Die Kino-Woche: Action-Oper oder Drogen-Reunion

John Wick: Kapitel 2, T2 Trainspotting und Fences

Unser wöchentlicher Ausblick auf Neustarts, Geheimtipps und empfehlenswerte Streifen, die in den nächsten Tagen aus den Kinosälen verschwinden…

Der Valentinstag ist vorbei und die Kinos haben die unübersichtlich zusammengewürfelten Zuschauer-Massen in den „Fifty Shades of Grey“-Sälen einigermaßen überstanden. Der gezielt am kommerziellen Pärchen-Tag platzierte Erotik-Thriller lockte nicht nur Paare, sondern auch Girlie-Cliquen und gestandene Mitt-Fünfziger Damen in die Kinos….ob auf der Suche nach Inspiration oder einer schönen romantischen Geschichte sei mal dahin gestellt.

Diese Woche grätscht der bereits letzte Woche in den USA als Bollwerk gegen die Handschellen-Hausfrauen-Lektüre platzierte chronisch wortkarge Keanu Reeves in die Bresche und verdrängt den muffigen Softcore-Geruch mit bleihaltigen Argumenten aus den Kinosälen. Schluss mit Anschmachten, erregtem auf die Lippe beißen und eingeölten Brüsten. „John Wick“ (Kapitel 2) legt genau wie sein Box-Office-Konkurrent Christian Grey auch auf’s Kreuz, aber meistens steht nach getaner Arbeit niemand mehr auf. In der Fortsetzung des 2014er Actioners tritt der „Matrix“-Star in Rom gegen eine Schar an Auftragskillern an, die von einem ehemaligen Kollegen angelockt wurden, dem John durch einen alten Blutschwur zur Hilfe verpflichtet ist. Klingt nach „Hirn aus, Film an!“…und genau das lässt auch der Trailer vermuten…

Interessante Gegenbesetzung ist diese Woche die britische Kultfortsetzung „T2 Trainspotting“, die sage und schreibe 20 Jahre nach dem ersten Teil wieder unter der Regie von dem mittlerweile Oscar-prämierten Danny Boyle an den Start geht. Der von Ewan McGregor verkörperte Mark Renton kommt nach langer Abstinenz wegen dem Tod seiner Mutter nach Edinburgh zurück, trifft seine Freunde von einst wieder und rutscht schnell wieder in den Drogen- und Prostituiertensumpf ab, der „Trainspotting“ so berühmt machte.

Trotz der vielversprechenden Neustarts gehen die meisten Vorstellungen auch in der kommenden Kino-Woche auf das Konto vom bereits eingangs erwähnten „Fifty Shades of Grey – Gefährliche Liebe“. Bis zu sieben Mal täglich (Samstag) wird anzügliche Erotik in einer fürchterlich komplizierten Beziehung geboten, die so heiß wie eine kalte Kartoffel daherkommt…

Da geht’s selbst im eiskalten Weltall zwischen Jennifer Lawrence und Chris Pratt in „Passengers“ heißer her, der immer noch vereinzelt über die Kinoleinwände huscht. Weitere mögliche Ausreden: „Resident Evil: The Final Chapter“, „Rings“, „Rogue One: A Star Wars Story“, „Split“ und „xXx: Die Rückkehr des Xander Cage“.

Für die jüngeren Zuschauer gibt es am Sonntag eine Vorpremiere von „Bibi & Tina – Tohuwabohu total!“, sowie nach wie vor „Feuerwehrmann Sam – Achtung Außerirdische!“, „Monster Trucks“, „Sing“, „Timm Thaler oder das verkaufte Lachen“, „Vaiana“ oder „Wendy – Der Film“ zu sehen.

Ein Sonderfall stellt „The Lego Batman Movie“ dar, der zwar wie ein Kinderfilm (eben in Lego-Optik) daherkommt, aber laut diverser Kritiken der beste „Batman“-Film seit „The Dark Knight“ sein soll. Neugierig geworden? Läuft zur Zeit noch mindestens dreimal täglich im Cinemaxx!

Wem nach dem ganzen Beziehungsstress in Seattle’s Penthouse-Wohnungen zu Weinen zumute ist, kann sich glücklicherweise immer noch von „Plötzlich Papa!“ und „Why Him?“ hochziehen lassen. Ansonsten ist die Komödien-Front zur Zeit recht dünn, denn die klassische Zielgruppe der RomCom-Produktionen läuft zur Zeit eher in….wir wiederholen uns…

Das Broadway Trier hat immerhin noch zwei weitere Neustarts zu bieten. Der Oscar-nominierte „Fences“ verspricht ein schwergewichtiges Filmdrama angeführt vom charismatischen Denzel Washington zu werden, der in der Rolle des Müllmanns Troy Maxson durch seine schon lange geplatzten Football-Träume als Familienvater und Ehemann zu scheitern droht. Als kontroverses Gegengewicht zu der uramerikanischen Suche nach dem Glück startet auch noch Paul Verhoeven’s „Elle“, der die Chefin einer erfolgreichen Firma in ein „Home Invasion“-Szenario mit Vergewaltigung wirft und daraus einen ungewöhnlichen, unvorhersehbaren Rache-Thriller entwickelt, der es in sich hat.

Die genauen Spielzeiten der einzelnen Filme gibt’s auf Cinemaxx.de und bei Broadway Trier.

Und was läuft an der Uni? Cineasta!

Neben dem Standard-Programm gibt’s an dieser Stelle normalerweise auch einen Hinweis auf das wöchentliche Kinoprogramm des cineasta an der Universität Trier, wo zweimal wöchentlich (Dienstag und Mittwoch) Filme verschiedenster Genres und Epochen gezeigt werden.

Aufgrund der unmittelbar bevorstehenden Semesterferien gibt es in der kommenden Kino-Woche aber leider kein Cineasta-Programm.

Titelfoto: © 2017 Concorde Filmverleih GmbH / Niko Tavernise

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