Bezirksliga: Top-Teams lassen Punkte liegen

Von Stephen Weber

Der 19. Spieltag war nicht der Tag der Spitzengruppe. Die Teams von Tabellenplatz eins bis drei, SG Lüxem/Wittlich, SG Ellscheid und SV Mehring II, schafften es nicht, Siege einzufahren. Aus diesem Grund ist der große Gewinner des Spieltags der SV Konz, der auswärts in Lambertsberg einen 3:1 Sieg feiern durfte. Die Elf von Trainer Patrick Zöllner konnte durch den Erfolg nunmehr in der Tabelle mit Mehring gleichziehen und ist jetzt bis auf fünf Punkte an Tabellenführer Lüxem/Wittlich herangerückt. Ein Torfestival fand in Ralingen statt, die mit einem eindrucksvollen 9:2 Kantersieg die Gäste aus Leiwen-Köwerich wieder nach Hause schickten. Im Kellerduell zwischen der SG Zell-Bullay/Alf und dem TuS Ahbach gab es für die Zuschauer bei einem mageren 0:0 keinen Anlass zum Jubeln.

Patrick Zöllner hat gut Lachen

SV Dörbach – SG Lüxem/Wittlich 3:2
Der 19. Spieltag begann am Samstag mit einer Überraschung. Die Mannschaft der Stunde, die SG Lüxem/Wittlich, bis dahin seit acht Spielen in Folge ohne Niederlage, verlor beim Drittletzten der Liga SV Dörbach mit 3:2. Der Gastgeber konnte indes seine Talfahrt stoppen, nach der man mit null Punkten und 0:12 Toren aus den letzten drei Partien zwischenzeitlich auf einen Abstiegsplatz gerutscht war.

Für SV Trainer Rudi Jung kam der Sieg jedoch nicht unerwartet: „Ich hatte die ganze Woche ein gutes Gefühl und deswegen auch der Mannschaft gesagt, dass wir voll auf Sieg spielen werden.“ Schon in der ersten Spielminute ging man durch einen blitzsauberen Angriff, abgeschlossen durch Stürmer Benjamin Kunkel, mit 1:0 in Führung. Auch im Anschluss kämpfte der Außenseiter beherzt weiter und wurde abermals in der 18. Minute für seine couragierte Leistung belohnt, als Abwehrspieler Christian Reuter auf 2:0 erhöhte. Aber der Ligaprimus wollte sich nicht widerstandslos geschlagen geben. SG Trainer Frank Meeth stellte die taktische Grundausrichtung auf eine Dreierkette um, in der Hoffnung, das  Offensivspiel seiner Mannschaft zu befeuern. Das Kalkül ging auf, als kurz vor der Halbzeit der eingewechselte Yannic Nau auf 1:2 verkürzte. Die Gäste kamen auch besser aus der Halbzeitpause und glichen in der 51. Minute die Begegnung aus. Nach einer Standardsituation versuchte der Dörbacher Abwehrspieler Clemens Göpel den Ball aus dem Sechszehner zu klären, doch traf dabei unglücklich ins eigene Netz. Allerdings verblasste dann der Glanz der Gäste alsbald wieder. So sagte Frank Meeth: „Nach dem Ausgleich hat sich mein Team zu sicher gefühlt. Dörbach hat im Gegensatz zu uns volle 90 Minuten Derby gespielt und leidenschaftlich gekämpft. Man muss neidlos anerkennen, dass der Sieg verdient war.“ Denn Florian Schröder gelang in der 78. Minute der verdiente Siegtreffer für den SV, der Trainer Rudi Jung stolz machte: „Wir haben insgesamt mehr investiert, das war eine super Leistung und ein gerechter Sieg.“

SV Morbach II – SG Schoden 1:2
Die Euphorie bei Schodens Mannschaft und Trainer war groß nach spannenden 90 Minuten Erlebnisfußball. So kommentierte ein gutgelaunter Trainer Peter Schuh die Begegnung: „Das war ein Erfolg des Kollektivs. Die Mannschaft hat prima zusammen gekämpft und geackert, allerdings muss ich auch gestehen, dass der Sieg im Endeffekt etwas glücklich war.“ Besonders Schodens Schlussmann, Mark Alexander Körner, erntete den Respekt von seinem Trainer, aber auch vom Coach der unterlegenen Morbacher, Andreas Schärf: „Drei bis vier Glanzparaden von Körner haben Schoden den Sieg gerettet, ansonsten waren wir heute in allen Belangen überlegen. Ich kann der Mannschaft keinen Vorwurf machen, das heute war einfach Pech.“ Doch der Reihe nach: Nach einer torlosen ersten Hälfte ging der Tabellenfünfte aus Schoden dank eine Balleroberung im Mittelfeld und einem präzisen Pass in die Schnittstelle der Morbacher Abwehr in der 51. Minute mit 1:0 in Führung. Der Torschütze war Lukas Kramp. Danach warf Morbach alles nach vorn und spielte sich hochkarätige Gelegenheiten heraus, die allesamt von Torhüter Mark Alexander Körner entschärft werden konnten. Nur in der 70. Minute war auch er machtlos, als der Druck der Platzherren zu groß wurde und eine Flanke in den Fünfmeterraum den freistehenden Michael Junk fand, der zum 1:1 köpfte. Auch anschließend war Morbach feld- und spielüberlegen, jedoch reichte eine Unaufmerksamkeit zur erneuten Führung der Gäste, als nach einer schönen Stafette im Mittelfeld ein schneller Konter in der 75. Minute von Dominik Bart zum 2:1 Endstand abgeschlossen wurde. Andreas Schärf war auch noch ein paar Stunden nach Abpfiff zerknirscht: „Eine alte Fußballweisheit hat sich heute wieder bewahrheitet: Wenn man vorne die Dinger nicht macht, fängt man sie sich hinten ein. Und so war es auch bei uns.“

