Der Abstiegskampf geht in die heiße Phase – Vorschau

Von Oliver Maywurm und Florian Schlecht

Die Meisterschaft hat Wittlich eingetütet, der Abstiegskampf in der Fußball-Bezirksliga lebt aber von Spannung. Bis zu fünf Teams kann der bittere Gang in die Kreisliga am Ende erwischen. So gibt es am kommenden Wochenende durch die Bank nur Spiele, in denen es noch um Punkte für den Klassenerhalt geht. Hier geht es zur Vorschau von 5vier.

SG Irsch – SG Ralingen (Samstag, 17 Uhr in Schoden)

Ralingens Coach Peter Löw (Foto: Andreas Gniffke)

Abstiegssorgen, Teil 1: Ralingen um Trainer Peter Löw muss nach Irsch.

Zwei Matchbälle hatte die SG Irsch bereits, um den Klassenerhalt in der Bezirksliga frühzeitig zu sichern. Doch die Niederlagen in Zell (3:4) und Osburg (1:2) haben die Mannschaft noch einmal in die Bredouille gebracht. „Jetzt wird es allerhöchste Zeit für einen Sieg, ansonsten setzen wir uns nach hinten heraus unnötig unter Druck“, betont Peter Schuh vor dem Heimspiel gegen die SG Ralingen.

Während Irsch schon 40 Punkte bei 28 ausgetragenen Spielen vorweist, liegt das abstiegsgefährdete Ralingen mit 36 Zählern bei erst 27 bestrittenen Partien nicht weit dahinter. „Wir wissen, was die Stunde geschlagen hat. Wir dürfen nicht die individuellen Einzelfehler machen, die zuletzt zu Gegentoren führten“, fordert Schuh.

Ralingen hat sich zuletzt etwas gefangen – und wichtige Erfolgerlebnisse gegen Großkampen (3:0) und Ruwertal (2:1) gefeiert. „Für mich stehen sie unverdient in den unteren Regionen. Mit Daniel Morgen, Pascal Mertens und nun auch dem reaktivierten Michael Wagner haben sie ein paar richtig gute Jungs“, erwartet Schuh ein hartes Stück Arbeit.

SV Krettnach – SV Mehring II (Samstag, 17.15 Uhr)

Krettnachs Trainer Erwin Berg hatte sein Team gut eingestellt. Archivfoto: www.5vier.de

Abstiegssorgen, Teil 2: Der SV Krettnach um Trainer Berg braucht Punkte gegen Mehring II.

Wie verrückt die Bezirksliga in diesem Jahr ist, zeigt sich auch am SV Krettnach, der mit seiner hochkarätig besetzten Mannschaft in höchster Abstiegsgefahr schwebt. War die Elf von Erwin Berg nach Siegen gegen Ralingen (2:1) und Irsch (5:0) noch auf dem besten Weg, sich rechtzeitig aus dem Keller zu befreien, sorgten Niederlagen gegen Föhren (0:2) und in Landscheid (0:2) für bittere Rückschläge. Vor dem brisanten Derby in Konz wäre nun ein Erfolg gegen den SV Mehring II wichtig, der zuletzt ebenfalls in der Krise steckte.

Seit 396 Minuten wartet die Oberliga-Reserve auf einen eigenen Torerfolg – und seit vier Spielen auf einen Sieg. „Wir lassen uns momentan von Kleinigkeiten nervös machen. Wir nutzen unsere Chancen nicht und sind gleichzeitig in der Rückwärtsbewegung nicht konsequent genug“, so Trainer Jörg Roos, der auch die richtige Spannung vermisst, seit die Meisterschaft verpasst ist. „Die Luft ist ein bisschen raus. Darüber bin ich enttäuscht.“ Für das Wochenende ist der Coach nun auf Wiedergutmachung aus. „Für beide Mannschaften zählt jeder Punkt.“

SG Ruwertal – SV Föhren (Sonntag, 14.30 Uhr in Kasel)

Die SG Ruwertal gerät in Sachen Abstiegskampf immer mehr unter Druck. Nach dem 1:3 beim SV Leiwen-Köwerich am vergangenen Mittwoch sind es (bei 28 Partien auf dem Konto) nur noch vier Zähler Vorsprung auf den Drittletzten SV Konz (27 Spiele). „In Leiwen lief alles gegen uns. Kaum auf dem Platz fangen wir aus dem Nichts das erste Tor, später kriegen wir einen klaren Foulelfmeter nicht gepfiffen. Allerdings muss man auch sagen, dass die Leiwener in der Offensive eine hohe Qualität haben und unsere individuellen und gruppentaktischen Fehler vor den Gegentoren eiskalt ausnutzten“, analysierte SG-Coach Jan Stoffels.

