5vier.de besuchte die „Genussgesellschaft“

Ein Haus zum Verlieben, ein Ort zum Wohlfühlen – mit diesen Worten lässt sich das Projekt „Genussgesellschaft“ in der Nagelstraße beschreiben. Als „Liebhabergeschichte“ wird das neu eröffnete Geschäft auch von Sandra Leidner, Betreiberin des Gastronomiebereichs der Genussgesellschaft, bezeichnet. Seit kurzem stehen die Pforten des liebevoll restaurierten Hauses für Besucher offen und 5vier.de nahm dies zum Anlass, um mit Sandra Leidner über das Konzept und die Verwirklichung der Idee „Genussgesellschaft“ zu sprechen.

„Zwei Firmen unter einem Dach“, so beschreibt Sandra Leidner die außergewöhnliche Geschäftsidee, die sich in der Gestalt der „Genussgesellschaft“ offenbart. Ein Standbein sei der Buchhandel, der von Astrid und Michael Becker betrieben werde, erklärt Leidner und betont, dass es sich um eine vollwertige Buchhandlung handle. Schulbücher, Reiseberichte und Kochbücher, aber auch aktuelle Bestseller, könne man in den alten Gemäuern erwerben. Dabei sind die Bücher thematisch über zwei Etagen angeordnet und den Zimmern des Hauses zugeteilt, im Esszimmer findet man so beispielsweise die Reiseliteratur. Eine angestellte Buchhändlerin steht den Kunden mit Ratschlägen und Fachwissen zur Seite.

Sandra Leidner (rechts) und Mitarbeiter

Der zweite Teilbereich der „Genussgesellschaft“ ist die Gastronomie. Ein französisches Café erwartet die Gäste, die zu Speiß und Trank das Gebäude betreten. Das französische Flair möchte man bewusst schaffen, dabei allerdings nicht inszeniert, sondern authentisch wirken. Die Authentizität wird dabei zum einen durch das angestellte Personal erreicht. Dieses spricht zum Großteil neben deutsch auch französisch, einige der zwölf Mitarbeiter seien sogar gebürtige Franzosen, äußert Leidner. Zudem werden viele Produkte aus Frankreich bezogen, der Käsehändler sitze beispielsweise in Paris. „Wenn laut Speisekarte „Jean-Luc“ ein Gericht kreiert hat, dann heißt der Koch tatsächlich Jean-Luc“, veranschaulicht sie. Zum anderen wird das französische Flair über die angebotenen Törtchen und Petit fours geschaffen. Die Pâtisserie sei so auch ein wichtiger Bestandteil der Speisekarte, die zudem auch Frühstücksangebote und einige Bistro-Gerichte bietet. Im „Genussshop“ haben Gäste zusätzlich die Möglichkeit französische Spezialitäten zu erwerben. Marmeladen und Schokolade aus Frankreich seien unter anderem Teil des Angebots.

Vervollständigt wird das breite und ausgefallene Angebot der „Genussgesellschaft“ von speziellen „Genussseminaren“, die ab November stattfinden sollen. „Wir wollen das Thema Genuss in den verschiedensten Facetten beleuchten“, erklärt Leidner. Thematisiert werden dabei beispielsweise Weine, Schokolade oder Whiskey. Auch literarisch wird ein weiterer Genuss geboten: Ab Oktober werden in dem alten Gebäude Lesungen stattfinden, in der Adventszeit insbesondere für Kinder.

„Zu Besuch bei guten Freunden“

„Wir wollen, dass die Gäste das Gefühl haben, zu Besuch bei Freunden zu sein. Wir sehen uns als Gastgeber“, erläutert Leidner. Um diesem Anspruch gerecht zu werden, wurde das alte Haus in liebevoller Weise gestaltet, eingerichtet und dekoriert. Zuvor wurde das Haus zwei Jahre lang umgebaut und restauriert. „Astrid und Michael Becker haben sich mit diesem Haus und der Idee von Buchhandel und Café einen Traum erfüllt“, enthüllt Leidner und ergänzt, dass das Ehepaar sehr viel Eigenarbeit in der Restaurierungsphase geleistet habe.

Für diese Arbeit zollte zuletzt auch die Handwerkskammer Trier Respekt: Für die gelungene Restaurierung wurde der Denkmalpflegepreis verliehen. Ziel der Umbauarbeiten sei gewesen, einen möglichst großen Teil des alten Bestandes zu erhalten, erklärt Leidner und konkretisiert, dass neben der alten Treppe auch Elemente des Bodenbelags im Flurbereich aus dem vergangenen Jahrhundert stammen. In allen Details sei wichtig gewesen, authentische Materialien zu verwenden, äußert Leidner. Diese Ziele scheinen gelungen: Das Haus überzeugt und das Ambiente lädt zum Verweilen ein.

Ähnlich scheinen dies auch die ersten Gäste zu sehen. Obwohl die offzielle Eröffnung noch ausstehe und erst am 30. September stattfinden werde, seien bereits die ersten Tage sehr gut gelaufen, äußert Leidner. „Wir sind am Samstag überrannt worden – mehr als 400 Gäste durften wir willkommen heißen“, so die Gastronomie-Chefin. Weiterhin bemerkt Leidner, dass es sich um eine „Mehrgenerationengeschichte“ handle: „Im „Esszimmer“ sitzen Mütter mit Kindern neben alten Damen über 80 und Geschäftsleuten mit Notebooks“, veranschaulicht sie. Bei allem Trubel und dem Stress der Anfangszeit wirkt Sandra Leidner sehr glücklich. Und das, obwohl sie eigentlich nur als Beraterin fungieren sollte: Ursprünglich sei sie von Familie Becker darum gebeten worden, ein Konzept für die Gastronomie zu entwickeln, da sie sich schon seit geraumer Zeit in der Gastronomie verwirkliche. Zuletzt habe sie unter anderem an der Konzeption der Philharmonie in Luxemburg und dem europäischen Wirtschaftsgipfel mitgewirkt. „Ich hatte eigentlich nicht den Wunsch, noch ein Café zu betreiben“, erklärt Leidner. Mit der Zeit habe die Begeisterung allerdings überhandgenommen und so sei sie nun stolze Betreiberin des französischen Cafés der „Genussgesellschaft“.

„Genussgesellschaft“

  • Öffnungszeiten: Montag bis Samstag: 9 – 18.30 Uhr; Sonntag: geschlossen
  • Offizielle Eröffnung: Sonntag, 30. September. Gäste haben unter anderem die Möglichkeit die Kafferösterei live zu erleben
  • weitere Details zur Genussgesellschaft unter: www.genussgesellschaft.de

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