Schade! Eintracht Trier verpasst neues Pokal-Wunder

Bundesligist SC Freiburg siegt 2:0 im Moselstadion und steht in der zweiten Runde des DFB-Pokals

 Von Niklas Stilz

Schade, SVE! In einer intensiven Partie hatte die Elf von Trainer Peter Rubeck den Bundesligisten aus Freiburg insbesondere im ersten Spielabschnitt phasenweise am Rande einer Niederlage. Nach dem verwandelten Elfmeter von Julian Schuster (51.) taten die Blau-Schwarz-Weißen alles, um wieder ins Spiel zu kommen. Am Ende reichte es dann aber nicht und die hoch favorisierten Breisgauer siegten mit 2:0.

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Foto: Sebastian Schwarz

Trier. Die großen Überraschungen blieben schon in der Startaufstellung des SVE aus. Cheftrainer Peter Rubeck schickte gegen den Bundesligist exakt die Mannschaft aufs Feld, die zuletzt beim 2:0-Auswärtssieg in Homburg zu überzeugen wusste. Eine wichtige Frage hat der Übungsleiter damit aber doch schon beantwortet: Der Stammkeeper wird vorerst Jerome Reisacher heißen, sein Konkurrent Chris Keilmann stand hingegen nicht einmal im Kader. Auf Seiten der Gäste ist die einzig nennenswerte Änderung im Abwehrzentrum zu finden. Statt dem Serben Stefan Mitrovic durfte mit Neuzugang Marc-Oliver Kempf eine andere Sommerverpflichtung auflaufen. Im Sturm begann wie erwartet auch WM-Torschütze Admir Mehmedi aus der Schweiz.

Ausgeglichene erste Halbzeit – Anton lässt beste Chance liegen

Nach kurzem Abtasten leitete eben jener Mehmedi dann in der siebten Spielminute auch die erste Großchance seines Teams ein. Im Zentrum hatte der Schweizer zu viel Platz, setzte sich geschickt gegen zwei Gegenspieler durch und bediente Jonathan Schmid, der sich das Leder mit der Hacke über Stefan Thelen legte und erst am Fuß des glänzend reagierenden Jerome Reisacher scheiterte. Der SVE-Keeper war in dieser Szene hellwach. Auch in den folgenden Minuten spürte man den Gästen den unbedingten Willen an, hier gar nicht erst in Schwierigkeiten zu geraten. Einen Flachschuss von Mehmedi parierte Reisacher aber ebenso sicher, wie er nur eine Minute auch einen zu kurzen Rückpass vor dem Eidgenossen klären konnte.

Wer dachte, dass sich die Blau-Schwarz-Weißen von den ersten Gelegenheiten für die Gäste einschüchtern lassen sollten, der lag falsch. Mit viel Kampf arbeiteten sich die Mannen von Cheftrainer Peter Rubeck wieder in die Partie zurück und sorgten vor dem gegnerischen Gehäuse erstmals in Minute 20 wirklich für Gefahr. Einen weiten Einwurf von Robin Garnier verlängerte Milorad Pekovic per Kopf in die Mitte, wo der eingelaufene Christoph Anton den Ball aber aus fünf Metern etwas zu deutlich über den Kasten von Freiburg-Torhüter Sebastian Mielitz beförderte. In der Folge schien es, als sei die Großchance eine Art Initialzündung für den SVE gewesen zu sein. Nur drei Minuten nach der Anton-Gelegenheit scheiterte Offensivspieler Erich Sautern aus dem Gewühl heraus nur knapp an Mielitz, der das Leder noch zur Ecke lenken konnte. Den daraus resultierenden Kopfball von Innenverteidiger Christoph Buchner pflückte Mielitz aber ebenso souverän aus dem Winkel.

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Foto: Sebastian Schwarz

Beispielhaft für den großen Einsatz, den das Team mit der Porta auf der Brust an den Tag legte, sind sicherlich die drei Gelben Karten für Robin Garnier, Ajdin Zeric und Erich Sautner zwischen der 21. und der 27. Spielminute. Gästetrainer Streich gestikulierte in dieser Phase immer wieder lautstark an der Seitenlinie. Sein Team leistete sich im Aufbau einen Fehler nach dem anderen.

