Bezirksliga: Ein Unentschieden, das keinem weiterhilft

Text & Fotos: Stephen Weber

Im Keller ist es kühl. Das merkte man am Mittwochabend im Bezirksliga-Nachholspiel zwischen dem SV Föhren und dem SV Konz, die sich mit einem 3:3 (2:2)-Unentschieden voneinander trennten. Es war ein Flutlichtduell auf mäßigem Niveau, das nach 90 Minuten keinen Sieger verdient hatte. 5vier.de war live vor Ort.

Anspannung vor dem Anpfiff (Foto: Stephen Weber)

Die Ausgangslage war beiden Teams vor Anpfiff bewusst: Föhren als 15. und Konz als 13. in der Tabelle hatten die große Möglichkeit, mit einem Sieg den Sprung in das Mittelfeld des Gesamtklassements zu vollziehen. So konnte man als Zuschauer ein packendes Kellerduell mit viel Kampf und Spannung erwarten. Und die erste Spielminute schürte diese Hoffnung weiter: Wenige Momente nach Anstoß fabrizierte die Konzer Abwehr einen katastrophaler Fehlpass, den Föhrens Carsten Lambrecht nach nur 15 Sekunden zur 1:0-Führung der Hausherren verwerten konnte. Konz-Coach Patrick Zöllner kommentierte das Blitztor mit offenen Worten: „Das war wirklich ein schlimmer Fehler. Da brauch man sich auch nicht drüber ärgern, wenn wir aus so einer unnötigen Situation heraus ein Gegentor bekommen. Föhren war heute in so Momenten einfach ein Ticken gedankenschneller als wir und das wurde eiskalt bestraft.“

Viele Nicklichkeiten bestimmten das Spiel (Foto: Stephen Weber)

„Ein zerfahrenes Spiel“

Solch ein Auftakt macht normalerweise Appetit auf mehr – doch was beide Mannschaft in der Folge servierten, erinnerte eher an Drive-In-Fußball. Statt überlegtem Spielaufbau sahen die rund 100 Zuschauer viele hohe Bälle, teils haarsträubende Fehlpässe und zahlreiche Nicklichkeiten, die die Partie immer wieder unterbrachen. Konz haderte zwar mit dem verfrühten Rückstand und versuchte sich immer wieder durch Fernschüsse von Michel Kupper Stöß und Stefan Becker dem gegnerischen Tor anzunähern, doch mangelte es ihren Versuchen meist an der nötigen Portion Präzision. Das sollte sich fast über die gesamten 90 Minuten hindurchziehen, was Patrick Zöllner ebenfalls auf den Magen schlug: „Das war sicherlich ein zerfahrenes und kein sehr gutes Fußballspiel. Es wurde eigentlich nur durch Standards Torgefahr erzeugt.“

Nach knapp einer halben Stunde gelang beiden Mannschaft dennoch ein sehenswerter Schlagabtausch: Erst war es Föhrens Markus Barthen, der mit einer mustergültigen Flanke einen Mitspieler im Konzer Strafraum fand, dessen Kopfball zwar Schlussmann David Kwast überwand, jedoch an einem Abwehrspieler auf der Linie scheiterte. Im direkten Gegenstoß war es Stefan Becker, der plötzlich frei mit dem Ball am Fuß vor dem gegenüberliegenden Gehäuse auftauchte. Jedoch war sein Lupfer über den herausgestürmten David Kees zu lässig und landete in dessen Armen. Da war mehr drin. Nach dieser Aktion dachte man nicht mehr, dass eine der beiden Mannschaften in der ersten Halbzeit noch etwas Konstruktives zustande bringen würde, als sich auf einmal die Ereignisse überschlugen. In der 40. Minute spielte Konz mal schnell nach vorn und drang durch Michel Kupper-Stöß, aus zuvor stark abseitsverdächtigen Position, in den Föhrener Strafraum ein, der anschließend nur mit einer Regelwidrigkeit gestoppt werden konnte. Den fälligen, aber auch glücklichen Strafstoß versenkte Matthias Götze kaltschnäuzig genau ins Schwarze.

Patrick Zöllner sah kein gutes Spiel (Foto: Stephen Weber)

Die Fans an der Seitenlinie grummelten noch lautstark über die vermeintliche Fehlentscheidung des Schiedsrichters, als es keine 100 Sekunden später für ihre Farben klingelte. Nicola Weyer band mit einem Dribbling zwei Konzer Verteidiger, legte mit viel Übersicht auf Carsten Lambrecht weiter, der aus spitzen Winkel zum 2:1 einschoss. Damit aber nicht genug. Wiederum nur zwei Minuten später gab es in der Nachspielzeit der ersten Hälfte noch einen Freistoß für die Gäste aus dem Halbfeld, den sie hoch in den feindlichen Sechzehner traten, in dem Merlin Weis alle übersprang und mit dem Scheitel zum erneuten Ausgleich weiterleitete. Dann war erst einmal Durchschnaufen angesagt.

