SV Konz erkämpft schmutzigen Sieg gegen Ruwertal

Schmutziger, aber nichtsdestotrotz enorm wichtiger Dreier für den SV Konz. In einer ausgeglichenen und umkämpften Partie vor knapp 100 Zuschauern schlugen die Saar-Mosel-Städter die SG Ruwertal am Samstagnachmittag mit 2:1 (1:0). Abwehrchef Jan Wrobel traf zehn Minuten vor dem Ende per Elfmeter zum Sieg und sicherte dem SVK damit drei überlebenswichtige Punkte im Kampf um den Klassenerhalt.

Die Hausherren wirkten in der Anfangsviertelstunde auf dem tiefen Geläuf entschlossener, kamen besser in die Zweikämpfe und erarbeiteten sich ein leichtes Übergewicht im Mittelfeld. Dennoch waren es die Gäste aus dem Ruwertal, die das erste wirklich gefährliche Zeichen setzten, als Andreas Stern aus dem Gewühl heraus im Strafraum zum Schuss kam, jedoch zu unplatziert in die Arme von SVK-Torwart Petry abschloss (13.).

Nach 23 Minuten deutete dann auch Konz das erste Mal Torgefahr an: Rechtsverteidiger Florian Hock spielte einen gefühlvollen Ball in den Sechzehner auf Christian Mai, der von seinen Freiheiten jedoch etwas überrascht schien und das Leder per Kopf aus wenigen Metern über den Kasten legte.

Eigene Ecke wird Ruwertal bei Konzer Führung zum Verhängnis

Kampf war Trumpf am Samstagnachmittag in Konz. Foto: Oliver Maywurm

Ansonsten waren Torraumszenen Mangelware, Kampf war Trumpf in der nun komplett ausgeglichenen Begegnung. In der 39. Minute dann aber das erste echte Highlight.

Nach einer Ecke für die SG Ruwertal erkämpfte sich der Konzer Zehner Merlin Weis den geklärten Ball am Mittelkreis und hatte mit einem feinen Pass das Auge für Michel Küpper-Stöß. Jener war über links durchgestartet und bediente Mittelstürmer Stefan Becker im Zentrum, der überlegt einschob. Konterfußball par excellence, die aufgerückten Ruwertaler wurden vom schnellen Umschaltspiel gefoppt.

Die Pausenführung war in einem engen Spiel nicht unverdient, da Konz insgesamt einen Tick mehr investierte. Doch kurz nach dem Seitenwechsel kamen die Gäste zum Ausgleich: Spielmacher Maurice Kress hatte fast wie aus dem Nichts einen Geistesblitz und schickte Martin Flesch mit einem Ball in die Schnittstelle der Viererkette auf die Reise. Flesch konnte den Konzer Abwehrspielern enteilen und netzte mit einem wuchtigen Linksschuss zum 1:1 ein (53.).

Das Gesamtbild des Spiels gestaltete sich derweil auch nach dem Wiederanpfiff ähnlich. Großer Fight, viel Einsatz, aber sehr wenig Aufregendes vor den beiden Toren.

Umstrittener Handelfmeter entscheidet chancenarmes Spiel

Es deutete sich an, dass eine Standardsituation dieses Spiel entscheiden könnte, denn Torgefahr kam doch fast ausschließlich durch Freistöße (65., 73. Wrobel für Konz und 71. Willems für Ruwertal) auf. Diese Vermutung wurde in der 79. Minute bestätigt: Der eingewechselte Daniel Bobinets wollte sich den Ball im Strafraum in Hüfthöhe an seinem Gegenspieler vorbei legen. Diesem sprang die Kugel unglücklich an den Arm und Schiedsrichter Arianit Besiri zeigte auf den Punkt. Eine strittige Entscheidung.

Doch alle Proteste der Auswärtself brachten Elfmeterschütze Jan Wrobel nicht aus der Ruhe. Er verwandelte sicher und trocken links unten, Torwart Kloy hatte sich die andere Ecke ausgesucht.

Brechstange der Gäste wird nicht mehr belohnt

Ruwertals Trainer Jan Stoffels wurde kurz vor Schluss vom Schiedsrichter auf die Tribüne verbannt. Foto: Oliver Maywurm

In den letzten Minuten warf Ruwertal schließlich alles nach vorne, Konz ließ sich hinten einschnüren und brachte kaum noch Entlastung zustande. In Minute 85 resultierte aus dem Schlussspurt der Gäste die Riesenchance zum erneuten Ausgleich. Torschütze Martin Flesch brachte einen Freistoß aus dem Halbfeld scharf vor das SVK-Gehäuse. In der Mitte verpassten alle, der Konzer Schlussmann Matthias Petry konnte zunächst nur vor die Füße von SG-Kapitän Thorsten Jäckels abklatschen, dessen Nachschuss aus kurzer Distanz der glänzend reagierende Petry jedoch unter sich begraben konnte. Doch die drei Punkte hielt er damit noch nicht fest, zu vehement nun die Angriffsbemühungen der Elf von Trainer Jan Stoffels. So bekam Ruwertal in der Nachspielzeit noch einen Freistoß aus aussichtsreicher Position zugesprochen. Maurice Kress trat an, sein Schuss wurde leicht und gefährlich abgefälscht, aber wiederum Petry faustete das Leder aus der Gefahrenzone.

Kurz darauf ertönte der Schlusspfiff im Saar-Mosel-Stadion und die drei Konzer Punkte gegen den Abstieg waren unter Dach und Fach. Der SV verschafft sich mit nun 26 Punkten etwas mehr Luft nach unten und schließt ans Mittelfeld an. Die SG Ruwertal bleibt bei 30 Zählern und ist trotz komfortabel klingender Tabellenposition weiterhin nicht aus dem Schneider. Am Donnerstag treten sie zu Hause gegen Schlusslicht SG Laufeld an. Für den SV Konz und Trainer Stefan Dawen geht es nächsten Sonntag im Derby bei der SG Irsch weiter.

Statistik

SV Konz: Matthias Petry – Florian Hock, Alexander Becker, Jan Wrobel, Benedikt Dorn – Peter Maasem, Christian Mai – Christian Schneider (62. Daniel Bobinets), Merlin Weis (62. Kevin Vehres), Michel Küpper – Stöß – Stefan Becker (73. Matthias Götze)

SG Ruwertal: Felix Kloy – Thorsten Jäckels, Karsten Willems, Marc Schmitt, Tim Denzer (75. Thomas Jäger) – Florian Heck, Max Herres (77. Philipp Weber) – Andreas Stern (56. Marius Mittler), Maurice Kress, Martin Flesch – Mario Lentes

Tore: 1:0 Stefan Becker (39., Vorarbeit Michel Küpper-Stöß), 1:1 Martin Flesch (53., Maurice Kress), 2:1 Jan Wrobel (79., Handelfmeter, Daniel Bobinets)

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