Wittlich hofft auf Meistersause, Trainer Schuh bleibt in Irsch

Von Florian Schlecht

Ein Radiobesuch beim Training und das Hoffen auf viele Zuschauer: Die SG Wittlich will im Heimspiel gegen den SV Dörbach die Meisterschaft perfekt machen. Die SG Irsch ist dagegen entzückt, weil Peter Schuh in sein 15. Jahr als Trainer geht. Die Vorschau zum 30. Spieltag der Fußball-Bezirksliga.

SG Zell – SG Irsch (Samstag, 17.30 Uhr)

Peter Schuh (links im Bild, neben Patrick Zöllner) bleibt Irsch treu. Foto: Stephen Weber

Eine Nachricht macht die SG Irsch vor dem Auswärtsspiel bei der SG Zell glücklich. Peter Schuh wird auch in der Saison 2013/14 bei seinem Heimatverein arbeiten. Schuh ist seit 1999 Trainer in Irsch, führte die Mannschaft in die Bezirksliga und hat ein Konzept mit jungen Spielern entwickelt, das von den Fußballfans in den Irsch, Ockfen und Schoden angenommen wird. „Wir sind ein Zuschauermagnet. Nun wollen wir weiter junge, hungrige Burschen entwickeln und uns in der Liga etablieren“, sagt Schuh.

Zuvor braucht Irsch aber noch „ein, zwei Siege“, um auch die Gewissheit des Klassenerhalts zu haben. Zuletzt gab es dem 3:2 in Ruwertal und dem überraschenden 3:1 gegen Wittlich zwei wichtige Schritte aus dem Tabellenkeller. Trotzdem sieht der Trainer „die Mannschaft der Stunde“ eher in Zell, wo es am Samstag hingeht.

Mit August Schlotter ist dem Absteiger aus der Rheinlandliga die große Kehrtwende gelungen, die Sorgen eines direkten Durchreichens in die Kreisliga sind längst vertrieben. 40 Punkte hat Zell auf dem Konto, 21 davon fuhr es in den nur zehn Spielen der Rückrunde ein.

SG Wittlich – SV Dörbach (Sonntag, 14.30 Uhr)

SG Wittlich

Wittlich braucht einen Sieg gegen Dörbach – dann wäre der Aufstieg perfekt. Foto: Torsten Franken

Die Wittlich ist heiß auf eine Meistersause. Möglichst mit dem heimischen Publikum. Am Sonntag kommt es zum Derby gegen den SV Dörbach. Mit einem Sieg wäre Wittlich der Aufstieg auch rechnerisch nicht mehr zu nehmen. So nahm Frank Meeth in den letzten Tagen schon die Euphorie rund um den Verein wahr. Das Radio Wittlich schaute beim Training vorbei und führte Interviews. In der Gemeindezeitung wurde auf das Spiel hingewiesen. „300 Zuschauer sollten schon kommen“, hofft der Trainer, der immer noch den ganz großen Schub an Fans auf dem Sportplatz vermisst. „Wir werden Meister – und keiner kriegt es so richtig mit.“

Die Chance nun im Heimspiel auf dem Rasenplatz in Lüxem zu bekommen, gefällt Meeth. Bereits am vergangenen Wochenende hätte es mit dem Titel so weit sein können, weil Mehring II und Landscheid Federn ließen. Doch Wittlich war bereits am Samstag in Irsch unterlegen. „Mich wurmt die Niederlage noch immer. Aber ansonsten wären wir am Sonntag auf der Couch Meister geworden. Und das wäre auch blöd gewesen.“ Zusätzlichen Druck, weil nach dem Spiel ja eine Party steigen soll („Natürlich wird der Vorstand für den Fall der Fälle vorbereitet sein“), sieht Meeth nicht bei einem Polster von 14 Zählern Vorsprung auf Platz zwei. „Man braucht kein Prophet sein, um vorauszusagen, dass wir irgendwann die nötigen Punkte holen. Überheblichkeit wird kein Problem sein, dafür ist der Konkurrenzkampf im Kader zu hoch. Aber es ist klar, dass die Gegner nicht kampflos die Punkte abliefern und einen Strauß Blumen mitbringen.“

