Trier. Wie bewahrt man jahrhundertealte Bücher für die Zukunft? Was verrät ein Wasserzeichen über historisches Papier? Wie werden archäologische Funde restauriert – und welche Bedingungen benötigen empfindliche Kunstwerke in einer Ausstellung? Rund um den Tag der Restaurierung öffnen die Häuser der Museumsstadt Trier und die Römerbauten im Zentrum der Antike ihre Türen und ermöglichen seltene Einblicke hinter die Kulissen. Bei Führungen, Workshops und Gesprächen mit Expertinnen und Experten erfahren große und kleine Gäste, wie vielfältig die Arbeit in Restaurierung, Konservierung und Denkmalpflege ist.

Restaurierungsgeschichte der Kaiserthermen
Bereits am Donnerstag, 15. Oktober, um 15.30 Uhr führt Dr. Karl-Uwe Mahler in den Kaiserthermen durch fast 150 Jahre Restaurierungsgeschichte. Unter dem Titel „Vergangene und aktuelle Restaurierungen in den Kaiserthermen“ zeigt er, welche Herausforderungen der Erhalt der monumentalen römischen Ruinen mit sich bringt und welche Maßnahmen heute zu ihrer Sicherung beitragen. Treffpunkt ist der Eingang der Kaiserthermen.
Kinder entdecken die Kunst der Restaurierung
Am Freitag, 16. Oktober, von 10 bis 12 Uhr richtet sich das Rheinische Landesmuseum Trier mit „Die Kunst der Restaurierung“ an Kinder zwischen sieben und elf Jahren. Gemeinsam mit Sammlungsleiter Jost Mergen entdecken die jungen Teilnehmerinnen und Teilnehmer historische Fundstücke aus Ton, Glas und Stein.
Anschließend geht es selbst ans Werk: Gemeinsam mit dem Team der Restaurierungswerkstatt stellen die Kinder eine Gipskopie eines römischen Löwenköpfchens her und gestalten diese. Treffpunkt ist das Museumsfoyer im Landesmuseum.
Historische Bücher mit den Augen einer Restauratorin
Am Sonntag, 18. Oktober, steht schließlich die Arbeit der Restauratorinnen und Restauratoren in mehreren Häusern der Museumsstadt im Mittelpunkt. Um 11 Uhr lädt die Schatzkammer der Wissenschaftlichen Bibliothek zur Führung „Die Schatzkammer mit den Augen einer Restauratorin sehen“ ein. Papierrestauratorin Maria Krämer zeigt, warum Materialien, möglichst wenig Licht und sogar der richtige Betrachtungswinkel für den Erhalt wertvoller Bestände entscheidend sind. Dabei lenkt sie den Blick auf Details, die Besucherinnen und Besuchern sonst leicht verborgen bleiben.
Von 14 bis 17 Uhr können Interessierte Maria Krämer im Lesegarten der Wissenschaftlichen Bibliothek zudem direkt bei ihrer Arbeit beobachten. Unter dem Motto „Der Restauratorin über die Schulter geschaut“ wird ein historisches Trierer Kochbuch restauriert. Wie wird ein Riss im Papier geschlossen? Woran lassen sich unterschiedliche Lederarten erkennen? Und was verraten Siebstruktur und Wasserzeichen?
Besucherinnen und Besucher können Materialien und Arbeitsweisen der Papierrestaurierung kennenlernen und eigene Fragen zum konservatorischen Umgang mit historischen Büchern und Papieren stellen. Das Angebot ist kostenfrei und ohne Anmeldung zugänglich.
„Frag doch den Restaurator!“ im Museum am Dom
Auch das Museum am Dom macht am Sonntag, 18. Oktober, Restaurierung zum Dialog. Von 14 bis 16 Uhr heißt es dort „Frag doch den Restaurator!“. Restaurator Stefan Schu gibt Einblicke in seine tägliche Arbeit und erklärt, wie historische Objekte untersucht, konserviert und restauriert werden.