SV Föhren – FC Bitburg 1:1

Reiner Roth war nicht zufrieden

Nicht zufrieden war Bitburgs Trainer Reiner Roth nach Abpfiff, musste allerdings eingestehen, dass das Ergebnis dem Spielverlauf gerecht wurde. Seine Elf ging nach zehn Minuten durch eine schöne Kombination in der gegnerische Hälfte, abgeschlossen durch Oliver Adams, mit 1:0 in Führung. Doch lange währte die Freude über den Treffer nicht, denn postwendend fingen sie sich in der 11. Minute den Ausgleich durch Föhrens Stürmer Axel Meyer ein. Das sollten auch die einzigen Treffer der Partie bleiben. Reiner Roth erklärte: „Nach dem Ausgleich hatte Föhren ein leichtes Übergewicht, konnte aber auch kein Tor mehr erzielen. Meine Mannschaft kam in der ersten Halbzeit nicht mehr richtig in Tritt.“ Nach dem Seitenwechsel wurden die Spielanteile auf dem Feld ausgeglichener. Beide Mannschaften erarbeiteten sich weiterhin gute Torgelegenheiten, jedoch mangelte es im Abschluss oft an der nötigen Konzentration. So wurde es ein Unentschieden, das die beiden Kellerkinder im Abstiegskampf nicht wirklich voranbringt. Reiner Roth dazu: „Nach dem tollen 6:0 gegen die SG Zell-Bullay/Alf vergangene Woche hatte ich mir mehr versprochen, aber das Remis geht, wenn man die vollen 90 Minuten betrachtet, dennoch in Ordnung.“ Föhren erwartet nächstes Wochenende mit Ahbach ein weiteres Duell gegen einen direkten Kontrahenten im Abstiegskampf, während Bitburg auf einen Dreier gegen den Tabellensiebten, die SG Laufeld, hoffen kann.

SG Lambertsberg – SV Konz 1:3

Trotz schwieriger Platzbedingungen gewann der SV Konz eine vom Kampf bestimmte Partie etwas glücklich mit 3:1 bei der SG Lambertsberg. Es war der erste Sieg in der Konzer Vereinsgeschichte gegen die Spielgemeinschaft, aber nicht nur das stimmte Trainer Patrick Zöllner zufrieden: „Nach zwei Remis in Serie war es für die Moral der Mannschaft wichtig mal wieder eine Partie zu gewinnen. Beide Teams haben munter mitgespielt und hatten jeweils ihre Chancen zum Sieg, nur wir haben sie genutzt.“ Jedoch sah es anfangs nicht nach einem erfolgreichen Spieltag für den SV aus. In der fünften Minute nutze Mark Antony eine Unachtsamkeit der Konzer Abwehr und traf zum frühen 1:0 der Gastgeber. Mit diesem Ergebnis gingen beide Teams auch in die Halbzeit. Die zweiten 45 Minuten agierte Konz offensiver und kam zu mehr Gelegenheiten. Diese Bemühungen zahlten sich erstmals in der 60. Minute aus, als Kevin Vehres nach einem Eckball zum 1:1 Zwischenstand abstaubte. In der Folgezeit hatten beide Mannschaften mehrmals die Führung auf dem Fuß, konnten jedoch keine ihrer hochwertigen Gelegenheiten verwerten. Ein besonderer Glücksgriff von SV Trainer Zöllner war schließlich die Einwechslung des A-Jugendspielers Yannic Kohns, der die Partie im Alleingang entschied. Nach einem Konter in der 73. Minute erzielte er seinen ersten Jokertreffer, gefolgt von einem weiteren Torerfolg in der 88. Minute, ebenfalls durch ein vorgetragenen Konter. Über das 3:1 Endergebnis sagte Trainer Zöllner: „Man muss auch mal einen dreckigen Sieg einfahren. Ich bin glücklich, dass uns das heute gelungen ist.“

Schützenfest in Ralingen

Die weiteren Ergebnisse

SG Ralingen – SV Leiwen-Köwerich 9:2

SG Laufeld – SG Ellscheid 2:0

SV Niederemmel – SV Mehring II 0:0

SG Zell-Bullay/Alf – TuS Ahbach 0:0

SG Großkampen – SG Osburg 1:2

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Kommentare (1)

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  1. Dr. Uwe Weber sagt:

    Informativ und unterhaltsam geschriebener Artikel. Man fühlt sich voll im Bilde über das Geschehen.

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