Oh Captain, mein Captain!

Simon Schmitz führt die Gladiators zu Spiel 5

Eines war klar: Der zweite Sieg muss her! Diese feurige Playoff-Serie hat ein fünftes Spiel verdient! Nach einer unfassbaren Anfangsphase machen die Gäste aus Heidelberg das Spiel, führen teilweise zweistellig. Simon Schmitz, Jermaine Bucknor und Justin Alston stemmen sich mit aller Kraft dagegen, doch die Baden-Württemberger lassen sich zunächst nicht von der aufgeheizten Atmosphäre aus der Bahn werfen. Als die Gladiators vier Minuten vor Schluss mit zehn Punkten hinten liegen, schwindet zunächst die Hoffnung. Doch durch die Veteranen Bucknor und vor allem Kapitän Schmitz wird das Ergebnis noch zu einem 89:88 gedreht.

Trier. Die Gladiators beginnen wie die Feuerwehr, führen nach kurzer Zeit mit 22:6, angeführt von Kapitän Simon Schmitz. Doch Heidelberg antwortet mit einem 14:0 Lauf, sodass es nach den ersten zehn Minuten fast ausgeglichen in die Pause geht. Das 2. Viertel ist geprägt durch Turnover, verworfene freie Dreier und Offensivfouls. In die Halbzeit geht es nach spektakulären Abschlüssen von Martin Seiferth für Heidelberg und Justin Alston für Trier mit 44:48.

„Ich glaube an meine Mannschaft. Wir sind auf Spiel 5 vorbereitet.“ (Headcoach Marco van den Berg)

Es folgt erneut eine starke Phase der Gäste, dank eines Not-Dreiers vom dauerausgepfiffenen Niklas Würzner wird die Führung erstmals zweistellig (66:76). Nachdem der sonst so überzeugende Alston (22 Punkte) zwei Freiwürfe in Folge und gleich danach noch einen weiteren Feldwurf vergibt, scheint die Luft bei den Gladiators raus. Ausgerechnet Thomas Henkel, der relevante Minuten zu Beginn und am Ende bekommt und erst seinen dritten Einsatz diese Saison macht, zieht das Offensivfoul, was den fast dreitausend Menschen nochmal Hoffnung für die letzten 4 Minuten gibt.

Simon Schmitz von den Gladiators Trier

Fast 3.000 Menschen feiern den Held der Schlussphase: Simon Schmitz. Foto: 5vier.de / Julia Nemesheimer

Dann kommt die Zeit des Kapitäns: Von den letzten 16 Gladiators-Punkten erzielt der Point Guard zehn und legt einen Assist auf (19 Punkte insgesamt, 6 Assists, 3 Rebounds). In den letzten 60 Sekunden hält es so gut wie niemanden mehr auf seinem Stuhl – das ist die Stimmung, wie es den Playoffs gebührt. Den letzten Versuch können die Academics nicht mehr verwerten, somit endet die Partie mit 89:88.

Das bedeutet genau das, was so viele erwartet haben: Ein alles entscheidendes Spiel 5. Rein nach der Statistik dürfte es ein Heidelberger Heimsieg werden, schließlich gelang beiden Mannschaften noch kein Auswärtssieg beim Gegner. Doch Marco van den Berg, so in der Pressekonferenz, glaubt an seine Mannschaft: „Ich bin sehr stolz, keiner hat seinen Kopf hängen lassen. Heidelberg hat unglaublich gut gespielt. Wir mussten lange warten, bis wir das kippen konnten. Das Spiel war Werbung für unseren Sport. Jetzt steht es 2:2. Wir sind vorbereitet.“

Randnotizen bei den Gladiators und Academics

Branislav Ignjatovic hat zur Halbzeitpause offiziellen Protest eingelegt, da aus seiner Sicht Jermaine Bucknor ein persönliches Foul aberkannt bekommen hat. Er ist sich nicht zu hundert Prozent sicher, aber vermutet, dass Buck schon ein 3. Foul hätte haben müssen. Sollte das korrekt sein, wäre das in der Tat ein große Bevorteilung der Gladiators sein, schließlich ist der Kanadier am Schluss mit 24 Punkten Topscorer, trifft satte fünf von sechs Distanzwürfen.

Trotz des überzeugenden Auftritts Thomas Henkel ist es definitiv sein letzter Auftritt für diese Spielzeit. Schuld ist keine Verletzung, sondern sind die Statuten der Liga. Van den Berg empfindet seinen Einsatz nicht als mutig, sondern Henkel habe sich diese Chance verdient.

Auf die Humba verzichtet Captain Simon Schmitz. Feiern will er diesen Sieg nicht. Erst wenn man ins Halbfinale kommt, wäre die Zeit dafür da. Was für ein Statement!

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