Weiberfastnacht 2014: Ein Narrenkäfig auf dem Hauptmarkt

Eine Pressekonferenz informierte am vergangenen Freitag über die neuesten Entwicklungen zum Thema Alkohol und Weiberfastnacht

Auf die Alkohol-Eskalationen am Karnevalsbeginn 2012 antwortete die Stadt Trier mit einem strikten Alkoholverbot bei der diesjährigen Veranstaltung auf dem Hauptmarkt. Am Freitag, 8. November, um 12 Uhr informierte der Arbeitskreis „Weiberfastnacht 2014“ in einer Pressekonferenz zum derzeitigen Stand der Gespräche für die kommende Karnevals-Saison.

Der Tagungsraum war nahezu voll besetzt. Anwesend waren Vertreter der Stadtverwaltung, des Ordnungs- und Jugendamtes ebenso wie der Polizei, der Arbeitsgemeinschaft Trierer Karneval (ATK) und des Jugendparlaments – die die Ergebnisse ihrer Diskussionen nun vorstellten.

Ginge man allein nach der Teilnehmerzahl, so Dr. Hans-Günther Lanfer vom Presseamt der Stadt, sei dieses wohl das bedeutendste Pressegespräch im laufenden Jahr, und es sei sicherlich ein „wichtiger Termin für das Leben in der Stadt Trier“.

v.l.n.r.: J. Elsen (Ordnungsamt), T. Egger (Ordnungsdezernent), A. Birk (Bürgermeisterin), Dr. Lanfer (Presseamt)
v.l.n.r.: J. Elsen (Ordnungsamt), Th. Egger (Ordnungsdezernent), A. Birk (Bürgermeisterin), Dr. H.-G. Lanfer (Presseamt)

Das war die Konferenz allemal. Nachdem aus völlig gegensätzlichen Gründen sowohl der Weiberdonnerstag 2012 als auch 2013 Wellen geschlagen und Gemüter in Aufruhr versetzt hat, scheint man im Hinblick auf das kommende Jahr bemüht, eine Lösung zu finden, die die Interessen aller Beteiligten berücksichtigt. Ganz in diesem Sinne betonte Bürgermeisterin Angelika Birk, dass man das Thema Karneval durchaus ernst nehme. Trier wolle sicher nicht als die Stadt in die Geschichte eingehen, die das Feiern verbiete.

2013 sahen das einige anders (5vier.de berichtete). Und auch in der Pressekonferenz selbst fiel der Begriff „toter Donnerstag“ für den diesjährigen, ruhigen Beginn des Karnevals. Während die Polizei zufrieden darauf zurückblickt, betrachtete sich die ATK als zu kurz gekommen. Trotz unterschiedlicher Meinungen herrschte das „Wir“ während der Konferenz vor und nicht nur die Vertreter der Stadtverwaltung, auch die der Karnevalisten signalisierten Zuversicht, 2014 eine angemessene Feier realisieren zu können.

Was erwartet Trier am Weiberdonnerstag 2014?

Auch im kommenden Jahr wird wieder auf dem Hauptmarkt gefeiert – zwischen 10 und 17 Uhr in einem eigens dafür eingezäunten Gelände. Dort werde auch eine Bühne aufgebaut sein, erklärte Andreas Peters von der ATK, auf der die üblichen Programmpunkte, wie die Proklamation, die Blumenstraußübergabe an den heiligen Petrus, aber auch Auftritte von Bands, stattfänden. An den Eingangsschleusen wird sichergestellt, dass niemand alkoholische Getränke oder Glasflaschen mitbringt, das Alter kontrolliert – und es werden entsprechende bunte Bändchen verteilt, die das Ausschankverhalten auf dem Gelände zu regulieren helfen sollen. Alkohol, der an den Ständen angeboten wird, ist 2014 also wieder erlaubt. Doch diesmal genügen Bändchen in zwei Farben – „Rot für ‚gar nichts'“, so Peters, „Gelb ab 16 aufwärts für alles“. Denn Getränke auf Basis von Branntwein, die erst ab 18 Jahren erlaubt sind, werde es nicht geben. Wer ein gelbes Bändchen möchte, müsse sich als mindestens 16-jährig ausweisen können.

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weitere Teilnehmer/innen der Pressekonferenz

Der Eintritt bleibt frei, es werde aber auf dem eingegrenzten Gebiet Mengenbeschränkungen geben. Sicherheitskräfte werden ebenso wie ein Sanitätsdienst anwesend sein und es werden die üblichen Kontrollen stattfinden. Die Polizei aber plant laut Direktor Werner Funk, nicht mehr so starke Präsenz zu zeigen wie 2013 – ohnehin habe man viele Kräfte schon am Mittag wieder nach Hause schicken können. Das Alkoholverbot in der Altstadt – außerhalb des „Narrenkäfigs“ auf dem Hauptmarkt – bleibt bestehen.

Ganz allgemein, so Ordnungsdezernent Thomas Egger, gelte die normale Gefahrenabwehrordnung – mit der Genehmigung einer Ausnahmeveranstaltung in einem abgegrenzten Bereich, welche die ATK beantragt habe.

Es scheint, als hätte man – nicht zuletzt dank der Beteiligung der ATK an den Gesprächen – aus den Ereignissen 2012 und 2013 gelernt. Und so bleibt die Hoffnung, dass am Weiberdonnerstag 2014 nicht nur sicher, sondern auch fröhlich gefeiert werden kann.

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