Erst zehn Minuten vor der Pause schlich sich in Reihen der Hausherren von der Mosel mal wieder etwas zu viel Ruhe ein. Vor dem eigenen Sechzehner ließ man dem aufgerückten Marc-Oliver Kempf zu viel Platz und der Freiburger Youngster zog den Ball trocken an die Latte des Trierer Tores. Jerome Reisacher wäre wohl ohne Chance gewesen, hatte aber Glück, dass das Leder vom Aluminium zurückprallte. Es sollte das letzte große Highlight vor dem Pausentee gewesen sein, in den letzten Minuten schien der SCF weiter nach seinem Spiel zu suchen, während sich die Rubeck-Elf eine kleine Ruhepause gönnte und dem phasenweise hohen Tempo Tribut zollte. Beim SC musste zudem Admir Mehmedi noch vor der Pause den Platz verlassen, für ihn kam Karim Guédé.

Fehlstart in die 2.Hälfte – Guédé legt 0:2 nach

Welche Worte Peter Rubeck seiner Mannschaft in der Halbzeitpause auch immer mit auf den Weg gegeben hatte – nach nur fünf Minuten im zweiten Durchgang dürfte einiges davon hinfällig gewesen sein. Freiburgs Jonathan Schmid zog halbrechts in den Strafraum, ließ im Laufduell SVE-Abwehrchef Torge Hollmann stehen und wurde dann von diesem zu Fall gebracht. Auch wenn man bei den Blau-Schwarz-Weißen vehement reklamierte – Schiri Kampka zeigte auf den Punkt. Freiburgs Kapitän Julian Schuster verwandelte den fälligen Strafstoß sicher zum 0:1, Torge Hollmann sah zudem Gelb. Weil SVE-Coach Peter Rubeck mit der Leistung seiner Mannschaft in dieser Situation absolut nicht einverstanden war und lautstark auf sich aufmerksam machte, schickte der resolute Unparteiische Kampka den Übungsleiter auf die Tribüne.

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Foto: Sebastian Schwarz

Zwar hielten die Moselstädter auch in der Folge dagegen, der Bundesligist gewann aber sichtbar an Ruhe. Die Angriffsbemühungen des Regionalligisten endeten zumeist kurz vor dem Sechzehner, es fehlte die letzte Konsequenz. Anders auf der Gegenseite. Knapp zwanzig Minuten waren noch zu spielen, da setzte Freiburgs Jonathan Schmid im Strafraum zum Solo an, setzte sich auf engstem Raum gegen gleich zwei Trierer Abwehrspieler durch und zog ab. SVE-Keeper Reisacher konnte den Flachschuss zwar parieren, lenkte den Ball allerdings unglücklich in die Mitte ab, wo Karim Guédé sein Bein lang machte und zum 0:2 einnetzte (68.).

Trotz des jetzt deutlichen Rückstandes gaben die Kicker von der Mosel nicht nach und verkauften sich teuer. Der Außenseiter wehrte sich nach Kräften, kam aber nur selten vor das Gehäuse der Gäste. Gefährlich wurde nochmal in Minute 82, als der eingewechselte Denis Pozder Freiburgs Keeper Sebastian Mielitz mit einem schönen Schuss von der Strafraumkante prüfte. Der Ex-Bremer meisterte diese Aufgabe jedoch mit Bravour und lenkte die Kugel über das Tor. Bemerkenswert ist sicherlich, dass Eintracht Trier der Streich-Elf über die gesamte Spielzeit nicht nur kämpferisch Paroli bot, sondern auch spielerisch für den Bundesligisten immer wieder zum Problem wurde. Bis zur letzten Minute agierte das Team mutig und angriffslustig. Mit solch einer Leistung verschafft man sich trotz Niederlage viel Respekt.

SV Eintracht Trier 05 0:2 SC Feiburg

Tore: 0:1 Schuster (51.)(FE), 0:2 Guédé (68.)

Eintracht Trier: Reisacher – Thelen, Hollmann, Buchner, Zittlau – Garnier (61. Pozder), Pekovic, Zeric (79. Dündar), Anton – Sautner (72. Becker), Carlier

SC Freiburg: Mielitz – Sorg, Krmas, Kempf, Günter – Klaus (81. Freis), Schuster, Frantz, Schmid – Philipp (74. Kerk), Mehmedi (43. Guédé)

Zuschauer: 5.292

Schiedsrichter: Dr. Robert Kampka

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