Im Mittelpunkt stehen dabei nicht nur Materialien und handwerkliche Techniken, sondern auch die Entscheidungen, die jeder Restaurierung vorausgehen: Was sollte gereinigt oder ergänzt werden – und wann gehört gerade eine sichtbare Alterung zur Geschichte eines Kunstwerks? Fragen aus dem Publikum sind ausdrücklich erwünscht.
Rheinisches Landesmuseum öffnet Restaurierungswerkstatt
Im Rheinischen Landesmuseum Trier heißt es am Sonntag von 14 bis 16 Uhr ebenfalls „Ganz nah dran“. Expertinnen und Experten aus Sammlung, Forschung und Restaurierung führen durch die Restaurierungswerkstatt und das sonst verborgene Sammlungsdepot.
Archäologische Fundstücke können dabei analog und digital unter dem Mikroskop betrachtet werden. Die Führung vermittelt, wie Objekte untersucht, dokumentiert, bewahrt und für zukünftige Generationen erhalten werden.
Ausstellung „Jüdisches Leben im Mittelalter“ gibt Einblicke
Das Stadtmuseum Simeonstift richtet den Blick am Sonntag der Restaurierungswoche darauf, welche Rolle konservatorische Anforderungen bereits bei der Planung einer Ausstellung spielen. Um 10 und 15 Uhr führt „Wie eine Ausstellung entsteht – Ein Blick hinter die Kulissen der Ausstellungsplanung“ durch die Sonderausstellung „Jüdisches Leben im Mittelalter“.
Gold, Stein, organische Materialien, Pergament oder Papier reagieren ganz unterschiedlich auf Licht, Temperatur und Luftfeuchtigkeit. Die Führung zeigt, wie diese Anforderungen bei der Auswahl, Präsentation und Zusammenstellung wertvoller Exponate berücksichtigt werden müssen.
Restaurierung bewahrt Trierer Kulturerbe für kommende Generationen
Mit dem gemeinsamen Programm zeigt die Museumsstadt Trier, dass Restaurierung weit mehr bedeutet, als beschädigte Kunstwerke zu „reparieren“. Sie verbindet naturwissenschaftliche Untersuchung, handwerkliches Können und kulturhistorisches Wissen mit der Frage, wie das materielle kulturelle Erbe für kommende Generationen bewahrt werden kann.
Information und Anmeldung
Für die Führung in der Schatzkammer um 11 Uhr ist aufgrund der auf 20 Personen begrenzten Teilnehmerzahl eine vorherige Anmeldung unter veranstaltungenweba@trier.de erforderlich. Es gilt der reguläre Eintrittspreis der Schatzkammer. Das Angebot von 14 bis 17 Uhr im Lesegarten ist kostenfrei und ohne Anmeldung zugänglich.
Für die Angebote des Rheinischen Landesmuseums Trier und der Kaiserthermen wird aufgrund begrenzter Plätze um Anmeldung unter muspaed.rlmt@gdke.rlp.de gebeten. Für die Führung in den Kaiserthermen und die Führung am Sonntag fällt jeweils lediglich der reguläre Eintritt an. Der Kinderworkshop am Freitag kostet 3 Euro Eintritt pro Kind.
Für die Führungen im Stadtmuseum Simeonstift um 10 und 15 Uhr ist eine Anmeldung unter museumspaedagogik@trier.de erforderlich. Die Teilnehmerzahl ist jeweils auf 20 Personen begrenzt; es gilt der reguläre Museumseintritt.
PM Museumsstadt Trier
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eVants meint
Beim Kinderworkshop am 16. Oktober wird aus einem Museumsbesuch ein eigenes kleines Werkstück – die Gipskopie des römischen Löwenköpfchens ist eine schöne Mitmachidee. Für die Familienplanung fehlt noch ein Detail: Können Eltern die sieben- bis elfjährigen Kinder beim Workshop begleiten, und benötigen sie dafür ein zusätzliches Museumsticket?