Trier. Mehr als 150 Einsatzkräfte des Katastrophenschutzes haben am Samstag in Trier einen großflächigen Stromausfall geübt. Im Rahmen des zweiten landesweiten Übungstages wurde getestet, wie die Stadt und ihre Hilfsorganisationen reagieren, wenn das gesamte Stadtgebiet von einem sogenannten Blackout betroffen ist. In ganz Rheinland-Pfalz waren rund 3500 Einsatzkräfte an der Übung beteiligt.

Stromausfall breitet sich im Übungsszenario über ganz Trier aus
Das Übungsszenario begann gegen 9 Uhr: Nach einem simulierten Unwetter mit Starkregen fiel auf der linken Moselseite der Strom aus. Gegen 10.30 Uhr wurde der Stromausfall auf die rechte Moselseite ausgeweitet. Damit war – ausschließlich für die Übung nachgestellt – das gesamte Stadtgebiet betroffen.
Die Integrierte Leitstelle Trier alarmierte daraufhin die laut „Alarm- und Einsatzplan Stromausfall“ vorgesehenen Einheiten. Zusätzlich nahm die Feuerwehr-Einsatzzentrale (FEZ) ihren Betrieb auf. Diese wird bei Flächenlagen von haupt- und ehrenamtlichen Feuerwehrangehörigen besetzt und koordiniert die Einsatzmaßnahmen.
25 Notfall-Anlaufstellen erstmals gleichzeitig in Betrieb
Im gesamten Stadtgebiet rückten Einsatzkräfte der Berufsfeuerwehr, der elf freiwilligen Feuerwehren, des Technischen Hilfswerks (THW), des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB), des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) und des Malteser Hilfsdienstes (MHD) aus.
Sie nahmen die vorgeplanten Notfall-Anlaufstellen in Betrieb. Auch Teile der Stadtverwaltung und die Stadtwerke Trier (SWT) waren an der Übung beteiligt. Insgesamt waren mehr als 150 Einsatzkräfte im gesamten Stadtgebiet im Einsatz. Erstmals wurden dabei alle 25 über das Stadtgebiet verteilten Notfall-Anlaufstellen gleichzeitig hochgefahren.
Das erste Fazit von Feuerwehr-Chef Andreas Kirchartz und Bernd Pulm vom Amt für Organisation der Stadt Trier fiel am Samstagmittag positiv aus: Die Zusammenarbeit zwischen Feuerwehren, Stadtverwaltung und Hilfsorganisationen habe funktioniert. Alle 25 Notfall-Anlaufstellen nahmen ihren Betrieb auf und waren nach kurzer Zeit einsatzbereit.
Kleinere technische Probleme werden ausgewertet
Auch Florian Zonker, bei der Berufsfeuerwehr für den Bevölkerungsschutz verantwortlich, zeigte sich mit dem Ablauf der komplexen Übung zufrieden. „Unterm Strich hat alles gut funktioniert. Wir sind organisatorisch gut aufgestellt, unsere Feuerwehren und die Hilfsorganisationen haben einen guten Job gemacht.“
In einzelnen Fällen seien kleinere technische Probleme aufgetreten. Diese konnten während der Übung erkannt werden und sollen nun behoben werden. „Die haben wir erkannt und werden sie jetzt abstellen, genau dafür sind Übungen ja da“, resümierte Zonker. In den kommenden Tagen sollen die Ergebnisse der Übung detailliert ausgewertet werden.
Grundsätzlich sieht der Katastrophenschützer die verschiedenen Ebenen und Einheiten gut auf einen möglichen Stromausfall vorbereitet. Gleichzeitig betonte er, dass die Vorbereitung nicht allein Aufgabe von Feuerwehren, Behörden und Hilfsorganisationen sei.
Appell an die Trierer Bevölkerung
„Es ist sehr wichtig, dass die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Trier sich ebenfalls vorbereiten, damit wir solche Krisen, wenn sie uns treffen sollten, gemeinsam gut bewältigen können. Deswegen mein Appell: Bereiten Sie sich vor und legen Sie sich einen Notfallvorrat an, Listen und Tipps finden Sie auf der Webseite der Stadt Trier.“
Die Übung sollte damit nicht nur die Einsatzabläufe der professionellen und ehrenamtlichen Helfer überprüfen, sondern auch die Bedeutung der persönlichen Vorsorge verdeutlichen.
Stadtvorstand besucht Notfall-Anlaufstellen
Für den Stadtvorstand waren Bürgermeisterin Britta Weizenegger und Feuerwehr-Dezernent Ralf Britten vor Ort. Sie besuchten mehrere der eingerichteten Notfall-Anlaufstellen und informierten sich über den Ablauf der Übung. Weizenegger unterstrich die Bedeutung einer guten Vorbereitung auf mögliche Krisensituationen. „Solche Übungen sind sehr wichtig. Nicht nur bei schweren Unwettern kann es einen großflächigen und langanhaltenden Stromausfall geben. Auch angesichts der heutigen Ereignisse in der Welt müssen wir solche Szenarien proben“, sagte die Bürgermeisterin.
Ralf Britten dankte den zahlreichen haupt- und ehrenamtlichen Einsatzkräften für ihren Einsatz. „Vielen Dank den vielen haupt- und ehrenamtlichen Einsatzkräften, die heute ihre Freizeit opfern, um unsere Stadt auf solche Szenarien vorzubereiten.“
PM Presseamt Trier
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