Schlammschlacht beim 11. Int. BMW Cloppenburg X-Duathlon

"Wildschweine" auf Beinen

Da sieht man es mal wieder: Auf die Wetterprognosen ist kein Verlass. Wer hätte gedacht, dass Schnee und Eis beim Aufbau und am Morgen des Wettkampftages beim 11. Int. BMW Cloppenburg X-Duathlon die meisten Schwierigkeiten bereiteten – waren doch wesentlich wärmere Temperaturen angesagt gewesen. Aber während in den Höhenlagen der Region die Sonne schien, wurde es um die Mittagszeit am 4. März zwar im Nebel, jedoch ohne angekündigten Regen, nur langsam wärmer und verwandelte  den Trierer Weisshauswald in eine richtig schöne Matsch-Zone, in der Wildschweine die besten Sumpforgien veranstalten könnten.

Und so waren alle Starter, die im Waldstadion ins Ziel kamen, kaum mehr zu erkennen und sahen selbst wie richtige Wildschweine aus. Der nach einem harten Zweikampf mit Lokalmatador Jens Roth als Erster ins Ziel kommende Andi Böcherer  sprach von einer „Schlammpackung de Luxe“.

Ironman-Vizeeuropameister  Böcherer, der in diesem Jahr bereits das Dirty Race Murr für sich entscheiden konnte, ging sehr fokussiert auf die erste Laufstrecke über 5 Kilometer, die durch Schnee und Eis ins Falsche Biewertal und wieder hoch ins Waldstadion führte .  Aufs Rad ging es dann dicht gefolgt von Tri Post Trier Athleten Jens Roth und Andy Theobald, die dem 34-Jährigen Runde für Runde starke Konkurrenz boten. „Es war ein Kampf ohne Ende über alle Radrunden. Teilweise hatte ich 20 Sekunden Rückstand auf Andi, die habe ich bergab wieder zugefahren!“ so Roth, für den der zweite Platz  sich „fast“ genauso gut anfühlt wie der Sieg im vergangenen Jahr.  In den abschließenden Lauf über 2,5 Kilometer ging Böcherer mit knapp 50 Sekunden Vorsprung. Jens Roth hatte aufgrund der kalten Temperaturen klamme Finger und konnte nur schwer seinen Radhelm öffnen, verlor so wichtige Zeit in der Wechselzone und kam dann 1 ½ Minuten nach Böcherer  ( 1:28:31) ins Ziel. Andreas Theobald , der auf der letzten Radrunde von Mathias Frohn und Leon Kaiser überrundet wurde, konnte auf dem letzten Lauf noch einmal seine Stärke beweisen und  trotz muskulärer Probleme aufgrund der Kälte den dritten Platz erlaufen. Damit konnte er zum sechsten Mal vor heimischer Kulisse einen Podiumsplatz erringen.

Bei den Frauen setzte sich die Niederländerin Stefanie Adam in 1:50:34 Stunden vor Rebecca Fondermann (1:54:37) aus Bonn und der Darmstädterin Diana Seffenhagen (1:58:39) durch. Fondermann, die auch bereits sechs Mal in Trier erfolgreich auf dem Podest stand, konnte nach überstandener schwerer Krankheit endlich auch wieder vorne mitmischen.

Tri Post Trier Athlet Tim Dülfer, der im Vorfeld eine klare Kampfansage gemacht hatte und ganz vorne mit dabei sein wollte, hatte mit den erschwerten Bedingungen zu kämpfen und konnte nicht seine volle Leistung abrufen. Doch trotz Sturz und Problemen mit der Schaltung gab er nicht auf und kämpfte bis zum Schluss und kam als 3. in seiner Altersklasse ins Ziel.

Handwerker

Dreckig und glücklich im Ziel: Andreas Theobald, Andreas Böcherer und Jens Roth.

Besonders hervorheben muss man die Leistungen und das Engagement der 21 Athleten im Alter bis 9 Jahren..Sie ließen sich weder von den noch sehr kalten Temperaturen am Morgen, noch von den noch vereisten Strecken abhalten. Beim Rennen der Kleinsten musste  aufgrund der katastrophalen Wetterbedingungen sogar die Streckenführung auf dem Rad geändert werden. Triers neue Sportdezernentin Elvira Garbes, die sich früh vor Ort einen Eindruck vom Wettkampf verschaffte, lobte das Engagement des Vereins Tri Post Trier mit seinen zahlreichen Helfern, ohne die ein solches Event nicht sicher über die Bühne gebracht werden kann. Zwar kam der Zeitplan aufgrund der schwierigen Streckenbegebenheiten etwas durcheinander und knapp 80 Athleten gingen erst gar nicht an den Start, aber 249 Athleten kamen ohne größerer Blessuren zwar ordentlich verdreckt, aber wohlbehalten  ins Ziel.

 

Fotos von Frank Christmann

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