DBB gewinnt 79:69 gegen Bulgarien

Von Matthias Spieth (Text) und Vinzenz Anton (Bilder)

EM-Teilnahme gebucht: Vor knapp 3047 Zuschauern in der Arena Trier besiegte das DBB Team um die (Ex-)Trierer Maik Zirbes, Bastian Doreth und Philipp Zwiener Bulgarien mit 79:69 in einem zeitweise hochspannenden Schlagabtausch. Andreas Seiferth und Mathis Mönninghoff kamen nicht zum Einsatz.

„Die Trierer Fans haben mich schon in meiner Zeit bei Alba immer begeistert. Ich freue mich, dass sie uns hier so gut unterstützt haben“, verkündet ein sichtlich zufriedener Svetislav Pesic nach Spielende vor der Kamera. Sein Team hat soeben alles klar gemacht und mit einem Rückspielerfolg gegen Bulgarien die Fahrkarte nach Slowenien gebucht, wo 2013 die Basketball-Europameisterschaft stattfinden wird. Anteil daran hatten auch die Trierer Lokalhelden, von denen gleich ein aktueller und zwei ehemalige TBB-Spieler gesetzt waren – Neu-Trierer Bastian Doreth bekam ebenso wie Philipp Zwiener und die kürzlich von Bamberg verpflichtete Centerhoffnung Maik Zirbes Spielminuten. Mathis Mönninghoff und Andreas Seiferth –  beide schnüren in der kommenden BBL-Saison für Trier die Schuhe und waren bis zuletzt fester Bestandteil der DBB-Rotation – standen nicht im Kader.

Sieg eingefahren - Quali gebucht: Zirbes, Doreth und Co. haben gut lachen. Foto: Vinzenz Anton

Sieg eingefahren - Quali gebucht: Zirbes, Doreth und Co. haben gut lachen. Foto: Vinzenz Anton

Bulgaren hartnäckig, Deutschland unbeirrt

Gegen unter Zugzwang stehende Bulgaren begann die Partie verfahren, nach vielen Ballverlusten auf beiden Seiten konnte das DBB-Team erste Akzente setzen und brachte dank der größentechnischen Überlegenheit von Nationalcenter Tibor Pleiß und Hüne Robin Benzing die Zone in Besitz. Mit einer kleinen Aufholjagd am Ende des ersten Viertels machten die Gäste allerdings schnell klar, dass sie den langen Weg nach Trier nicht zum Aufgeben gemacht hatten, zumal die EM-Teilnahme auch für sie noch in rechnerischer Griffweite lag. Bundestrainer Svetislav Pesic setzte zum Bedauern der Fans zunächst nicht auf seine „Trierer“, startete mit der ersten Fünf bestehend aus Heiko Schaffartzik, Tibor Pleiß, Robin Benzing, Jan-Hendrik Jagla und Per Günther. Lange auf sich warten ließen die Local Heroes glücklicherweise nicht, Zwiener und Zirbes setzten mit ihrer Einwechslung sofort Defensivakzente, doppelten teilweise sogar an der Dreierlinie. Auch Dank Zirbes‘ starker 8 Punkte lag Deutschland zur Pause mit 41:32 vorne.

„Ich bin sehr motiviert in dieses Spiel gegangen. Wollte meinem alten Trainer natürlich zeigen, was er so mit mir angestellt hat; dass ich Basketball spielen kann.“ Maik Zirbes über sein letztes Heimspiel in der Arena

Nach dem Seitenwechsel hielt das DBB-Team den Vorsprung zunächst konstant bei zehn bis zwölf Punkten, verlor dann jedoch die Treffsicherheit – Bulgarien tankte sich auf 68:67 heran, das Spiel drohte zu kippen. Pesic nahm die Auszeit, setzte im Schlussviertel vor allem auf die bewährte Startfünf, allerdings bekamen auch Zirbes und Zwiener noch wertvolle Minuten. In der „Crunchtime“ ging dann viel über Nationalcenter Tibor Pleiß, Deutschland bekam die Gäste wieder in den Griff und fuhr einen sicheren 79:69-Erfolg ein.

„Unsere Spieler brauchen Geduld“

Vor lautstarken Trierer Zuschauern zeigte die Nationalmannschaft, was in der Post-Nowitzki-Ära möglich ist: Eine neue Teamidentität, junge und schnelle Spieler, die mit jedem Spiel reifen können. Diese Zukunft führt auch über das Trierer Eigengewächs Maik Zirbes, der seinem Bundestrainer auf der anschließenden Pressekonferenz Gesellschaft leistete. „Ich bin sehr motiviert in dieses Spiel gegangen. Wollte meinem alten Trainer natürlich zeigen, was er so mit mir angestellt hat, dass ich Basketball spielen kann.“ Seine Zukunft in ‚Freak City‘ Bamberg sieht der 22-jährige als Herausforderung. „Ich will dort alles geben, um mich durchzusetzen.“

Pesic zeigte sich zufrieden mit der Leistung seines Schützlings und Teams, monierte aber auch offensichtliche Schwächen im DBB-Spiel. Vor allem die Ballverluste seien das, was die Nationalmannschaft in ihrer gegenwärtigen Form von einer Spitzenmannschaft unterscheide. „Unsere Spieler brauchen etwas, das die Medien nicht haben, nämlich Geduld.“ Trotzdem sei es ein „gutes Gefühl“, die letzten 13 Partien gewonnen haben – dass der Erfolg, falls nachhaltig, auch einen Dirk Nowitzki zu neuerlichen Engagements in der Nationalmannschaft inspirieren könnte, will der Bundestrainer nicht ausschließen.

Das Spiel in Bildern

Statistik

Deutschland: Ohlbrecht (0),  Staiger (10), Günther (5), Zwiener (0), Schaffartzik (16), Tadda (7), Schwethelm (0), Pleiß (16), Benzing (9), Doreth (0), Jagla (4), Zirbes (12)

Bulgarien: Avramov (0), Videnov (10), Marinov (2), Nikolov (6), Lilov (11), Georgiev (14), Velikov (0), Kostov (16), Simmons (10), Vaklinov (0), Zahariev (0), Durchev (0)

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