Eintracht siegt in Pfeddersheim

Hart umkämpfter Auswärtsdreier

Eine Stunde vor Spielbeginn drehten sich die Windräder im Hintergrund der im Steilhang installierten Anzeigentafel des Uwe-Becker-Stadions mühsam in der untergehenden Sonne vor dem Pfeddersheimer Abendhimmel – es sollte ein Sinnbild bleiben für den schweren Auftritt der Eintracht am Freitagabend im Wormser Stadtteil: es war ein hartes Stück Arbeit, ehe es sprichwörtlich „rundlief“ und die Mannen von Cheftrainer Daniel Paulus Zählbares in Form des 1:0-Auswärtssieges mit in die Heimat nehmen konnten.

Personell musste dieser zudem im Vergleich zum 1:0-Heimerfolg gegen die TuS Mechtersheim am vergangenen Samstag etwas umstellen: Athanasios Noutsos passte verletzungsbedingt, außerdem rotierten Georgios Lyras und Luca Sasso-Sant auf die Bank. Für sie liefen Godmer Mabouba, Dominik Kinscher und Tim Garnier von Beginn an auf.

Passend zum extrem schwachen Flutlicht tappten beide Mannschaften in der ersten Viertelstunde zunächst im Dunkeln: gelungene Offensivaktionen waren Mangelware, allenthalben Taktik-Experten kamen aufgrund des guten Stellungsspieles beider Mannschaften auf ihre Kosten. Für den ersten Aufreger sorgten dann die Gastgeber, die in der Folge eines Freistoßes von Andreas Buch aus unübersichtlichem Gedränge nur den Außenpfosten des verwaisten Eintracht-Tores trafen (20.) – Riesenglück für den SVE, der nach wie vor noch nicht richtig im Spiel war. Die erste gefährliche Offensivaktion der Eintracht dann nach einer knappen halben Stunde: einen langen Ball aus dem Mittelfeld unterläuft Bartosz Rzeszut, was den gedankenschnellen Jan Brandscheid auf den Plan ruft – doch sein Pass in die Mitte des Heim-Strafraumes wird in letzter Sekunde von Jannik Said geklärt. Für einige Momente wurde die Partie nun etwas intensiver – nur eine Minute später schockte Christopher Ludwig beinahe die rund einhundert mitgereisten Eintracht-Anhänger, als sein gefühlvoller Freistoß aus 25 Metern nur Zentimeter am Torwinkel vorbeirauschte (31.). Ansonsten war hüben wie drüben eher Schmalhans Küchenmeister, Torgefahr entstand wenn überhaupt nur durch Standardsituationen – das 0:0 zum Pausentee somit die logische Konsequenz, wenn auch mit den größeren Gelegenheiten auf Seiten der Gastgeber.

Ohne personelle Änderungen ging es in die zweite Halbzeit, aus der der SVE deutlich frischer ins Spiel kam. Felix Fischer gab früh einen Warnschuss aus 25 Metern ab – jedoch noch ohne Gefahr für das Gehäuse der Gastgeber. Ganz anders nur zwei Minuten später: Leoluca Diefenbach kann sich im Angriffsspiel behaupten, passt auf den linken Flügel auf den durchgestarteten Kevin Heinz, der mustergültig Jan Brandscheid in der Mitte bedient. Seine Grätsche überwindet Sanyang – das 1:0 für Eintracht Trier (49.)! Die Gastgeber brauchten einige Zeit, ehe sie sich von diesem Kaltstart in die zweite Hälfte erholten – Heim-Trainer Norbert Hess stellte um, brachte mit Enis Aztekin eine frische Offensivkraft und sah mit an, wie seine eigene Mannschaft etwas präsenter wurde. Die klaren Chancen blieben zwar aus, doch die Eintracht konnte nur noch über Konter aus der eigenen Hälfte herausrücken – eine Entwicklung, die Daniel Paulus nicht gefallen konnte und ihn ebenfalls zum Handeln zwang: Dominik Kinscher musste weichen, Flügelflitzer Georgios Lyras übernahm an seiner statt. Um das Phrasenschwein zu füllen: die Partie lebte in dieser Phase insbesondere von der Spannung – die Aktionen bei den Hausherren wurden ungenauer, die Eintracht beschränkte sich auf einige offensive Nadelstiche, allen voran über Brandscheid, Diefenbach und Heinz. Fünf Minuten waren noch zu spielen, als Mathias Tillschneider einen feinen Lupfer auf den völlig freistehenden Rzeszut spielt. Dessen Kopfball bringt die Heim-Fans bereits zum Jubeln, doch Andrei Popescu kann mit einem sensationellen Reflex die drei Punkte für die Eintracht retten – denn dies sollte die letzte nennenswerte Aktion dieser Partie sein. „Ich bin heilfroh, dass wir auch auswärts nochmal einen Dreier mitnehmen konnten. Das bringt uns Selbstvertrauen. Am Schluss haben wir wahnsinnig als Team verteidigt, haben gefightet und zusammengehalten. Wir verbessern uns stetig und freuen uns jetzt, dass wir das Wochenende durchschnaufen können“, sagte ein sichtlich zufriedener Cheftrainer Daniel Paulus nach Spielende.

Durch das 1:0 in Pfeddersheim holt die Paulus-Elf somit zehn Punkte aus den letzten vier Partien (allesamt ohne Gegentreffer) und verbleibt vor dem knallharten Programm im Oktober in der Verfolgergruppe von Spitzenreiter FC Homburg.

TSG Pfeddersheim: Sanyang – Said (67. Aztekin), Klotz, Rzeszut, Braeuner – Ludwig, Buch (58. Oppermann), Litzel (74. Lutz), Schmidt, Tillschneider – Schulz

Eintracht Trier: Popescu – Heinz, Maurer, Cinar, Fischer – Bouzid, Mabouba, Diefenbach, Garnier (85. Sasso-Sant) – Kinscher (70. Lyras), Brandscheid (90. Jakob)

Tor: 0:1 Brandscheid (49.)

Schiedsrichter: Fabian Knoll

Zuschauer:  200

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