Welthandball-Präsident zu Gast in der Arena

Vierter Tag des Handball-WM der Frauen in Trier

Tag 4 der Handball-WM der Frauen in Trier: Rumänien ist vorzeitig Gruppensieger, Topspiel Frankreich gegen Spanien endet remis und Slowenien schlägt Paraguay – Für die letzte Session am Freitagabend gibt es nur noch wenige Stehplatzkarten

Zunächst wurde der 20.000 Besucher der Frauen-Handball-WM-Spiele in der Arena begrüßt, dann war der Präsident des Welthandballverbands Hassan Moustafa zu Gast – und schließlich standen alle vier Achtelfinal-Teilnehmer aus Gruppe A sowie der Gruppensieger bereits vor dem finalen Spieltag fest: Donnerstag war ein äußerst ereignisreicher Tag in der WM-Arena in Trier. „Die ganze Weltmeisterschaft ist toll organisiert, es freut mich für Trier, dass so viele – auch internationale – Zuschauer – hier sind. Die Atmosphäre ist beeindruckend“, sagte der Ägypter Moustafa: „Deutschland ist ein toller WM-Organisator. Auch in Trier sind alle sehr zufrieden, die Mannschaften, die Offiziellen, die Zuschauer.“

In Begleitung von Andreas Michelmann, dem Präsidenten des Deutschen Handballbunds, wurde Moustafa von Triers Oberbürgermeister Wolfram Leibe begrüßt. Als Präsent der Stadt erhielt Moustafa eine 1700 Jahre alte römische Goldmünze, die in der Trierer Innenstadt vor einigen Jahren gefunden worden war. Michelmann erhielt von Leibe einen Kunstdruck der Porta Nigra. Im Gegenzug bekam der Oberbürgermeister von Moustafa die offizielle Krawatte der IHF und von Michelmann ein Originaltrikot der deutschen Handballerin Angie Geschke.

Auch der DHB-Präsident war begeistert vom Spielort Trier, wo zur Abendsession bei beiden Spielen wieder über 3000 Zuschauer den Sieg von Rumänien gegen Angola (28:24) und das dramatische 25:25 von Spanien und Frankreich feierten: „Ich ziehe den Hut vor den Spielorten, wo die deutsche Mannschaft nicht spielt und wo die Hallen so voll sind. Hier in Trier wird mit viel Begeisterung von allen Seiten eine tolle WM organisiert. Dass jetzt schon über 20.000 Zuschauer gezählt wurden, ist ein Beleg dafür, dass unser Plan mit der WM aufging, die Spielorte nach regionalen Gegebenheiten auszuwählen. Frankreich bringt viele Fans mit, und überraschend auch die Rumänen. Alle sorgen für eine tolle Stimmung. Das ist echte Werbung für den Frauenhandball.“

Bevor Michelmann und Moustafa, die sich beide auch ins Gästebuch der Stadt Trier eintrugen, zur Abendsession kamen, war Norman Dick der große Glückpilz. Für sich und seine Söhne David und Jakob hatte er an der Arena-Tageskasse gerade ein Familienticket für das erste Spiel des Tages, Paraguay gegen Slowenien, gekauft, als WM-Koordinatorin Julia Lewen und Christian Jostock (Marketingleiter des Lokalen Organisationskomitees) ihn überraschten. Die Dicks hatten die 20.000 Karte der Handball-WM in Trier erworben. Als spezielle Auszeichnung gab es ein handsigniertes Originaltrikot der deutschen Handballfrauen sowie ein Arena-Fanpaket. „Für meine Jungs ist es bereits das dritte WM-Spiel, für mich die Premiere“, sagte Norman Dick.

Mit dem 28:22-Erfolg feierte Slowenien vor 1590 Zuschauern in dieser Partie den dritten Sieg im vierten Spiel – und damit stand auch alle vier Achtelfinalteilnehmer aus Trier bereits fest. „Wir sind froh, dass wir das Achtelfinalticket in der Tasche haben. Mit 6:2 Punkten nach vier Spielen hatten wir nicht unbedingt gerechnet“, sagte Sloweniens Trainer Uros Bregar, der nach der 18:9-Halbzeitführung seinen Nachwuchsspielerinnen die Chance gab, sich zu zeigen. Paraguay gab bis zum Schluss alles – und Trainer Ruben Nera meinte zum 13:10 seines Teams nach der Pause: „Das war vielleicht die beste Halbzeit einer paraguyanischen Frauenhandballmannschaft überhaupt.“ In Sabrina Fiore wurde auch erstmals eine Paraguyanerin als beste Spielerin der Partie gekürt.

Das Spiel Rumänien – Angola war richtig hart umkämpft: Der Afrikameister setzte sich dank Torfrau Cristina Branco sensationell auf 12:8 gegen den WM-Dritten von 2015 ab. „Wir haben lange Zeit gebraucht, bis wir im Spiel waren. Angola hat uns heute alles abverlangt“, sagte Rumäniens Trainer Ambros Martin. Beim 13:13 glich seine Mannschaft erstmals aus, doch die Afrikanerinnen zogen nochmals auf 21:19 davon. Am Ende war es neben Torfrau Yuliya Dumanska wieder einmal Welthandballerin Cristina Neagu, die den Unterschied ausmachte. Nach dem 23:23 erzielte sie die letzten vier rumänischen Treffer zum 28:24-Endstand. Die mehreren Hundert Rumänen unter den 3123 Fans feierten ausgelassen den Erfolg und die verlustpunktfreie Tabellenführung. Durch das Remis von Frankreich und Spanien steht Rumänien vor dem finalen Topspiel gegen Frankreich am Freitag bereits als Gruppensieger fest.

3316 Zuschauer sahen am Donnerstagabend eine wahren Thriller zwischen dem Olympiazweiten Frankreich und dem zweifachen EM-Zweiten Spanien. Erst führten die Iberer 8:4, dann setzte sich Frankreich mit einer 7:1-Serie ab und sah beim 17:13 schon wie der Sieger aus. Doch die Spanierinnen kämpften sich Tor um Tor heran – mit dem Schlusspfiff gelang Carmen Martin per Siebenmeter das 25:25. „Mit diesem Punkt hatten wir nicht mehr gerechnet“, sagte Spaniens Trainer Carlos Viver. „Wir schon etwas enttäuscht, aber für die Fans war diese Partie sicherlich ein tolles Erlebnis“, entgegnete Frankreichs Trainer Olivier Krumbholz.

Slowenien (6:2 Punkte) sowie Frankreich und Spanien (beide 5:3) kämpfen am Freitag somit um die Plätze zwei bis vier. Für die Abendsession gibt es nur noch vereinzelte Stehplatzkarten. Für das erste Spiel Angola – Paraguay gilt wieder die Treueaktion – wer eine Eintrittskarte aus einem vorangegangen Spiel bei der Tageskasse vorzeigt, erhält eine Freikarte für das Mittagsspiel. Die Tageskasse hat ab 8 Uhr geöffnet.

Foto: Jürgen Brach/Arena Trier

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