Darf Wittlich schon die Meisterschaft feiern? – Vorschau

Die SG Wittlich ist auf dem Weg zur Meisterschaft nicht mehr aufzuhalten. Am Wochenende könnte theoretisch bereits der Aufstieg feststehen. Dazu müsste jedoch die Konkurrenz mitspielen. Die Vorschau zum 29. Spieltag.

SG Irsch – SG Wittlich (Samstag, 17 Uhr)

SG Wittlich

Wittlich könnte am Wochenende schon den Titel feiern. Foto: Torsten Franken

Wie der FC Bayern in der Bundesliga, so marschiert die SG Wittlich unangefochten durch die Bezirksliga. Der beste Angriff, die beste Abwehr, ein 17-Punkte-Vorsprung – die Mannschaft von Frank Meeth ist auf dem Weg in die Rheinlandliga nicht mehr aufzuhalten. Bereits am Wochenende könnte der Tabellenführer auch theoretisch als Meister feststehen. Dazu müsste Wittlich am Samstag bei der SG Irsch gewinnen (17 Uhr) – und auf Ausrutscher der Konkurrenz hoffen. Sofern Landscheid (in Auw) und Mehring II (in Laufeld) ihre Spiele nicht für sich entscheiden, wäre der Aufstieg perfekt.

„Ich habe das Rechnen immer verboten, aber jetzt ist es erlaubt“, lächelt Meeth. Der Titelgewinn auf dem Wohnzimmersofa, sofern die Verfolger patzen würden, wäre aber nicht nach seinem Geschmack. „Mir wäre es lieber, wenn wir den Aufstieg eine Woche später daheim gegen Dörbach klar machen“, meint der Trainer ehrlich. Um sich da aus eigener Kraft Bierduschen und Jubelfeiern verdienen zu können, ist ein Sieg in Irsch nötig. „Wir haben das Ziel, unsere Qualität in jedem Spiel auf den Platz zu bringen.“ Die langzeitverletzten Oleg Tintor (Kreuzbandriss, wird in der kommenden Woche operiert), Jonas Schlösser (doppelter Oberarmbruch) und Tobias Stoffel (Syndesmosebandanriss) fehlen dem Spitzenreiter auf den letzten Metern zum Titel.

Irsch will dem designierten Meister vor eigenem Publikum Paroli bieten. „Für uns ist das Spiel eine Zugabe. Wir sind krasser Außenseiter. Spalier stehen wollen wir aber nicht“, sagt Trainer Peter Schuh, der sich am Mittwoch über einen wichtigen 3:2-Sieg in Ruwertal freute. Der Klassenerhalt rückt so näher. „Zwei Siege brauchen wir noch, dann sollten wir hoffentlich aus dem Gröbsten raus sein.“

SV Krettnach – SV Föhren (Samstag, 17.15 Uhr)

Krettnachs Trainer Erwin Berg muss seine Mannschaft umbauen.

Der SV Krettnach hat seine Ziele in der Fußball-Bezirksliga korrigiert. War der Wunsch vor Monaten, oben mitzuspielen, geht es für Erwin Berg nur noch um den Klassenerhalt. „Bis zu fünf Mannschaften können absteigen. So viele Teams müssen wir hinter uns lassen. Wir haben jetzt sieben Endspiele. Das erste davon steigt am Samstag gegen Föhren“, sagt der Trainer. Den Abstiegskampf hat Krettnach zuletzt eindrucksvoll angenommen. Wobei das 5:0 gegen Irsch und das 4:2 in Ralingen zugleich notwendige Siege waren, um nicht vollends in den Keller abzurutschen.

„Es hat sich ausgezahlt, dass wir nie hektisch geworden sind. Und endlich konnte ich zwei Mal in Folge mit derselben Startelf spielen. Das war wegen Schichtdiensten oder Verletzungen ansonsten nie möglich.“ Am Wochenende ist Berg jedoch zu Umstellungen gezwungen. Benjamin Becker und Patrick Dres sind krank. Dafür sind Paul Fiegler, Bastian Jung und der zuletzt gesperrte Kevin Flesch einsatzbereit. „Wir sind in der Lage, Föhren zu schlagen, wenn wir an die letzten Leistungen anknüpfen. Hurra-Fußball haben wir da nicht gezeigt, aber wir waren kompakt und aus dem Mittelfeld heraus für Überraschungen gut.“

