Eintracht Trier: Fabian Zittlau feiert Comeback

Viereinhalb Monate kein Pflichtspiel und dann gleich innerhalb von vier Tagen 180 Minuten absolviert: Fabian Zittlau

Von Benedikt Rupp

Viereinhalb Monate ist es her, dass SVE-Linksverteidiger Fabian Zittlau zuletzt eine Partie für die Moselstädter absolvierte. Beim 6:1-Auswärtserfolg gegen Hessen Kassel lief der 23-jährige mit dem Blau-Schwarz-Weißen Dress das letzte Mal in einem Pflichtspiel auf. Am Mittwoch war es dann wieder soweit: Zittlau gab sein Comeback beim 5:0-Pokalhalbfinalsieg in Mülheim-Kärlich und lieferte über 90 Minuten eine ordentliche Leistung ab. Auch in der Liga vertraute Trainer Jens Kiefer auf Zittlau, der wiederum die komplette Distanz zurücklegte. 5vier hat mit dem jungen Außenverteidiger der Eintracht gesprochen.

Eintracht Trier - TuS Koblenz

Fabian Zittlau ist zurück: Nach zehnwöchiger Verletzungspause konnte der beidfüßige Abwehrspieler endlich wieder die Fußballschuhe schnüren und für die Eintracht auflaufen. Am vergangenen Mittwoch bot sich die erste Chance für den ehemaligen Rostocker. Im Pokalhalbfinale gegen die SG Mülheim-Kärlich stand Zittlau das erste Mal seit dem Auswärtssieg in Kassel im Dezember des abgelaufenen Jahres wieder in einem Pflichtspiel auf dem Platz und bot somit eine wichtige Alternative für die momentan äußerst prekäre Personalsituation beim SVE. Zittlau hatte sich im Trainingslager in Belek eine Schambeinentzündung zugezogen.

Der gebürtige Sachse konnte zunächst lange Zeit nicht trainieren und ließ sich nach ein paar Wochen in der Bundeshauptstadt behandeln. „Die ersten fünf bis sechs Wochen war besonders Ruhepause angesagt. Danach war ich zweieinhalb Wochen in Berlin und habe dort ein Rehaprogramm absolviert. Zum einen habe ich Physiotherapie gemacht, zum anderen habe ich viel individuell trainiert, vor allem Kraft- und Dehnungsübungen. Es ging dabei darum, wieder Stabilität reinzubekommen und die Verletzungsregion zu entlasten“, schildert Zittlau den Verlauf seiner Verletzung.

Erste längere Verletzungspause – Comeback im Pokal

Pokal Muelheim-Kaerlich - Eintracht Trier

Fabian Zittlau gab im Pokal sein Comeback

SVE-Trainer Jens Kiefer brachte den 23-jährigen Linksverteidiger am Mittwoch im Pokalhalbfinale gleich von Beginn an. Und Zittlau lieferte eine souveräne und abgeklärte Vorstellung ab. „Ich war vorher noch nie länger verletzt und da merkt man doch erst mal, dass einem der Fußball, vor allem der Teamgeist und der Mannschaftssport gefehlt hat. Und da war es natürlich schön, dass alles relativ schnell ging und ich gleich nach ein paar Einheiten wieder mitmachen konnte“, erzählt Zittlau von dem Gefühl, wieder auf dem grünen Rasen gestanden zu haben.

Und gleich in seinem ersten Spiel in diesem Jahr ging die Eintracht auch als Sieger vom Platz. 5:0 schoss der SVE die Gastgeber aus Mülheim-Kärlich vom Feld. Damit zog das Team von Jens Kiefer ins Rheinlandpokal-Finale ein, in dem es am 28. Mai gegen den Rheinlandligisten SG Altenkirchen geht. „Der Sieg im Pokal war extrem wichtig. Wir wollen nächstes Jahr auf jeden Fall wieder DFB-Pokal spielen. Wir wissen auch, dass wir die Einnahmen brauchen und dementsprechend sind wir da auch aufgetreten“, meint Zittlau.

Zwei Partien innerhalb von vier Tagen: „Eine intensive Woche“

20140426 Eintracht Trier - Mainz II, Foto: 5vier.de

Nach zuletzt einigen enttäuschenden Partien feierte der SVE einen Achtungserfolg.

