Zwei Fliegen mit einer Klappe – Der letzte Vorhang und HAIR

Zwei Premieren diese Woche im Theater Trier

In dieser Woche starten gleich zwei neue Stücke dieser Spielzeit: Die Studioproduktion DER LETZTE VORHANG und das Erfolgsmusical HAIR. 5vier.de fasst kurz für euch zusammen, warum es lohnt in diese beiden Stücke zu gehen.

Theater Trier

DER LETZTE VORHANG

Ein Schauspieler-Paar wie es im (Dreh-)Buche steht: Lies und Richard. Das erfolgreiche Paar feiert Erfolge am laufenden Band, läuft zudem auf der Bühne zu ungeahnten schauspielerischen Höhen auf. Doch sie teilen sich nicht nur die Bühne, sondern auch das Bett. Bis Lies eines Tages der Bühne und Richard den Rücken kehrt, unvermittelt einen Gynäkologen heiratet und mit ihm nach Frankreich auswandert. Richard bleibt nach 20 gemeinsamen (Bühnen-)Jahren allein zurück. Sein neuer Wegbegleiter wird bald die Flasche.

Peter Singer in Dantons Tod
Peter Singer in Dantons Tod

10 Jahre später ist diese es immernoch. Nicht mehr wegzudenken. Dafür denkt keine seiner weiblichen Kolleginnen mehr daran die Bühne mit ihm zu betreten. Richard genießt mittlerweile den Ruf eines allürenhaften, arroganten Alkis. Da kann nur eine aus der Situation helfen: Lies. Sie wird hergerufen um die große Premiere zu retten, die Richard bevor steht. Dabei geht es bald nicht mehr nur darum die Premiere zu retten.

Die beiden Protagonisten heißen nicht umsonst Lies und Richard. Kein anderes Schauspielerpaar hätte ihre Situation besser nachempfinden können als Liz Taylor und Richard Burton, selbst ein Paar bei dem es in der Beziehung auf und ab ging. Getragen von überragendem beruflichen Erfolg und herunter gezogen von privaten Katastrophen, um im nächsten Moment wieder auf Wolke 7 zu schweben. Das Stück von der niederländischen Autorin Maria Goos empfindet nicht nur die außergewöhnliche Beziehung dieser beiden außergewöhnlichen Schauspieler nach, sondern wirft dabei auch einen Blick auf die Arbeit des Schauspielers selbst. Wie die Arbeit eines Schauspielers und die Liebe zweier Menschen zusammenpassen, kann man unter der Inszenierung von Rolf Heiermann ab diesen Donnerstag, den 20.Februar 2014 im Studio des Theaters Trier sehen.

Dieses Stück lohnt schon wegen seiner beiden Hauptdarsteller: Peter Singer und Sabine Brandauer. Die beiden renommierten Schauspieler spielen zwei renommierte Schauspieler. Da es sich bei Peter Singer um seine letzte Spielzeit handelt, sollte jede Gelegenheit genutzt werden den Charakterdarsteller zu sehen. Sabine Brandauer beweist immer wieder ihre feurige Spielweise und ihre große Wandlungsfähigkeit. Prädikat: zwei gute Schauspieler bei der Arbeit zusehen können ist hier ein doppeltes Vergnügen.

 

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HAIR

Wallende, bunte Kleider, Friedenssymbole um den Hals und natürlich Blumen im langen, offenen Haar. So stellt man sich das typische Blumenkind der 60er Jahre vor. Den Hippie. Mit ihrer friedlichen, aber nicht weniger aussagekräftigen Lebensweise haben sie nicht nur eine ganze Generation geprägt, sondern sich zudem gegen die verstaubten Ansichten der Vorgenerationen aufgelehnt und natürlich gegen den Krieg.

Übernimmt die Rolle der Sheila - Nadine Eisenhardt
Übernimmt die Rolle der Sheila – Nadine Eisenhardt

Genau um dieses Lebensgefühl von Freiheit, Harmonie, Frieden und gesellschaftlichem Neustart geht es in dem Rockmusical HAIR. Das beliebte Musical, welches in Deutschland sogar als eines der erfolgreichsten aller Zeiten gilt, soll nun auch im Theater Trier das neue Zugpferd der Spielzeit sein. Nach der WEST SIDE STORY und EVITA also ein weiteres Musical.

In diesem geht es um die beiden Freunde Claude und Berger, die ein Hippieleben nach allen Regeln der Kunst leben. Sie lehnen sich mit unangreifbarer Gelassenheit und Frieden gegen die Strenge und Disziplin der eingestaubten Eltern-Generation auf. Bis der Vietnamkrieg die Idylle zerstört und die beiden Freunde in die harte Realität zurückholt.

Eine Zeit, die bis heute eine ganze Generation und noch Generationen danach fasziniert und geprägt hat. Die Hippiebewegung mit ihrer Vorstellung von freier Liebe, Frieden und Harmonie, aber auch Drogenkonsum, Traumvorstellungen und einer gewissen Naivität sind bis heute Inspiration und Faszination. Aber stoßen bei vielen auch auf Kritik und Unverständnis. Die Inszenierung dieses beliebten Musical-Hinguckers und -Hinhörers übernimmt Intendant Gerhard Weber.

Warum ein Besuch des Musicals HAIR lohnenswert ist, liegt auf der Hand: Nirgends werden Lebens- und Denkweise dieser besonderen Zeit besser, farbenfroher und unterhaltsamer eingefangen. Wer (noch) nicht mitsingen kann bei Songs wie „I believe in love“ oder „Hippie Life“, kann sich immerhin an den farbenfrohen Hippie-Kostümen erfreuen. Prädikat: von Natur aus unbedingt sehenswert!

Fotos: Archiv

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