Die Kino-Woche: Kalkuliertes Hit-Potenzial

Space-Passagiere, plötzliche Väter und Selbstmordkommandos...

Unser wöchentlicher Ausblick auf Neustarts, Geheimtipps und empfehlenswerte Streifen, die in den nächsten Tagen aus den Kinosälen verschwinden…

 

Nach dem Veröffentlichungs-Tief der letzten Kino-Woche zwischen den Feiertagen startet Sony Pictures gleich mit „Passengers“, einem vielversprechenden, atmosphärischen Science-Fiction-Flick ins neue Kino-Jahr. Als Millionen-schwere Zugpferde setzt man die „Hunger Games“-Queen Jennifer Lawrence und den „Jurassic World“-Star Chris Pratt, die beide eine relativ sichere Bank an den Kinokassen sind. Lawrence hat mit ihren 26 Jahren bereits über 2,4 Milliarden Dollar in die Studiokassen gespült. Ihre Filme spielen durchschnittlich 135 Millionen Dollar ein, also schon mehr als „Passengers“ überhaupt gekostet hat. Ihr Kollege Chris Pratt ist eine noch nicht ganz so große Nummer in Hollywood, aber spätestens seit dem Mega-Hit „Jurassic World“ und der chaotischen Space-Comic-Opera „Guardians of the Galaxy“ auch ein zugkräftiger Name. Auf sein Einspiel-Konto gehen immerhin auch bereits 1,6 Milliarden Dollar.
 

 
„Passengers“ hat nicht unbedingt Hit-Potenzial, dürfte den löchrigen Jahresanfang im Blockbuster-Plan aber ganz gut füllen. Die Trailer um das beinahe schon einem Kammerspiel gleichenden Szenario, in dem zwei Passagiere eines Langstrecken-Raumschiffs 90 Jahre zu früh aus dem künstlichen Tiefschlaf erwachen, lassen auf ein intensives, hochspannendes Weltraum-Abenteuer ohne allzu heftige Special-Effects-Keule hoffen.
 

 
Ähnlich auf Nummer sicher kalkuliert scheint die französische Komödie „Plötzlich Papa!“. Sie ist ein offensichtliches Folgeprodukt der zahlreichen französischen Hit-Komödien der letzten Jahre. So verwundert es auch nicht, dass Omar Sy, der Star aus „Ziemlich Beste Freunde“, wieder mit blendend weißen Zähnen sein sympathisches Lächeln auf dem Kinoposter zur Schau trägt. Diesmal spielt er einen unbeschwerten Single, der von einer Verflossenen plötzlich seine Tochter präsentiert bekommt, die sie dann auch prompt bei ihm lässt. Es kommt wie es kommen muss. Der unverantwortliche Junggeselle wird zum liebevollen, alleinerziehenden Vater.

Wer eher deutsche Komödienkost bevorzugt, kann sich weiterhin in einer der immer noch zahlreichen „Vier gegen die Bank“-Vorstellungen amüsieren oder die vielleicht letzte Woche von „Willkommen bei den Hartmanns“ nutzen.

Fans vom Blockbuster-Kino haben auch weiterhin die freie Auswahl zwischen der Videospiel-Verfilmung „Assassin’s Creed“ und dem „Star Wars“-Spinoff „Rogue One“, dessen weltweites Einspiel mittlerweile bereits bei über 800 Millionen Dollar liegt.

Die größte Auswahl in den Kinosälen haben zur Zeit die jungen Zuschauer, die sich zwischen den immer noch vereinzelt laufenden „Vampirschwestern“, „Pettersson & Findus“, den „Phantastischen Tierwesen und wo sie zu finden sind“, „Sing“ und „Vaiana“ entscheiden können. Da sollte für jeden Geschmack etwas dabei sein!

Im Broadway Trier gibt es darüber hinaus die bereits letzte Woche vorgestellten „Überglücklichen“, sowie „Love & Friendship“ und „Paula – Mein Leben soll ein Fest sein“ zu sehen.
 

 
Besonders empfehlenswert ist hier der nur noch vereinzelt laufende „Nocturnal Animals“, der ein düsteres Verwirrspiel auf verschiedenen Erzählebenen inszeniert und zudem mit einem grandios aufspielenden Jake Gyllenhaal punkten kann.

Die genauen Spielzeiten der einzelnen Filme gibt’s auf Cinemaxx.de und bei Broadway Trier.

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Nach den Weihnachtsferien geht es kommende Woche auch endlich wieder mit dem wöchentlichen Kinoprogramm des cineasta an der Universität Trier weiter, wo zweimal wöchentlich (Dienstag und Mittwoch) Filme verschiedenster Genres und Epochen gezeigt werden.
 

 
Dienstag, 10.01.2017: Das Cineasta zeigt um 20:00h im Hörsaal 3 der Universität Trier das düstere DC-Comic-Crossover „Suicide Squad“ im Originalton mit deutschen Untertiteln. Im Gegensatz zum Helden-Club der „Avengers“ setzte man hier auf eine Zusammenkunft von Comic-Bösewichten, am prominentesten die grandios von Margot Robbie verkörperte Harley Quinn und den von Jared Leto engagiert gespielten, aber gegen Heath Ledger’s unsterbliche Performance abstinkenden Joker. Auch Hollywood-Star Will Smith ist als Deadshot dabei und – da im DC-Universum beheimatet – schaut selbst Ben Affleck als Batman/Bruce Wayne kurz vorbei. Entstanden ist ein in seinem Chaos schon wieder sympathisches Potpourri aus popkulturellen Versatzstücken und einem etwas unausgeglichenen Figuren-Interieur, dem stellenweise etwas der Biss fehlt.

Vor dem Hauptfilm wird der Kurzfilm „Das Leben ist hart“ gezeigt.

 

 
Mittwoch, 11.01.2017: Das Cineaste zeigt um 20:00h im Hörsaal 3 der Universität Trier den deutsch-österreichischen Hit „Toni Erdmann“, der dieses Jahr unter großer medialer Anerkennung lief. Die sympathische Geschichte um die Karriere-bewusste Ines, die von jetzt auf gleich ihren chaotischen Vater Winfried bei sich aufnehmen muss strotzt nur so vor komischen Situationen, schafft es aber auch präzise, schonungslos und fein beobachtet eine schwierige Familienbeziehung darzustellen.

Vor dem Hauptfilm wird der Kurzfilm „Meyer“ gezeigt.

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