Drittbeste Handball-Zuschauerzahl aller Zeiten in der Arena Trier

Handball-WM der Frauen in Trier endet

Die Handball-WM der Frauen in Trier ist Geschichte – Über 21.500 Karten wurden verkauft, am Freitag sahen 3800 Fans den französischen Sieg gegen Rumänien, Mannschaften reisen Samstagmorgen ab

So schnell kann eine Woche vorbei sein: Am Freitagabend ging die Frauen-Handball-WM für den Spielort Trier nach 15 Spielen in acht Tagen zu Ende. Über 21.500 Karten wurden verkauft, insgesamt sahen über 24.000 Besucher die 15 Spiele in der Arena. Die Abendsession am letzten Spieltag toppte nochmal alle Erwartungen: 3824 Zuschauer sahen den 26:17-Erfolg der Franzosen gegen Rumänien, 3422 verfolgten den finalen 33:26-Sieg von Spanien gegen Slowenien. Diese Zahlen bedeuten den drittbesten Besuch bei einer Handball-Veranstaltung nach dem Finale um die deutsche Meisterschaft 2005 der Miezen gegen Nürnberg und das Abschieds-Länderspiel von Heiner Brand gegen Lettland in 2011, als jeweils über 4000 Fans in der Arena waren.

In der Endabrechnung der Gruppe A hatte sich Rumänien den Gruppensieg schon vorzeitig gesichert, dahinter wurde Frankreich Zweiter vor Spanien und Slowenien – diese vier Teams stehen somit in den Achtelfinals.

„Diese Zuschauerzahlen sind überwältigend“, sagten unisono WM-Projektleiterin Julia Lewen und Wolfgang Esser, Chef des Trierer WM-Organisationskomitees und Arena-Geschäftsführer. Die Mannschaften verlassen Trier am frühen Samstagmorgen und werden zum Flughafen Hahn gebracht, wo sie ein Charterflug nach Leipzig bringt. Bis auf den Sechstplatzierten Paraguay spielen alle Teams, die zuvor in Trier waren, ab Sonntag in Leipzig, für die Südamerikanerinnen geht es in Magdeburg weiter. In den Achtelfinals am Sonntag und Montag kommt es für die Mannschaft aus Trier zu folgenden Duellen: Rumänien – Tschechien, Frankreich – Ungarn, Slowenien – Schweden und Spanien gegen Welt- und Europameister Norwegen.

Stellvertretend für alle Mannschaften gab es ein großes Lob für die gesamte Trierer WM-Organisation vom Dänen Morten Soubak, der das angolanische Team trainiert: „Wir sind so dankbar für acht tolle Tage in Trier. Die Atmosphäre war großartig, der Service im Hotel und in der Arena waren hervorragend, wir fühlten uns richtig wohl – auch, weil das Hotel gleich neben der Halle war. So etwas habe ich noch nie erlebt, und ich war schon bei vielen Weltmeisterschaften.“

Soubaks Mannschaft hatte ihren ersten WM-Sieg gefeiert, doch das 32:28 (16:17) gegen Paraguay war viel knapper, als es das Ergebnis aussagt. Die Südamerikaner lagen 53 Minuten lang in Führung, „dann ging uns die Konzentration verloren“, wie es Trainer Ruben Vera treffend bemerkte. In den letzten sechs Minuten setzte sich der Afrikameister von 25:25 auf 32:28 ab, die Paraguayanerinnen weinten bittere Tränen.

Viel Arbeit hatte auch das medizinische Personal um den Trierer Arzt Dr. Peter Krapf und den Trierer Physiotherapeuten Jinan Al-Shok. Gleich drei Spielerinnen mussten wegen schwerer Verletzungen behandelt werden: Albertina Cassonga (Angola) musste mit einer Knöchelverletzung ins Krankenhaus, Karina dos Santos musste nach einem Schlag ins Gesicht mit mehreren Stichen genäht werden. „Das war unser schwächstes Spiel in Trier, aber wir haben gewonnen“, sagte Soubak. Angola spielt nun in Leipzig um die Plätze 17 bis 20, erster Gegner ist Polen, Paraguay trifft in der Runde für die Plätze 21 bis 24 am Sonntag in Magdeburg auf Argentinien.

Danach hatte Frankreich leichtes Spiel gegen die rumänische B-Mannschaft. Da der WM-Dritte von 2015 schon vor dieser Partie als Gruppensieger festgestanden hatte, schonte Trainer Ambros Martin seine Leistungsträgerinnen. Bereits beim Halbzeitstand von 17:7 war die Messe gelesen, Bestnoten verdiente sich Frankreichs Torfrau Cleopatre Darleux mit 16 abgewehrten Würfen. „Unsere Abwehr stand vor allem in der ersten Hälfte sehr gut“, sagte Frankreichs Trainer Olivier Krumbholz: „Wir werden von Spiel zu Spiel besser.“ Die Rumänin Ana-Maria versprüht Optimismus vor dem Achtelfinale gegen Tschechien: „Alles liegt nur an uns selbst.“

Nach diesem Ergebnis stand vor dem allerletzten WM-Spiel in Trier fest, dass Slowenien mit einem Remis oder einem Erfolg gegen Spanien Gruppenzweiter werden würde. Und danach sah es bis zur Pause auch aus, doch danach zog Spanien dank der neunfachen Torschützin Nerea Pena Tor um Tor davon und sicherte sich einen klaren Erfolg.

Und schon Minuten nach dem Spiel begannen die Abbauarbeiten in der Arena, wo schon am Samstag (19.30 Uhr) wieder Frauenhandball auf dem Programm steht, wenn die Trierer Miezen in einem Zweitliga-Nachholspiel auf Beyeröhde treffen.

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