Nachdem Fabian Zittlau im Pokal 90 Minuten durchspielte, brachte ihn Coach Kiefer auch gegen die Zweitvertretung des FSV Mainz 05 von Anfang an.  Die zweite Begegnung absolvierte der Abwehrspieler des SVE ebenso über die volle Spieldauer. Sein Team gewann auch dieses Spiel. Am Ende hieß es 1:0 durch einen Treffer von Alon Abelski.

Die Partie in der Liga am gestrigen Samstag „war noch wichtiger für mich, vor allem zu sehen, dass ich da von der Luft her schon mithalten kann. Und es hat alles gut geklappt. Jetzt bin ich natürlich erst einmal ziemlich im Eimer. Aber wir haben zwei Tage frei bekommen und da hoffe ich, dass ich mich wieder gut regenerieren kann. Denn es war wirklich eine sehr intensive Woche. Dadurch, dass ich die drei Wochen davor aber schon individuell gut gearbeitet hatte, wird es wohl kein großes Problem sein, sich zu erholen“, erklärt Zittlau, der bereits seit 2010 das Eintracht-Trikot überstreift.

 „Werden in der Liga nicht abschenken“

In der Liga lief es in der Rückrunde bislang alles andere als gewünscht. Die letzten Begegnungen endeten meist sehr enttäuschend. Nur einen Sieg in zehn Partien konnte die Kiefer-Truppe bis zum gestrigen Spiel erringen. Die Relegationsplätze sind längst nicht mehr in Reichweite. Dennoch bedeutete der Heimsieg gegen die Reserve von Mainz 05 mehr als der Tabellenstand aussagt. „Es war wichtig, dass wir zuhause mal wieder gezeigt haben, dass wir mit den anderen Teams mithalten und auch wieder gewinnen können. Ich denke, die Zuschauer haben gesehen, dass wir gut dagegengehalten haben und dann eben auch mit ein bisschen Glück und Geschick einen verdienten Dreier eingefahren haben“, so Zittlau.

Pokal Muelheim-Kaerlich - Eintracht Trier

Die Eintracht will auch in den nächsten Partien wieder jubeln.

Auch wenn der Fokus ganz klar auf dem Pokalfinale Ende Mai liegt, wollen die Trierer in den nächsten Spielen ihre aufsteigende Form wieder unter Beweis stellen und versuchen als Sieger vom Platz zu gehen. „Wir haben vor dem Pokalfinale noch ein paar Partien, die wir auf jeden Fall gewinnen wollen. Jeder will gewinnen, jeder spielt um einen Vertrag, jeder will gute Aktionen haben und sich zeigen, entweder hier in Trier oder für einen anderen Verein. Von daher sehe ich das überhaupt nicht so, dass wir die Spiele abschenken werden. Im Umfeld sind auch alle wieder viel zufriedener, wenn man wieder gewinnt und das sind wir den Zuschauern auch schuldig“, meint der ehemalige Akteur von Hansa Rostock.

Vor allem der von Zittlau angesprochene Aspekt, dass die meisten Spieler des SVE um einen neuen Vertrag spielen, wird wohl ein wichtiger Grund dafür sein, dass sich jeder in den nächsten Begegnungen reinhauen wird. Die aktuelle Vertragssituation – nur Christoph Anton, Michael Dingels und Christoph Buchner haben bislang ein Arbeitspapier für die kommende Saison erhalten – bewertet Zittlau zwar für manche Spieler als „schwierige Lage“, aber es sei „ein Stück weit auch Normalität“. In absehbarer Zeit werden sich die SVE-Verantwortlichen mit den einzelnen Akteuren zusammensetzen und über einen neuen Vertrag verhandeln. „Wir sind  so informiert worden, dass in den nächsten Tagen mit uns allen geredet wird  und dann weiß jeder, wo die Reise hingeht“, meint Zittlau abschließend.

Stichworte:

Kommentare (0)

Trackback URL | RSS

Antworten

Wir freuen uns über Kommentare und möchten allen Lesern die Möglichkeit geben, kritisch zu den Themen und Artikeln Stellung zu beziehen und ihre Meinung kundzutun. Wir behalten uns das Recht vor, jeden Kommentar vor Veröffentlichung redaktionell zu überprüfen und nur Kommentare freizuschalten, die sich sachlich mit dem Thema des Beitrags beschäftigen.
Spielregeln