Buntes: Neuer Partner – BOB und Bitburger machen gemeinsame Sache

Die Verkehrspräventionskampagne „BOB – Nüchtern ist cool“ des Trierer Polizeipräsidiums freut sich über Nachwuchs: Die Bitburger Brauereigruppe wird die Kampagne von nun an als neuer Partner im Kampf gegen Alkohol unterstützen. Die Beteiligten hielten am gestrigen Montag eine Pressekonferenz im Bistro Walderdorff’s Napoleon am Dom ab, auf der man sich sehr optimistisch gab. „Für die künftige Kooperation hat man sich viel vorgenommen“, sagte auch der Geschäftsführer der Bitburger Braugruppe Dr. Werner Wolf. 5vier-Redakteur Sebastian Minas war vor Ort.

Ich bin BOB

Das Walderdorff’s ist Partner von BOB. Foto: Sebastian Minas

BOB ist schlau und vernünftig und kann trotzdem feiern gehen. BOB bekommt für sein Verantwortungsbewusstsein sogar noch eine Belohnung. Ihm winkt sogar jedes Mal, solange er seinen Ausweis dabei hat, ermäßigter Eintritt in den Gastrobetrieben und Diksotheken in Trier, oder gar ein Glas aufs Haus! Und wieso das alles? Weil er abends fährt und keinen Alkohol trinkt!

Per Definition ist BOB keine Abkürzung, steht nicht etwa für „Betrunken ohne Bier“. BOB ist, schenkt man der örtlichen Polizei Glauben, „ein Präventionskonzept zur Erreichung einer Verhaltensänderung und zur Übernahme gesamtgesellschaftlicher Verantwortung im Rahmen von Corporate Citizenship“- Aha! Dieser typische Polizeijargon heißt übersetzt soviel wie: Wir zeigen Präsenz zur Vorbeugung von Alkohol am Steuer und möchten, dass die Menschen verantwortungsbewußter feiern.

Die Kampagne, die es mittlerweile bereits seit zwei Jahren in Trier gibt und damals bereits bundesweit einmalig war, ist zwar stetig gewachsen, aber noch nicht richtig im Bewusstsein der Nachtschwärmer angekommen. Dabei gibt es das Konzept, welches ursprünglich aus Belgien stammt und sich dort einer großen Bekanntheit erfreut, in mittlerweile 155 Gastrobetrieben der Region.

Vielleicht hat der ein oder andere bereits den knallgelben Schlüsselanhänger gesehen, oder die Blau gelben Schilder, die überall in den Partner-Betrieben aushängen. Der Fahrer, der sich mit entsprechendem Anhänger im entsprechenden Lokal ausweisen kann, bekommt dort ein Getränk oder einen Preisnachlass vom Wirt. „Alle Privatpersonen, Organisationen, Firmen, Behörden, Vereine, Cliquen, Personengruppen und gesellschaftliche Gruppierungen beteiligen sich an der Aktion BOB. Die Teilnahme und Unterstützung ist nicht an Voraussetzungen oder Vorbedingungen gebunden“, heißt es auf entsprechenden Seiten.

Der Fahrer ist (n)immer der Dumme

Jetzt mag man sagen: Der Fahrer ist aber immer der Dumme, kann sich nicht betrinken und deshalb zwangsläufig auch keinen Spaß haben. Schließlich gehören diejenigen, die sich betrunken haben und deshalb zwangsläufig Spaß hatten auch noch zu gegebener Zeit nach Hause ins Bett! Mit der einmaligen BOB-Initiative der Polizei Trier und verschiedenen Kooperationspartnern aus allen möglichen Bereichen der Gastronomie ergibt sich nun aber die Gelegenheit, aus einem angeblichen Nachteil doch noch Profit zu schlagen und ganz nebenbei Verantwortungsgefühl zu beweisen. Nicht nur sich selbst, sondern auch seinen Freunden, Bekannten und Kollegen kann im Sinne der Veranstalter geholfen werden – wenn eine schöne Nacht auch gut zu Ende gebracht wird.