Der SV Föhren reist mit der Empfehlung eines deutlichen 3:0-Erfolges gegen die SG Auw nach Krettnach. „Das Selbstvertrauen wollen gleich wieder einbringen“, so Trainer Christian Esch. Das Punktekonto von Föhren wurde in der Woche am „Grünen Tisch“ zusätzlich von 34 auf 36 aufgestockt. Das 1:1 bei Mehring II wurde nachträglich mit drei Zählern für das Team um Torjäger Nicola Weyer gewertet, weil der Gegner einen Jugendspieler einwechselte, der an dem Tag des Spiels schon für die dritte Mannschaft zum Einsatz kam. Der Klassenerhalt ist für Esch dennoch nicht in trockenen Tüchern. „Die Entscheidung hat uns etwas Luft verschafft, aber die Mannschaft interessiert das nicht. Wir brauchen noch einige Punkte.“

SG Osburg – SV Konz (Samstag, 17.30 Uhr)

Konz ist in Osburg gefordert.

Die SG Osburg hat sich den Krisenfrust in den vergangenen beiden Wochen mit zwei deutlichen 3:0-Siegen gegen den SV Leiwen und bei der SG Oberweis von der Seele geballert. Auch wenn dazwischen ein 1:2 in Mehring lag, glaubt Stefan Dawen: „Damit hat Osburg die Klasse fast gesichert.“ Der Trainer des SV Konz braucht hingegen mit seiner Mannschaft dringend einen Sieg, um dem Schreckgespenst „Kreisliga“ schnell zu enteilen. Am Samstag geht es nun eben nach Osburg. Von dem Gegner erwartet Dawen, „dass sie uns fußballerisch und kämpferisch alles abverlangen werden“.

Seit drei Spielen wartet Konz auf ein Erfolgserlebnis. Immerhin gefiel dem Übungsleiter die Reaktion auf die 2:5-Schlappe bei der SG Irsch. „In Ralingen haben wir einen 0:3- und 1:4-Rückstand in ein 4:4 umgewandelt. Das zeigt mir, dass die Moral stimmt. Beim 0:0 gegen Dörbach hat uns das Quäntchen Glück gefehlt.“ Die Nervosität im Abstiegskampf wertet er nicht als Belastung. „Wir haben in diesem Jahr vom ersten Training an Druck gehabt. Ein Dreier wäre wichtig, damit wir in der Tabelle wieder ein Stückchen nach oben kommen.“ Was Dawen gefällt, ist die Trainingsbeteiligung. „Die liegt mit Ausnahme von berufsbedingten Ausfällen bei fast 100 Prozent. Was die Einstellung betrifft, kann ich den Jungs keinen Vorwurf machen.“ In Osburg kann der Coach bis auf Florian Hock (Leistenprobleme) auf alle Kräfte zurückgreifen.

Ruwertal will Negativlauf beenden, Mergens-Nachfolge bald geklärt

Ins Titelrennen eingreifen kann die SG Landscheid nicht mehr wirklich. Mit einem Sieg bei der SG Auw kann sie der SG Wittlich aber eine vorzeitige Meisterparty verderben. Das gilt auch für den SV Mehring II, der bei Schlusslicht SG Laufeld antritt. Die SG Ruwertal ist nach drei Niederlagen in Folge wieder in den Abstiegskampf in der Wundertüte „Bezirksliga“ gerutscht. Trainer Jan Stoffels verlangt von seiner Mannschaft, an das Aufbäumen in der zweiten Halbzeit gegen Irsch anzuknüpfen. „Es muss unser Ziel sein, diese Leistung über 90 Minuten konstant abzurufen“, fordert er vor dem Heimspiel gegen Zell.

Die SG Ralingen reist zur SG Großkampen, die mit ihren Nachholspielen in der Hinterhand gute Karten hat, sich aus dem Tabellenkeller zu befreien. Bereits gerettet ist der SV Leiwen vor dem Heimspiel gegen die SG Oberweis. „Bis Mitte der nächsten Woche“, so der Sportliche Leiter Frank Otten, soll auch die Nachfolge von Trainer Christian Mergens für die kommende Saison geklärt sein.

Der 29. Spieltag im Überblick

Samstag, 20. April:

SG Irsch – SG Wittlich (17 Uhr)

SV Krettnach – SV Föhren (17.15 Uhr)

SG Osburg – SV Konz (17.30 Uhr)

SG Auw – SG Landscheid (18 Uhr)

Sonntag, 21. April:

SG Ruwertal – SG Zell (14.30 Uhr)

SG Großkampen – SG Ralingen (14.30 Uhr)

SV Leiwen-Köwerich – SG Oberweis (14.30 Uhr)

SG Laufeld – SV Mehring II (15 Uhr)

Spielfrei: SV Dörbach

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