Die Gute Form 2015 – Trierer Gesellenstücke

Die Jury hatte die Qual der Wahl

Der Innungsmeister Rainer Adams eröffnete die Ausstellung „Die Gute Form 2015“ in der Kreisverwaltung Trier Saarburg. Präsentiert werden dort sämtliche zehn Gesellenstücke der Schreinerinnung, die am Wettbewerb „Die Gute Form 2015“ teilnahmen. Der Cellist André Mergenthaler sorgte für den musikalischen Rahmen und Prof. Schroth entführte in die schon greifbare digitale Zukunft im Schreinerhandwerk.

„Das Trierer Möbel“ 2015

Trier. Ganz spontan schien da ein Brückenkopf von der Ausstellung im Stadtmuseum Simeonstift Trier im Willy-Brandt-Platz 1 zu entstehen. Beide beschäftigen sich aktuell mit Form, Schönheit, dem Design von Möbeln. „Das Trierer Möbel“ allerdings lässt sich 2015 nicht so eindeutig definieren. Denn ganz unterschiedliche Annäherungen an die optische wie technische, an die handwerkliche und kreative Lösung in Sachen „Gesellenstück“ sind in der Verwaltung zu sehen.

Innungsmeister Rainer Adams skizzierte, dass es in diesem Jahr sehr schwierig gewesen sei, unter den qualitativ sehr nahe aneinander liegenden Stücken einen ersten, zweiten und dritten Platz zu definieren.

Die Gute Form 2015: die Preisträger

Die elf Jury-Mitglieder hatten sich nach langer Überlegung für drei Platzierungen und zwei Belobigungen entschieden.
Die erste Belobigung, der Sonderpreis von Peter Leyendecker ging an das Gesellenstück „Angulus“ von Yannik Backes vom Ausbildungsbetrieb Hubert Schmitt GmbH in Ittel.Die dazu ausliegende Beschreibung notiert: „Ein aus Eiche schlicht furnierter Schreibtisch… Durch zwei Korpen, welche aus Folien-MDF gefertigt und mit rubinrotem Strukturlack lackiert sind, bietet Angulus genügend Stauraum… Der Schreibtisch behält durch seine Natureffekt-Lackierung seine natürliche Farbe und bildet so einen spannenden Kontrast.“

Die zweite Belobigung, der Sonderpreis von Franz Josef Michels (Hees & Peters), ging an das Gesellenstück „Der Werkzeugschrank“ von Tobias Schuler vom Ausbildungsbetrieb Schreiner Müller in Gusterath-Tal.
„Dieses Stück ist ein Werkzeugschrank und ganz entgegengesetzt der klassischen Funktion und des Namens etwas Besonderes. Er ist ein Möbel, welches sowohl optisches Ansprechen und Zweckmäßigkeit verbindet als auch eine spezielle Nutzung von Koffertüren aufweist. Im Geschlossenen Zustand ist es ein schlanker Kubus, welcher einen hellen Rahmen und eine ausgeprägte dunklere Füllung besitzt… Der Korpus und die Türen sind in Esche gefertigt.“

Die besten Gesellenstücke zu der zunächst auf Innungsebene vorgenommenen Preisverleihung „Die Gute Form“, werden dann auf der Landes- und – bei einer erneuten Auswahl – auf Bundesebene juriert.
So ging der dritte Platz an das Gesellenstück „Lying U(o)ak Steel“ von Borris Strempel vom Ausbildungsbetrieb Unikat Möbeltischlerei GmbH in Gusterath-Tal.

„Mein Gesellenstück ist ein TV-Lowboard im Industrie- oder Loft-Look… Die Grundform meines Gesellenstücks ist das Rechteck, welches sich im Stahl, Korpus und Fuß wiederfindet. Dabei ist der Grundkörper ein U-Stahl in dem ein Eichekorpus versetzt ist, …Im Eichekorpus befindet sich ein gezinkter Schubkasten der durch einen Vollauszug aus Holz geführt wird…“
Der 2. Platz ging an das Gesellenstück „White Passion“ von Lukas Schömer vom Ausbildungsbetrieb Norbert Brakonier in Gusterath-Tal.

„Mein Gesellenstück White Passion ist ein Tisch, welcher auf den ersten Blick ein zeitloses und schlichtes Design haben soll, jedoch werden mit genaueren Betrachten und dem Aufklappen des Deckels die technischen Raffinessen des Tisches aufgedeckt. Ist der Deckel offen, kann der Anwender sein Smartphone kabellos auf der in der Oberfläche eingelassenen Induktionsladestation aufladen, dazu passend ist es möglich über eine Bluetoothverbindung mit den hinter dem mittleren Schubkasten versteckten Körperschalllautsprechern, welche den on über die Unterseite des Tisches an den Raum überleiten, Musik zu hören.“

Der 1. Platz ging an das Gesellenstück „Stack Oak“ von Sascha Kronz vom Ausbildungsbetrieb Franz-Josef Zimmermann in Trier.
„Mein Gesellenstück ist ein TV-Lowboard aus Eiche… Insgesamt beinhaltet mein Möbel sechs Schubkästen, die alle auf Gehrung anschlagen… Die Idee hinter meinem Entwurf ist die, ein Möbel zu konzipieren, welches auf den ersten Blick eine schlichte, Neugier erweckende Form aufweist und beim näheren Betrachten einen „Aha-Effekt“ auslöst.“
Tatsächlich nähert sich der Betrachter dem „Möbelstück“ mit der Frage, ob es sich hier um geschichtete Holzplatten handelt…

Noch bis zum 16, August sind die Gesellenstücke der Schneiderinnung Trier Saarburg in der Kreisverwaltung Trier-Saarburg ausgestellt.

Unsere Bildergalerie zeigt Details von allen zehn Gesellenstücken und soll damit auch ihre Neugierde an den Arbeiten wecken. – 5vier.de darf folgenden fünf weiteren Gesellen gratulieren: Deborah Hild, Frédéric Muller, Michael Peschka, Robin Schneider und Jan-Henrick Sonntag.
Bildergalerie

Analog und Digital – Vortrag zur nahen Zukunft

5vier.de ließ es sich nicht nehmen, den die Eröffnung der Ausstellung tatsächlich markierenden Vortrag von Prof. Martin Schroth von der Hochschule Trier zum Thema „Analog und Digital – Neue Orientierungssysteme im Handwerk.“ vollständig zu dokumentieren.

Handwerksbetriebe werden unmittelbar nicht umhin kommen, das „digitale Funktionieren“ einzuüben. – Die Hochschule Trier ist da ein kooperativer Ansprechpartner, was bereits mit dem Kooperationsprojekt zur Illuminale Trier 2014 bewiesen wurde. Die Schreinerinnung Trier-Saarburg war direkt in das Projekt integriert.

Und da der Vortrag eine Brücke zu dem das musikalische Rahmenprogramm gestaltenden Cellisten André Mergenthaler aus Luxemburg enthielt, dürfen wir auch eine Kostprobe davon dokumentieren:

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