Die Marke Bitburger als starkes Zugpferd

„Eine Brauerei für mehr Verantwortung im Umgang mit Alkohol? Das ist doch Quatsch!“, mag da der ein oder andere sagen. Tatsächlich aber liegt es gerade bei den Brauereien,den verantwortungsvollen Umgang mit ihrem Produkt zu betonen. „Wir gehen in diesem Kontext ganz gezielt auf unser Alkohol-frei-Produkt ein“, sagt Dr. Werner Wolf, Geschäftsführer der Bitburger Braugruppe. Das Polizeipräsidium zeigte sich sehr zuversichtlich, was die künftige Kooperation anbelangt: “ Unsere BOB-Infrastruktur innerhalb der Polizei Trier ist sehr gut. So gibt es spezielle BOB-Moderatoren, die unter anderem auch sehr erfolgreich in Schulen vertreten sind. Ich bin überzeugt davon, dass sich diese Infrastruktur mit derjenigen, wie sie bei Bitburger in Form der guten Beziehungen zu den Wirten und Gastronomiebetrieben vorhanden ist, sehr gut ergänzen wird. Wir wollen schließlich direkt beim Endverbraucher ankommen“, so Polizeipräsident Lothar Schömann.

Wir sind BOB: v.l.n.r.: der stellvertr. Polizeipärsident Jürgen Schmitt, der Geschäftsführer der Bitburger BRaugruppe Dr. Werner Wolf, der amtierende Polizeipräsident Lother Schömann

Wie passt das nun aber zusammen? Eine Brauerei und die Alkoholprävention? „Unsere Motivation ist die Sache selbst. Wir leben natürlich davon, dass unsere Verbraucher gesund sind und tragen deshalb auch eine gewisse Verantwortung. BOB ist ein soziales Engagement, das sich lohnt. Für beide Seiten“, so Wolf.

Gemeinsam ist man stark. Vorallem in der Zeit vor Fasching.

Neben Bitburger sind weitere Partner wie die Dekra, Dehoga oder die Sparkasse mit an Board. Gemeinsam erhofft man sich, die 200er Grenze zu sprengen, um das Angebot auf immer mehr Gastro-Betriebe ausweiten zu können: “ Wir wollen deutlich mehr als 200 Betriebe erreichen und wir wollen vor allem, dass auch über Fasching die Verantwortung in den Köpfen der Menschen präsent bleibt“, so Jürgen Schmitt, seines Zeichens stellvertretender Polizeipräsident. Deutschlands berühmte Brauerei kann hier eine tragende Rolle spielen: Glaubt man Wolf, so wird man sich in den nächsten Wochen mit 500 weiteren Lokalbetreibern zusammen setzen und versuchen, sie für das BOB-Engagement zu gewinnen.

„Bisher hat jedoch noch niemand Nein gesagt“, so Polizeisprecher Kar-Peter Jochem. Er bringt die Position der Polizei gut auf den Punkt: „Wir sind weder für noch gegen Alkohol, sondern gegen Alkohol am Steuer. Wir haben bisher ein positives Feedback erhalten, stetig mehr Partner wie etwa auch die TBB gewinnen können. So eine Aktion muss wachsen. Wir sind um jeden froh, besonders um die Bitburger-Gruppe“.

0,0 ist das Ziel. Foto: Sebastian Minas

Das Recht der Jugend

Auf der Konferenz betont man die Zielgruppe der 18-24-jährigen. Die seien ja generell „locker“ und haben Spaß am Feiern. So war man auf verschiedenen Uni-Partys wie der AB-Foyer Party, auf der Open House PArty, aber auch beim TBB und der Eintracht präsent. Sich zu amüsieren, mit oder ohne Alkohol, dass sei, so Schmitt: „Das Recht der Jugend“. Man verfolge schließlich nicht den Alkohol („Da hätten wir keine Chance“), sondern präventive Ziele. Deshalb ist generell jede Altersgruppe dazu eingeladen, ein Vorbild zu sein und sich einen kostenlosen BOB-Anhänger zu besorgen. BOB kann also ‚Jeder‘ sein und jeder BOB tut was für die Sicherheit im Straßenverkehr.

Wenn also auch Du ein BOB werden willst, kannst du unter folgenden Link weitere Informationen erhalten. Schlüsselanhänger und Infos bekommt man aber auch in den Polizeistationen, Veranstaltungen oder verschiedenen Lokalen.

P.S.: Ein BOB zu sein, bedeutet nicht, dass man um einen Promille-Test bei einer Polizeikontrolle herum kommt. Kontrolliert wird nach wie vor jeder!!!

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