Die Kostüme im Theater Trier: „Neugier, was mit Stoffen zu probieren“

Nach dem Gespräch mit Rüdiger Erbel aus der Maske folgt heute ein weiterer Blick hinter die Kulissen des Theaters. Diesmal dabei: Carola Vollath aus der Kostümabteilung.

Die Mitarbeiterinnen der Kostümabteilung mit einigen ihrer Schöpfungen

5vier: Was ist euer Aufgabenbereich im Theater?

Vollath: Die Kostümabteilung an sich ist eine Gesamtabteilung bestehend aus der Schneiderei, aus den jeweiligen Gewandmeistern, also Herren und Damen, und der Leitung. Unsere Aufgabe ist, dass wir die Kostüme, die für die jeweiligen Stücke notwendig sind, bühnenreif fertigen. Vom Entwurf, über die Stoffbestellung, über die Zuschnitte, die Anprobe und dann eben das Prüfen auf der Bühne.

5vier: Was muss man können oder woran muss man Interesse haben, um in der Kostümabteilung arbeiten zu können?

Vollath: Man muss zunächst ein starkes Interesse am Theater haben, dann künstlerische Neigungen  und ein räumliches und darstellerisches Vermögen haben, Dinge, die man sich vorstellt aufs Papier bringen können. Man sollte also schon zeichnen und mit Stoff umgehen können, und es muss einem auch Spaß machen mit Stoffen umzugehen. Man braucht das Interesse oder die Neugier, etwas mit Stoffen auszuprobieren, auch mit den Materialien oder mit Farben. Man sollte also auch ein Farbempfinden haben, ein Raumempfinden und als Kostümbildner wissen, wie man die Sachen zuschneidet.

5vier: Gibt es ein Auskommen ohne euch in einer Vorstellung?

Vollath: Meistens nicht, also es gibt z.B. das Theatercafe, wo Kostüme nicht unbedingt erforderlich sind, wo man eben nur ein paar Gesangs- oder Schauspieleinlagen bringt, aber im Großen und Ganzen sind wir immer gefragt.

Die Arbeit in der Kostümabteilung

5vier: Wie lang ist euer Arbeitstag?

Vollath: Auch da muss man unterscheiden: es gibt die Kostümwerkstatt, die ganz geregelte Arbeitszeiten hat. Natürlich gibt es aber auch da Überstunden, die gemacht werden müssen, aber im Normalfall arbeiten die von 7/ halb 8 bis 4 Uhr oder halb 5, mit entsprechenden Pausen. Und dann gibt es meine Assistentin und mich. Wir haben mindestens 38,5 Stunden in der Woche, aber meistens sind es doch mehr, weil wir teilweise die Proben gucken gehen, auch samstags oder bei den Endproben da sind.

5vier: Was schätzt ihr an eurem Bereich am meisten?

Vollath: Das ist, glaube ich, eine individuelle Frage, also mir macht am meisten der Entwurf Spaß und natürlich das Ausführen, also das Entwickeln. In diesem Zug auch die Anproben zu erleben und eben das wirklich Künstlerische. Leider tritt das als Leiterin etwas in den Hintergrund, da 60- 70% meiner Aufgaben administrative sind. Wenn man die Gewandmeister fragt, haben die natürlich Spaß am Schnitte aufstellen und daran, irgendwelche Kniffligkeiten mit Erfolg zu lösen. Es gibt ja auch Schnitte, die nicht nach einem bestimmten System gehen, sondern etwas ganz Spezielles sind, das ist dann wahrscheinlich deren Interesse.

5vier: Was „nervt“ am meisten?

Vollath: Bei mir ist das der administrative, der verwalterische Teil, weil der eigentlich nichts mit dem Beruf zu tun hat, den ich begonnen habe und in dem ich mich eigentlich auch wohlfühle, aber das muss halt eben sein, also ohne das kann man Budgets nicht überwachen, man muss auch bestellen und immer wieder alles abchecken, ob Materialien noch vorhanden sind. Das gehört halt einfach dazu.

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