Mehr Pro als Kontra – Music Monday

Kontra K spielte beim ausverkauften Porta³

Am Freitagabend war 5vier.de beim Porta³, um sich mit Kontra K einen der erfolgreichsten Rapper dieser Zeit anzusehen. Bei bestem Wetter und bester Laune wusste der Berliner seine Anhänger mitzuziehen. Dabei zeigte er das, was man von ihm erwartet – ohne besonders kreativ zu sein.

Trier. Die Open-Air-Reihe Porta³ ist trotz der noch nicht allzu langen Historie schon ein fester Bestandteil des Trierer Veranstaltungskalenders. Seit 2015 waren schon allerhand Stars vor dem Schwarzen Tor vorzufinden. Rocker, Popper, Raggae-Sänger, Klassiker und Kabarettisten der obersten Güte fanden in den letzten Jahren ihren Weg in die älteste Stadt Deutschlands. In diesem Jahr feiert endlich ein weiteres Genre Premiere, das nochmal eine ganz andere Zielgruppe anlockt: Rap.

Popp Concerts wählten dazu einen der namhaftesten Vertreter aus Deutschland: Kontra K hat erst letzten Monat mit Erde und Knochen sein drittes Nr. 1 Album innerhalb von drei Jahren veröffentlicht. Die auf YouTube seitdem hochgeladenen Videos wurden mal in sieben-, mal in achtstelliger Höhe aufgerufen.

Mit Kontra K erstmals HipHop beim Porta³

Glück ist das nicht, sagt der Rapper selber in seinem erfolgreichsten Video, sondern das Ergebnis von Blut, Schweiß und Tränen. Diese Phrase repräsentiert keiner mehr als Kontra K. Schließlich ist er seit Jahren Kampfsportler und -trainer, arbeitet mit Jugendlichen in Berlin um sie in ihrem Selbstwert zu stärken. Davon berichtete er beispielsweise in einem (Streit-)Gespräch mit der heutigen Justizministerin und Schweicherin Katarina Barley. Seine Themen drehen sich gefühlt ausschließlich um Motivation, Loyalität, das Letzte aus sich rauszuholen. In der Breite nicht sonderlich kreativ, aber die Aussage kommt bei den Hörern an.

Was Karl Marx wohl zur Generation Insta gesagt hätte? Foto: 5vier.de / Manuel Maus

Was Karl Marx wohl zur Generation Insta gesagt hätte? Vor-Act und Back-Up Riko. Foto: 5vier.de / Manuel Maus

So verläuft auch das Konzert am vergangenen Wochenende: Die Show ist unspektakulär, ein wenig Pyrotechnik bildet die Spitze. Es gibt zwei Back-Ups an den Mikros, einer von ihnen ist Rico, der zu Beginn des Konzertabends seine Solo-Stücke rappt und singt. Bei ihm geht es um Instagram, Frauen und was sonst heutzutage in der Pop-Musik gefragt ist.

Kontra K wird radiotauglicher

Besonders ist die Live-Band, die den Liedern guttut. Es ist viel Energie auf Bühne, was bei dem Berliner selbstverständlich ist. Kreativität gibt es bei den Beats wie auf Oder Nicht, Zwischen Himmel & Hölle oder Soldaten 2.0, auf denen Klassiker wie Your Woman, Love Is A Battlefield und Bitter Sweet Symphony gesampelt wurden. Somit wurde Kontra K auch radiotauglicher, doch die Verbindung zu der Jugend verlor er dadurch nicht, wie man dem jungen Publikum ansieht.

Ungewohnt angezogen: Kontra K. Foto: 5vier.de / Manuel Maus

Ungewohnt angezogen: Kontra K. Foto: 5vier.de / Manuel Maus

Durch den enormen Output kann er während den gut zwei Stunden aus den Vollen schöpfen. Zu Beginn werden eher die neueren, mainstreamigen Hits gespielt, später die älteren. Im Laufe des Abends wird es Kontra immer wärmer, was ihn erst das Hemd, dann das Unterhemd ausziehen lässt. Der Anblick gehört zu seinem Repertoire mindestens genauso wie seine Songs, was für die Liebhaber muskulöser Männeroberkörper natürlich ein Augenschmaus ist. Für andere ist es wie seine monothematische Textauswahl eine Form der Oberflächlichkeit.

Trotzdem darf man nicht vergessen, dass seine Botschaft seit Jahren eine positive ist. So sagt er beispielsweise an die Heranwachsenden: „Macht was aus euch, egal was.“ Eine Message, die einige seiner Rap-Freunde viel zu wenig in ihren Texten artikulieren. Und somit ist Kontra K nicht nur für die Jugend ein gefragter Künstler, auch ihre Eltern hören sich ihn guten Gewissens an.

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