Vier Endspiele um den Klassenerhalt warten auf Max Herres (l.) und die SG Ruwertal. Foto: Anna Lena Grasmück

Abstiegssorgen, Teil 3: Max Herres (l.) und die SG Ruwertal. Foto: Anna Lena Grasmück

Diese Ungereimtheiten müsse sein Team im Duell gegen Föhren abstellen, um „das erste von vier Endspielen um den Klassenerhalt“ erfolgreich gestalten zu können. Drei Spieler aus dem Kader stehen dabei nicht zur Verfügung, dennoch gibt Stoffels die Parole aus: „Wir wollen die Fehler aus den vorigen Spielen nun am Sonntag vermeiden. Die Mannschaft muss von ihrer Fähigkeit überzeugt sein und diese Einstellung über 90 Minuten auf den Platz bringen. Volle Konzentration und Aufmerksamkeit in jeder Spielsituation sind gefordert.“

Den SV Föhren schätzt Stoffels derweil als taktisch disziplinierten, konter- und kampfstarken Gegner ein. Die Truppe um Spielertrainer Christian Esch schlug zuletzt die SG Großkampen mit 2:0 und kann angesichts von 42 Punkten aus 27 Spielen und Tabellenplatz sechs doch etwas beruhigter in das Aufeinandertreffen gehen.

SG Oberweis – SV Konz (Sonntag, 14.30 Uhr)

Stefan Dawen

Abstiegssorgen, Teil 4: Der SV Konz um Trainer Stefan Dawen spielt in Oberweis. Foto: Torsten Franken

Was die Moral beim SV Konz angeht, da kann Stefan Dawen bereits durchatmen. Denn Planungssicherheit hat der Klub unabhängig davon, ob der Klassenerhalt in der Bezirksliga geschafft wird oder nicht. „Alle Spieler haben zugesagt, dass sie auch in der Kreisliga bleiben, falls wir es verbocken sollten. Das zeigt den vorbildlichen Charakter in unserer Truppe.“ Lediglich Alexander Becker wird Konz verlassen, den Defensivspieler zieht es studienbedingt für ein Jahr in die USA.

Den Rückenwind, mit einem weitgehend unveränderten Kader in die neue Saison zu gehen, will das Team nutzen. In den anstehenden Duellen mit den Kellerkindern aus Oberweis, Krettnach, Laufeld und Großkampen hat Konz die Chance, aus eigener Kraft vom drittletzten Platz nach oben zu klettern – ehe es am letzten Spieltag gegen Meister Wittlich geht. „Aus den letzten fünf Spielen brauchen wir noch drei Siege. Der zwölfte Rang ist unser Ziel, dann müssen wir uns gar keine Sorgen mehr machen“, so Dawen.

Vor der anstehenden Aufgabe warnt er aber, obwohl Oberweis nach dem 3:4 gegen Laufeld seine Chancen auf den Klassenerhalt verwirkt hat. „Wir müssen aufpassen. Oberweis will die Punkte sicher nicht herschenken und sich vernünftig aus der Liga verabschieden.“ Der Auftrag des Trainers ist es so, an die jüngsten beiden Leistungen anzuknüpfen. Dem 4:0 in Osburg folgte ein 0:0 gegen Leiwen, „bei denen Christian Mergens begeistert von unserem Auftreten war“, wie Dawen erzählt. „Was fehlte, war ein Tor.“ Doch sein Team habe die Aufgabe im Abstiegskampf angenommen. „Alle sind engagiert, motiviert und probieren alles.“

Auch Dörbach und Großkampen gefordert

Zähler für den Klassenerhalt brauchen auch noch der SV Dörbach (Platz 12, 35 Punkte) gegen Zell und die SG Großkampen (Platz 14, 33 Punkte) gegen die SG Landscheid. Auch die SG Osburg (Platz 8, 40 Punkte) ist vor dem Heimspiel gegen Meister Wittlich noch nicht auf dem rettenden Ufer angelangt. Das gilt auch für die SG Auw (Platz 9, 39 Punkte) vor dem Gastspiel bei Schlusslicht Laufeld.

Die Spiele im Überblick

Samstag, 4. Mai:

SV Dörbach – SG Zell (17 Uhr)

SG Irsch – SG Ralingen (17 Uhr)

SV Krettnach – SV Mehring II (17.15 Uhr)

SG Osburg – SG Wittlich (17.30 Uhr)

Sonntag, 5. Mai:

SG Ruwertal – SV Föhren (14.30 Uhr)

SG Großkampen – SG Landscheid (14.30 Uhr)

SG Oberweis – SV Konz (14.30 Uhr)

SG Laufeld – SG Auw (15 Uhr)

Spielfrei: SV Leiwen-Köwerich.

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