Eine verdiente Punkteteilung

Auch nach dem Seitenwechsel behielt die Partie ihren hektischen Grundcharakter bei. Bis zur 70. Minute gelang den jeweiligen Vereinen wenig aus dem Spiel heraus. Nur nach den hervorragend getretenen Ecken der Gastgeber flammte kurzzeitig immer wieder Torgefahr auf. Umso überraschender fiel die erstmalige Führung der Gäste in der 71. Minute: Distanzschütze Kupper Stöß nahm sich zentral vor der Strafraumkante ein Herz und zog einen Gewaltschuss genau auf den Torhüter, der mit dem Druck nicht hantieren konnte und das Leder so den Weg in sein Tor fand. Der etwas glückliche 3:2-Vorsprung für Konz. Die Antwort sollte allerdings abermals nicht lange auf sich warten lassen. In der 75. Minute segelte eine Ecke von Föhren über sämtliche Schädeldecken hinweg an den langen Pfosten, an dem Thomas Wagner lauerte und per Volleyschuss in den kurzen Winkel kompromisslos für den finalen Paukenschlag sorgte. Zöllner fand lobende Worte für die Standards des Gegners: „Das ist wirklich die Stärke des SV. Die Ecken waren allesamt gefährlich und super getreten. Das ist ganz schwer zu verteidigen.“

Zwei Ereignisse geschahen noch: In der 85. Minute dezimierte sich Föhren selbst, als Thomas Wagner nach wiederholtem Foulspiel vom Platz flog – eine zu harte Entscheidung von Schiedsrichter Carsten Braband, der an diesem Abend des häufigeren überfordert wirkte. Aber auch die numerische Überzahl glich Konz alsbald aus, als in der 90. Minute Christian Schneider, ebenfalls aufgrund mehrmaliger Härte, mit gelb-rot das Grün verlassen durfte. Es sollte der unrühmliche Höhepunkt einer Partie werden, die trotz aller fußballerischen Unzulänglichkeiten doch zu unterhalten wusste. So bilanzierte Zöllner abschließend: „Das war kein tolles Fußballspiel von beiden Teams, also geht das Unentschieden in Ordnung.“

STATISTIK

SV Föhren (Trainer: Christian Esch)
Kees – Barthen (73. Heinz), Esch, Schneider, S. Wagner – Meyer, A. Wagner, Hayer (26. Brettle), T. Wagner – Lambrecht, Weyer (86. Haubrich)

SV Konz (Trainer: Patrick Zöllner)
Kwast – A. Becker, Maasem, Junge, Witzenrath – Vehres, Schneider, Götze (73. Herresthal), Weis (75. Guschakowski) – Kupper Stöß, S. Becker

Tore:
1:0 Carsten Lambrecht (1.)
1:1 Matthias Götze (FE, 40.)
2:1 Carsten Lambrecht (43.)
2:2 Peter Maasem (45.)
2:3 Michel Kupper Stöß (71.)
3:3 Thomas Wager (78.)

Besondere Vorkommnisse:
Gelb-Rot: Thomas Wagner (85., SV Föhren), Christian Schneider (90., SV Konz) – beide nach wiederholtem Foulspiel

Schiedsrichter: Carsten Braband (Klausen)
Zuschauer: 100

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Kommentare (3)

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  1. Radant D sagt:

    Es war das erwartet spannende und schnell geführte Spiel
    vom beiden Seiten. Es war für mich bisher das beste Spiel des SV Föhren. Die Einstellung hat gestimmt und der Siegeswille war unbedingt vorhanden. Wie bereits im Spielbericht erwähnt, war der Schiedsrichter nicht gerade ein Freund der Föhrener Mannschaft. Warum er das regulär erzielte 2:0 nicht gegeben hat bleibt wohl sein Geheimnis.
    Dann wäre es für Konz wohl sehr schwierig geworden das Match noch zu drehen. Auch der 11 Meter war höchst fragwürdig. Allerdings kann man nach der erneuten Führung durch Konz in der 2.Hälfte und dem Ausgleich zum 3:3 in der 78. Min. letztendlich doch von einem Punktgewinn sprechen. So wie sich beide Teams präsentierten werden Sie wohl nicht lange im Tabellenkeller bleiben.

  2. Fan des SV F sagt:

    Also ich fand das Spiel echt megaspannend, sehr intensiv und mit einem offenen Kaliber von beiden Teams geführt. Und da war ich net der einzige, der das so gesehen hat. Was will man denn mehr als Zuschauer?
    Das beide Mannschaften unentwegt nach vorne rennen, findet man in der heutigen Fussballzeit doch fast agr nicht mehr auf Sportplätzen -auch in den Amateurligen-.

    Ansonsten finde ich es super, wie ihr immer brandaktuell über die Spiele in unserem bezirk berichtet. Daher nur der Vorschlag: nicht ganz so pessimistisch berichten bei einem 3 zu 3 bzw. die Ansicht des Trainers zu stark in den Bericht mit einbeziehen(ich kann das ja gut verstehen, dass der Trainer des SV Konz graue Haare über den Freifahrtschein für die gegnerische Offensive bekommen hat, aber dafür war die Offensive vom SV K auch net von schlechten Eltern).

    Trotzdem: Weiter so!!!

  3. Gefoult wurde vor dem Elfmeter Micher Kupper-Stöß
    Torschütze (Kopfball) zum 2 : 2 war Merlin Weis
    und die gelb-rote Karte erhielt Christian Schneider auf Konzer Seite.

    Anm. d. Red.: Vielen Dank für die Hinweise. Die Trikotnummern waren unter dem Föhrener Nachthimmel nicht immer gut zu erkennen.

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