Deutsch und Deutschland lieben lernen

Stadt und Uni Trier begrüßen 97 Studenten aus aller Welt zum 46. Ferienkurs

Natürlich wurde bei der offiziellen Eröffnung des Internationalen Ferienkurses der Universität Trier auch über das Wetter geredet, über den ungewöhnlich heißen Sommer in Deutschland und den auffallend kalten Winter auf der südlichen Erdhalbkugel. „Schließlich ist das Klima etwas, was uns weltweit verbindet“, so Universitätspräsident Michael Jäckel. Was die knapp 100 Teilnehmer aus 39 Nationen vor allem vereint, ist der Wunsch, die deutsche Sprache zu lernen und Trier, Deutschland sowie viele Menschen aus anderen Ländern und Kulturen kennenzulernen. Das ist es, was den gestern zum 46. Mal eröffneten Trierer Ferienkurs ausmacht.

Tadeas Palko möchte in seinem Heimatland Slowakei einmal Deutsch und Sport unterrichten. Er hat daher in der breiten Palette von Summerschools deutscher Universitäten gezielt nach einem geeigneten Programm gesucht. An der Uni Trier hat er es gefunden. „Das Angebot hat für mich optimal gepasst“, sagt der Student der Konstantin Universität im slowakischen Nitra. Die Trierer Uni fördert über die halbtäglichen Deutsch-Sprachkurse auf unterschiedlichen Niveaus hinaus Dozenten in Deutsch als Fremdsprache. Dass Trier eine schöne Stadt mit vielen Sehenswürdigkeiten und gutem Wein ist, hat Tadeas Palkos Entscheidung nur erleichtert.

Die schönen Seiten Triers und der Region hat auch eine seiner Kommilitoninnen erkannt. Solomiia Pruska hat in ihrem Heimatland Ukraine in der Schule Deutsch gelernt und ein Jahr lang in Deutschland gelebt. Ihre Sprachkenntnisse möchte sie lebendig und auf einem hohen Niveau halten. Vielleicht helfen ihr diese Sprachkenntnisse später im Job weiter. Solomiia Pruska studiert in Polen an der Schlesischen Universität Kattowitz Internationale Polnische Studien. Daher ist das wissenschaftliche Begleitprogramm des Ferienkurses für sie interessant: Nach den Sprachkursen am Vormittag können die Teilnehmer nachmittags wissenschaftliche Vorträge aus unterschiedlichen Gebieten hören.

In den kommenden vier Wochen tragen die 97 jungen Menschen aus 39 Nationen dazu bei, die älteste Stadt Deutschlands mit den jüngsten Menschen, so Oberbürgermeister Wolfram Leibe bei der Begrüßung im Ratssaal, noch ein bisschen jünger und internationaler zu machen. Er lud die Teilnehmer ein, nach dem Ende der Summerschool nach Trier zurückzukehren – ob als Touristen oder als Studenten. „Die Trierer Universität ist nicht zu groß, da kennen die Professoren ihre Studenten noch“, warb Leibe für das Studium in seiner Stadt. Das wäre ganz im Sinn von Michael Jäckel, der auf die Überzeugungskraft der Summerschool vertraut. Der Präsident selbst ist einer der größten Fans: „Der Ferienkurs ist für mich immer ein Höhepunkt in meinem Jahreskalender.“

Der älteste und die beiden jüngsten Teilnehmer des Ferienkurses im Gespräch: Der 55-jährige Jose Marcos Neutzling (Mitte) aus Brasilien und die beiden 18-jährigen Xiqing Gao aus China (links) und Ali Behbudov aus Aserbaidschan.

Dem besonderen Charme dieses Happenings ist auch Volker Meise verfallen. In diesem Jahr unterrichtet der Deutsch-Dozent bereits zum 15. Mal. „Ich freue mich in jedem Jahr darauf, dass es im August losgeht. Es ist immer wieder eine erfrischende und bereichernde Erfahrung.“ Eigentlich wollte er nach diesem Kurs überlegen, ob er weitermacht. Aber schon am ersten Tag des neuen Kurses stand für ihn fest, dass er nun die „20“ ins Visier nehmen wird.

Glaubt man aktuellen Klimastudien, wird Volker Meise auch 2019 wieder mit den Summerschool-Studierenden um die Wette schwitzen. Womit wieder das Wetter ins Spiel käme. Jose Marcos Neutzling erlebte innerhalb weniger Tage die zwei Seiten der Klima-Medaille. In seiner brasilianischen Heimatstadt Porto Alegre brach er bei ungewöhnlicher brasilianischer Winterkälte von zwölf Grad ins glutheiße Trier auf. Der 55-Jährige ist in diesem Jahr der älteste Student. Wie alle jüngeren Kommilitonen möchte auch er sein Deutsch verbessern. Allerdings auch aus einem speziellen Grund. Es ist die Sprache seiner Vorfahren, die Anfang des 19. Jahrhunderts aus dem Hunsrück nach Brasilien auswanderten.

Bei diesen familiären Wurzeln dürfte es ihm leichtfallen, sich den Wunsch der Ferienkurs-Verantwortlichen Birgit Roser und Stefanie Morgen zu eigen zu machen: „Tauchen Sie in diesen Kurs ein und genießen Sie alle Erfahrungen. Lernen Sie Deutschland und die deutsche Sprache zu lieben.“

Stichworte:

Kommentare (0)

Trackback URL | RSS

Antworten

Wir freuen uns über Kommentare und möchten allen Lesern die Möglichkeit geben, kritisch zu den Themen und Artikeln Stellung zu beziehen und ihre Meinung kundzutun. Wir behalten uns das Recht vor, jeden Kommentar vor Veröffentlichung redaktionell zu überprüfen und nur Kommentare freizuschalten, die sich sachlich mit dem Thema des Beitrags beschäftigen.
Spielregeln