. Jetzt ist alles fertig und muss nur noch auf dem Teller angerichtet werden.

Wasserspatzen (2)

Ich wünsche viel Spaß beim Nachkochen und guten Appetit. Mir hat es auf jeden fall sehr geschmeckt und ich bin froh es ausprobiert zu haben. Meine nächste Trierer Spezialität wird dann das Trierer Teerdisch sein. Diesen habe ich am Zurlaubener Weinfest letztes Jahr probiert. Ich bin schon sehr gespannt wie einfach oder schwer es wird, diese kleine Köstlichkeit nach zu kochen.   

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