Eintracht Trier: „Unangenehme Aufgabe“ in Idar-Oberstein

Von der Eintracht berichtet
Andreas Maldener

Nach dem geglückten Auftakt in die neue Saison der Regionalliga West soll nun auch der erste Auswärtserfolg her für Eintracht Trier. Am Samstag gastiert die Mannschaft von Trainer Roland Seitz um 14 Uhr im Stadion „Im Haag“ in Idar-Oberstein beim heimischen SC 07 Idar-Oberstein. Cheftrainer Seitz erwartet eine unangenehme Aufgabe, fordert von seiner Mannschaft jedoch gleichzeitig, sich voll und ganz auf die Bedingungen in der Edelsteinstadt einzulassen.

Jeremy Karikari fehlte unter der Woche aus familiären Gründen, will am Samstag aber spielen.

„Der Auftakt gegen Wiedenbrück ist uns mit harter Arbeit gelungen, jetzt geht es mit nicht weniger harter Arbeit weiter.“ Die markigen Worte von Roland Seitz, Trainer des Fußball-Regionalligisten Eintracht Trier, sind genau ausgewählt. Ganz ähnliche, aber mindestens genauso klare Worte wird er auch an seine Mannschaft richten, um sie auf das „kleine“ Derby bei Aufsteiger SC 07 Idar-Oberstein am Samstag um 14 Uhr im Stadion Im Haag vorzubereiten. Denn nach dem hart umkämpften 2:1-Sieg bei der verregneten Heimspielpremiere der Saison 2011/2012 gegen den SC Wiedenbrück müssen die Moselstädter sich nun in der Edelsteinstadt aufs Neue beweisen.

Dabei sollten die Rollen doch eigentlich klar verteilt sein: Auf der einen Seite der frisch gebackene Regionalligist Idar-Oberstein, der mit geringen finanziellen Mitteln in eine ungewisse Regionalliga-Zukunft gestartet ist. Auf der anderen Seite der Mitfavorit um den Aufstieg in die Dritte Liga, Eintracht Trier, Traditionsverein mit einer bunten Mischung aus routinierten Spielern mit Zweit- und Drittligaerfahrung sowie jungen Talenten. Doch bereits der erste Spieltag stellte diese Konstellation beinahe auf den Kopf. Trier quälte sich gegen Wiedenbrück lange Zeit und profitierte von einer witterungsbedingten Unterbrechung, Idar hingegen sorgte beim 0:0-Unentschieden bei Titelaspirant SF Lotte für die erste Sensation der noch jungen Saison. „Es wird unangenehm für uns werden“, prophezeit Trainer Seitz und begründet seine Aussage auch:“Wir werden auf einem kleinen Platz gegen einen aggressiv Gegner spielen, der sehr tief stehen wird und die Räume eng machen wird. Dazu sind die Tribünen nahe am Spielfeld, so kurz nach dem Aufstieg herrscht Euphorie und dazu eine Derby-Kulisse, das hat beinahe Pokalspielathmosphäre.“

Auch deswegen zieht der Oberpfälzer in Diensten des SVE Parallelen zum Viertelfinale im Bitburger-Rheinlandpokal der vergangenen Saison beim SV Roßbach: Damals tat sich der haushohe Favorit aus Trier auf einem engen, holprigen Platz lange Zeit sehr schwer und siegte am Ende knapp mit 2:0. Um solchen Schwierigkeiten vorzubeugen, fährt Seitz im Vorfeld der Partie eine klare Linie:“Die Jungs müssen die Gegebenheiten vor Ort annehmen, unser gepflegtes Kurzpassspiel könnte nicht funktionieren, damit müssen sie auch rechnen. Wichtig ist nur, dass wir besser ins Spiel kommen als gegen Wiedenbrück.“ Verändern will der Übungsleiter trotz der Probleme beim Saisonauftakt seine Startaufstellung jedoch nicht. Ein einziges Fragezeichen steht lediglich hinter Defensivmann Jeremy Karikari, der aus familiären Gründen unter der Woche in Stuttgart weilte und nicht am Training teilnehmen konnte. Beim Abschlusstraining am heutigen Freitag wird er ebenfalls passen müssen.  „Jerry hat mir aber versichert, dass er spielen möchte, ich erwarte ihn heute Nachmittag in Trier zurück“, erklärt Seitz die Situation.

Der Gegner

Sechs Neuzugänge begrüßte der ebenfalls neu verpflichtete Trainer Sascha Hildmann zum Trainingsauftakt „Im Haag“, der namhafteste dürfte Tim Schwartz sein, der von Absteiger FC 08 Homburg nach Idar-Oberstein wechselte. Bisher trafen der Gastgeber aus der Edelsteinstadt und Eintracht Trier vier Mal aufeinander. In der Regionalliga-Saison 1999/2000 unterlag der SVE zu Hause 0:1 und ergatterte auswärts einen Punkt (1:1). Zuletzt standen sich beide Mannschaften 2007/2008 in der Oberliga Südwest gegenüber, hier siegte Eintracht Trier lediglich ein Mal vor heimischem Publikum 1:0, in Idar hingegen musste man sich mit 1:2 geschlagen geben. „Idar-Oberstein hat gegen Lotte sehr gut gegen den Ball gearbeitet und auch gut verschoben, sie sind dazu gut organisiert“, lobt Roland Seitz den Gegner, nachdem er von SVE-Chefscout Horst Brand instruiert wurde, der die Partie des kommenden Gegners in Lotte beobachtete. „Wir wollen aus einer geordneten Defensive heraus spielen“, stellt Trainer Sascha Hildmann klar, „aber wir müssen auch den Mut zum Fußballspielen haben“.

Testspieler abgereist

Unterdessen sind am Donnerstag Nachmittag auch die beiden Testspieler Ricky Pinheiro und Francky Sembolo wieder abgereist. Während man mit dem kongolesischen Offensivspieler Sembolo nicht weiter verhandeln wolle, so Seitz, bestehe jedoch durchaus Interesse an den Diensten Pinheiros. „Zwar hat er in den Übungseinheiten nicht den frischesten Eindruck gemacht“, berichtet Seitz, doch Pinheiro war vor dem Gastspiel in Trier bereits in Schweden, beim Chemnitzer FC sowie bis zum Beginn der vergangenen Woche in Portugal als Testspieler unterwegs. „Aber er ist sicher am Ball und kann Fußball spielen, das hat er bewiesen“, so Seitz. Man wolle nun das Wochenende vergehen lassen und dann die weiteren Schritte planen.

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Kommentare (1)

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  1. Rouven sagt:

    Die letzten Aufeinandertreffen in der Oberliga: Idar gewann zuhause gegen Trier und nicht umgekehrt!!!

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