Wintereinbruch im März – Folgt ein warmer Sommer?

Glaubt man so manch ominösen Bauernregeln, stehen uns nach dem harten Winter und dem jüngsten Kälteeinbruch kurz vor dem Frühlingsanfang  gute Aussichten für die kommenden Monate ins Haus. Aber veranlassen die unbelegten Ankündigungen wirklich zur Hoffnung? 5vier hat mal einige passende Bauernregeln herausgesucht. Und einen Experten zur aktuellen Wetterlage befragt.

Selbst kurz vor dem Frühlingsanfang ist Trier noch von der weißen Pracht umgeben. Foto: 5vier.de

Mitte März, draußen weht ein Schneesturm. Wenn man vor die Tür geht, fühlt man sich eher wie kurz vor Weihnachten, als kurz vor dem Beginn des Lenzes. Aber „leiden“ wir jetzt, um dafür im Sommer entschädigt zu werden? Folgende Weisheiten bilden das, zugegeben wacklige, Fundament für derlei Aussichten:

Ist der Winter hart und weiß, wird der Sommer schön und heiß.

Fürchte nicht den Schnee im März, darunter wohnt ein warmes Herz.

Im Februar Schnee und Eis, macht den Sommer heiß.

Je frostiger der Januar, desto freundlicher das Jahr.

Hoffnung auf ein schönes Erwachen aus dem Schnee-Traum(a) könnte sich also breit machen. Wir fragen Prof. Dr. Günter Heinemann, der an der Universität Trier im Fach Umweltmeteorologie lehrt, nach der Meinung eines Experten. Sein Urteil erstickt alle vagen Erwartungen im Keim: „Von solchen Bauernregeln ist gar nichts zu halten. Es gibt zwar auch ein paar Sachen, die nicht ganz so verkehrt sind. Zum größten Teil sollte man da jedoch nichts drauf geben.“

Also alles nur Schall und Rauch. Bleibt natürlich trotzdem die Hoffnung, dass Petrus sich in den nächsten Monaten wieder von seiner besseren Seite zeigt. Momentan herrscht noch Kälte, der Schnee ist ebenfalls noch da. „Ein derart extremer Kälteeinbruch im März ist durchaus sehr ungewöhnlich. In Norddeutschland beispielsweise waren es ja teilweise zwischen Minus 15 und Minus 20 Grad“, erklärt Heinemann.

Fazit: Das späte Winter-Feeling im März ist sehr ungewöhnlich und die viel versprechenden Bauernregeln sind Quatsch. Trotzdem bleibt der Strohhalm, dass oben erwähnte Beispiele zufällig vielleicht mal Recht behalten. Irgendwo muss an den Generationen übergreifenden Beobachtungen der alten Bauern doch ein kleiner Kern von Wahrheit geblieben sein.

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