Auch Dörbach geht kämpferisch ins Spiel. „Wittlich wird Meister, das ist so sicher wie das Amen im Gebet. Aber wir wollen ihnen schon ein bisschen in die Suppe spucken“, lächelt Trainer Rudi Jung, dem ein unerwarteter Erfolg für den Klassenerhalt nicht ungelegen käme. Das 3:0 gegen Laufeld sorgte für einen Aufschrei der Erleichterung. „Da waren wir schon verdammt, einen Sieg einzufahren. In der ersten Halbzeit war den Spielern schon die Verunsicherung anzumerken, da waren wir etwas schwerfällig. Danach haben wir umgestellt und waren risikofreudiger.“ Nun hofft Jung auf eine Überraschung in Wittlich. Die vielen Zuschauer auf der Anlage sieht er nicht als Nachteil – und verweist auf die 0:2-Niederlage von Salmrohr im Oberliga-Spitzenspiel gegen Zweibrücken vor 1.600 Besuchern. „Dort hat man gesehen, dass das für die Heimmannschaft nicht besser sein muss.“

SG Ralingen – SG Ruwertal (Sonntag, 14.45 Uhr)

Ralingens Coach Peter Löw will die Defensive festigen. Foto: Andreas Gniffke

Ein Comeback macht Ralingen Hoffnungen. Der langjährige Spielführer Michael Wagner hat sich bereit erklärt, im Abstiegskampf auszuhelfen. Im Sommer hatte der 32-Jährige seine Karriere aus verletzungsbedingten Gründen beendet. Beim 3:0-Sieg in Großkampen feierte der Mittelfeldspieler einen gelungenen Einstand in der Startelf und traf zur Führung in der 18. Minute. „Wir hoffen, dass er die Serie zu Ende spielen kann und die Gesundheit das zulässt“, baut Trainer Peter Löw so auch im Heimspiel gegen die SG Ruwertal auf Wagner, von dem die Initiative auf einen erneuten Angriff in der Bezirksliga ausgegangen sei. „Er ist noch nah an der Mannschaft dran. Sein Angebot nehmen wir dankend an“, freut sich Löw.

Besonders die Festigung der Defensive ist ein wichtiges Anliegen des Trainers. 53 Gegentore sind der dritthöchste Wert in der Liga. Beim Debüt von Wagner in Großkampen spielte Ralingen erstmals in dieser Saison zu Null. „Das war ein Schritt in die richtige Richtung. Besonders, weil wir unsere kämpferischen Qualitäten unter Beweis stellen konnten.“ So will Löw das auch gegen Ruwertal sehen, das nach dem 3:0 gegen Zell immer noch nicht gerettet ist. Bei einer Niederlage in Ralingen kann der Gegner nach Punkten gleichziehen.

Duell der „4:0-Könige“, Krettnach unter Zugzwang

Bereits am Samstag könnte Wittlich als Meister feststehen, wenn die Konkurrenz ihre Spiele nicht gewinnt. Der SV Mehring II will seinen Bezirksliga-Alltag nach vielen bitteren Pillen wieder versüßen. In den letzten beiden Spielen traf der Tabellendritte nicht ins Tor, bei Schlusslicht Laufeld gab es nur ein 0:0, der 2:1-Sieg gegen Föhren wurde wegen eines Wechselfehlers am „Grünen Tisch“ für den Gegner gewertet. Die SG Landscheid erwartet den SV Krettnach, dem der endgültige Sprung aus dem Keller nicht gelingen will. Durch die 0:2-Heimpleite gegen Föhren steht das Team von Erwin Berg unter Zugzwang. Föhren kann hingegen mit einem Sieg gegen Großkampen den Klassenerhalt so gut wie perfekt machen. Die Frage ist, wie die Mannschaft das 0:4 in Leiwen weggesteckt hat.

Mit Oberweis und Laufeld treffen dann am Sonntag zwei Vereine aufeinander, die wahrscheinlich der Kreisliga nicht mehr entgehen können. Das Duell zwischen dem SV Konz und dem SV Leiwen ist das Duell der „4:0-Könige“. Konz sammelte mit dem Ergebnis in Osburg wichtige Punkte für den Klassenerhalt, Leiwen setzte so ein deutliches Zeichen im Derby gegen Föhren.

Die Spiele im Überblick

Samstag, 27. April:

SV Mehring II – SG Auw (17 Uhr)

SV Föhren – SG Großkampen (17 Uhr)

SG Zell – SG Irsch (17.30 Uhr)

SG Landscheid – SV Krettnach (18 Uhr)

Sonntag, 28. April:

SG Oberweis – SG Laufeld (14.30 Uhr)

SG Wittlich – SV Dörbach (14.30 Uhr)

SV Konz – SV Leiwen-Köwerich (14.30 Uhr)

SG Ralingen – SG Ruwertal (14.45 Uhr)

Spielfrei: SG Osburg

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