Eintracht Trier: Zurück in die Normalität – Akin im Probetraining

Nach dem furiosen Pokalerfolg startet Eintracht Trier am Samstag um 14.00 Uhr in die neue Regionalligasaison 2011/12. Gegen den SC Wiedenbrück 2000 will die Eintracht auch in der Liga durchstarten, die Erwartungshaltung ist hoch.

Normalität auf und neben dem Platz – diesen Eindruck vermittelt die Mannschaft des „Pokalschrecks“ Eintracht Trier am gestrigen Nachmittag. Nichts zu spüren von dem großen Hype rund um die Elf von Roland Seitz. Der Trainer setzt auf konzentriertes Arbeiten – und vor allem auf Konkurrenzkampf. Die Mannschaft wird in drei Teams unterteilt: Abwehr, Mittelfeld und Offensive. Wer hier nicht mitzieht, fällt sofort auf.

Gelöste Stimmung beim Training - Foto: Alexander Heinen

Vordergründig werden zwei Dinge trainiert: Zweikampf und Torschuss. Bei den gestrigen schwülen Witterungsverhältnissen eine schweißtreibende Aufgabe. Farhudin „Faz“ Kuduzovic kommt völlig ausgelaugt zur Seitenlinie und greift nach einer Flasche Wasser. Ein Trainingskibietz scherzt: „ Heute kein Bier?“. Kuduzovic lacht nur und meint: „ Nein, das gab’s nur letztes Wochenende“. Beim von Seitz trainierten eins gegen eins fällt einer ganz besonders auf: Chhunly Pagenburg wirbelt über den Rasen und schießt Tore am Fließband. Nach dem unglücklichen Pfostenschuss gegen St.Pauli drängt sich der Neuzugang bei Roland Seitz auf – nichts zu spüren von geknicktem Selbstbewusstsein.

Pokal kein Thema in der Mannschaft

Neuzugang Oliver Stange beim Torschuss-Training. Foto: Anna Lena Bauer

„Der Pokal ist abgehakt“, äußert sich Neuzugang Oliver Stang gegenüber 5vier. Abgehakt im positiven Sinne.  „ Der Pokal ist kein Thema in der Mannschaft, wir konzentrieren uns auf die Liga“ . Der Neuzugang vom VFL Osnabrück war letzte Saison Stammspieler in der zweiten Bundesliga beim Absteiger aus Niedersachsen, zusammen mit Kapitän Torge Hollman bildete er die Innenverteidigung gegen den FC St. Pauli. In der Liga will er an seine gute Leistung anknüpfen und die Defensive zur Festung machen. „Ich habe mich gut eingelebt, es gefällt mir gut hier“, sagt der großgewachsene Innenverteidiger, der in Trier alleine eine Wohnung bezogen hat.

Serhat Akin im Probetraining

Die Überraschung des gestrigen Tages war ohne Zweifel der Trainingsgast: Serhat Akin, 16 maliger türkischer Nationalspieler spielte zur Probe vor. Der Offensivallrounder war letzte Saison in Diensten des Karlsruher Sportclub, für die Badener war er in zwei Jahren insgesamt 18 mal im Einsatz.

Serhat Akin im Probetraining beim SVE - Foto: Alexander Heinen

Seine Vita kann sich sehen lassen: mehrere Champions League Einsätze, dreimaliger türkischer Meister mit Fenerbahce Istanbul und ein belgischer Meistertitel mit dem RSC Anderlecht. Solch einen hochdekorierten Testspieler gab es wohl selten in den Reihen der Trierer Eintracht.

Doch die Medaille hat auch eine Kehrseite: In seinen beiden letzten Jahren beim KSC konnte Akin nicht mehr an seine vergangen Leistungen anknüpfen. Schon zu Beginn seines Engagements in Karlsruhe stand seine Verpflichtung unter einem schlechten Stern. Der damalige KSC-Präsident Paul Metzger verpflichtete Akin ohne Einwilligung des Trainers, ein denkbar schlechter Einstand. Daraufhin wurde er immer wieder durch Verletzungen zurückgeworfen, beim KSC erhielt er dieses Jahr keinen Anschlussvertrag mehr. Mehrere türkische Medien berichteten im Sommer über ein mögliches Karriereende Akins. Vorerst soll er noch bis morgen als Trainingsgast beim SVE bleiben.

Stefan Kohler beendet Karriere

Der Schweizer Stefan Kohler, letzte Saison noch in Diensten von Eintracht Trier, hängt überraschend seine Fussballschuhe an den Nagel. Der 27-jährige hatte dieses Jahr frühzeitig eine Vertragsverlängerung seitens der Eintracht vorliegen, jedoch zögerte Kohler und hoffte auf ein besseres Angebot seitens des Vereins. Schließlich machte die Eintracht die Tür zu und verlängerte mit Jeremy Karikari und Max Bachl-Staudinger.

Stefan Kohler in Diensten des SVE

Die Hoffnung von Stefan Kohler, nochmals ein interessantes Angebot mit guter sportlicher Perspektive zu bekommen, bewahrheitete sich nicht. Nun beginnt der Schweizer eine Trainerscheinausbildung in Zürich und hat einen Bürojob in Aussicht.

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