Oberliga: Mit dem Passat nach Salmrohr – Murat Adigüzel im Gespräch

5vier sprach mit Stürmer Murat Adigüzel

Von Stephen Weber

Er war der Matchwinner des jüngsten Sieges: Murat Adigüzel steuerte zum 4:0-Erfolg des FSV Salmrohr über die SpVgg Burgbrohl nicht nur drei Treffer bei, er verzückte die Zuschauer obendrein noch mit einem aufsehenerregenden Fallrückziehertor. 5vier.de sprach mit dem Stürmer.

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Murat Adigüzel kam im Sommer von Zweibrücken nach Salmrohr. Foto: Sebastian Schwarz

Eine halbe Stunde war in der Partie zwischen Salmrohr und Burgbrohl bereits verstrichen, als nach der frühen Führung der Gastgeber schleichend Langeweile auf dem Grün einzukehren drohte. Die Salmtaler hatten zwar ihren Gegner soweit im Griff, doch zwingende Chancen vermochten sich seit dem Treffer zum 1:0 nicht mehr ereignen. Wer sich allerdings in diesem fußballerischen Grau dazu entschied, den örtlichen Bratwurststand aufzusuchen, wurde für sein leichtfertiges Handeln bitter bestraft.

Um das dichgestaffelte Burgbrohler Abwehrbollwerk zu überlisten, versuchten die Salmtaler nämlich in der 33. Minute ihr Glück über die Außenbahn. Kapitän Daniel Schraps flankte scharf in den gegnerischen Sechzehner, in dem Murat Adigüzel mit dem Rücken zum Tor das Spielgerät annahm. Bedrängt von einem Gegenspieler gelang es dem Stürmer, sich erst den Ball hochzulegen – kurzes Innehalten – ehe er zu einem Fallrückzieher ansetzte. Die Zuschauer, die ihrem Halbzeithunger widerstehen konnten, beobachteten gespannt, wie die Kugel unhaltbar für Schlussmann Michael Berg im Winkel einschlug. Tosende Ovationen auf den Rängen folgten auf die sehenswerte Einlage. Es war eines von drei Toren, die dem Stürmer an diesem Tag gelangen – und mit Abstand das schönste. Auch für den Angreifer war es kein alltäglicher Treffer, wie Murat Adigüzel bestätigt: „Der Trainer meinte, dass ich den Ball eigentlich falsch angenommen hätte. Doch ich stand mit dem Rücken zum Tor und musste den da irgendwie hinbekommen. Deshalb hab ich ihn erst hochgenommen und es dann einfach mal versucht.“

Spagat zwischen Beruf und Sport

Salmrohr-Mehring
Muss sich nicht verstecken: Murat Adigüzel (Foto: 5vier.de)

Der 21-jährige Neuzugang, der im Sommer aus Zweibrücken an die Salm wechselte, entpuppt sich allmählich als waschechter Glücksgriff. Sechs Torerfolge in nur neun Auftritten kann Adigüzel bereits für sich verbuchen. Dennoch gibt sich der türkischstämmige Fußballer bescheiden: „Mit meinem ersten Einsatz in Mehring bin ich sehr zufrieden. Die Wochen danach lief es allerdings nicht mehr so gut. Erst jetzt gegen Burgbrohl war meine Leistung wieder in Ordnung.“

Der Fußballer pendelt derzeit zwischen Ausbildungsbetrieb und Trainingsplatz. Während er tagsüber seine Lehre als Einzelhandelskaufman vorantreibt, schmiedet er abends in Salmrohr an seinem fußballerischen Können. Dieser Spagat aus Beruf und Sport war ein ausschlaggebender Grund für seinen Wechsel nach Salmrohr: „In Zweibrücken hätte ich für die Regionalliga meine Ausbildung abbrechen müssen, aber das wollte ich nicht. Deshalb habe ich mich für ein weiteres Jahr Oberliga entschieden. Ich hatte zwar noch Angebote von Elversberg und Neunkirchen, aber schlussendlich bin ich zum FSV gegangen. Patrick Klyk und Helmut Meeth haben sich sehr um mich bemüht und mir obendrein einen VW Passat organisiert, damit ich abends immer aus Homburg zum Training fahren kann“, erzählt der 21-Jährige.

Sieben Punkte in den nächsten drei Spielen

Außerdem beeindruckte den Stürmer der Salmrohrer Offensivfußball der vergangenen Saison . Umso schmerzlicher waren die zurückliegenden Wochen, in denen der FSV eine Negativserie mit vier Partien ohne Sieg in Serie ablieferte. „Das war echt eine Katastrophe. Aber der Coach meinte, dass wir weiter an uns glauben müssen , weil wir das Zeug dazu haben, jeden zu schlagen. Das hat man dann auch gegen Burgbrohl gesehen. Wir haben gekämpft und wollten die drei Punkte unbedingt.“

Bei einem Ausblick auf die kommenden Spiele hat Adigüzel eine klare Vorstellung: „Jetzt kommen Hauenstein, Pirmasens und Idar-Oberstein. Wenn wir da mindestens sieben Punkte holen, sind wir wieder im Soll.“ Und mehr noch: Denn während er in seiner knappen Freizeit versucht, möglichst viel Zeit mit Freunden und Familie zu verbringen, plant er schon den nächsten Coup: „Wir haben uns den Aufstieg als Ziel gesetzt und dafür wollen wir in dieser Spielzeit alles geben.“ Wie diese Mission gelingen kann, hat er ja bereits in der vergangenen Saison beim SVN Zweibrücken gelernt.

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