Eintracht Trier: Die kleinen Fohlen kommen – “Müssen Reaktion zeigen”

Von der Eintracht berichtet
Andreas Maldener

„Eine Reaktion zeigen und die 0:2-Niederlage in Elversberg vom vergangenen Samstag vergessen machen.“ Die Marschrichtung bei Fußball-Regionalligist Eintracht Trier vor dem Heimspiel am morgigen Samstag gegen die Zweitvertretung von Borussia Mönchengladbach um 14 Uhr im Trierer Moselstadion könnte deutlicher nicht sein.

Foto: Thomas Kempny wird nach leichten muskulären Problemen unter der Woche morgen wohl spielen können. Auch er muss wie die gesamte Mannschaft wieder vollen Einsatz zeigen.

„Ich habe schon mehrfach gesagt dass die fünf Partien bis zur Winterpause noch sehr harte Brocken sind“, weiß Roland Seitz, Trainer der Eintracht aus Trier. Der erste dieser fünf harten Brocken, wie Seitz die kommenden Gegner bezeichnet, ist ebenjene zweite Mannschaft der „Elf vom Niederrhein“. Im Vergleich zur Niederlage in Elversberg erwartet der Trainer morgen ein anderes Spiel:“Das wird morgen ein anderes Spiel werden als am Samstag in Elversberg, der Gegner wird anders auftreten und wir haben bessere äußere Bedingungen.“ Doch die Niederlage beim Konkurrenten aus dem Saarland wurmt sowohl Trainer als auch Mannschaft immer noch, das weiß auch Seitz:“Es hat mit dem Handspiel angefangen, dazu waren wir zu zufrieden mit dem Unentschieden zur Halbzeit. Es war in Elversberg auf keinen Fall unser schlechtestes Spiel, das war auch eine Kopfsache.“

Besagte Kopfsache könnte zum einen ein Problem des derzeit mangelnden Konkurrenzkampfes sein, ausgelöst durch die sowieso extrem dünne Personaldecke, die nach den Ausfällen von Tolgay Asma, Olivier Mvondo sowie Stefan Kohler nur noch prekärer wurde. Nicht nur der Trainer, auch viele der mitgereisten Fans hatten vor allem in Hälfte zwei gegen Elversberg, wo der SVE beide Gegentreffer kassierte, das Gefühl, dass die Mannschaft nicht mit dem allerletzten Willen zurück ins Spiel finden wollte.

Hinzu kommt, dass die Eintracht bei Auswärtsspielen bisher fast immer nach einer recht ansehnlichen ersten Hälfte im zweiten Spielabschnitt ins Rollen kam und Sieg um Sieg einfahren konnte. Dortmund 2,Bochum 2, Leverkusen 2. In diesen drei Partien reichte immer wieder eine starke zweite Halbzeit, um den nötigen Siegtreffer zu erzielen. „Vielleicht hat sich die Mannschaft auch deswegen in Elversberg darauf verlassen, dass dieser Mechanismus wieder so funktioniert“, rätselt Seitz. Fest steht, dass der Trainer nach der Niederlage nicht zufrieden war mit dem Spiel seiner Mannschaft. Doch er glaubt auch an ein erneutes Aufbäumen:“Wir haben nach den Niederlagen gegen Münster und Lotte gute Reaktionen gezeigt, darauf baue ich auch morgen.“ Eine solche Trotzreaktion wird auch von Nöten sein, denn das Spiel des Spitzenreiters aus der Moselstadt gegen die „kleinen Fohlen“ aus Mönchengladbach wird keinesfalls eins Selbstläufer werden. „Wir haben Gladbach auch schon auswärts beobachtet und gesehen, dass sie aus einer verstärkten Deckung heraus den Gegner locken, um dann schnell das Mittelfeld zu überbrücken und direkt in die Spitze zu spielen“, erläutert der Coach seine Beobachtungen. Keine leichte Aufgabe also, denn die Borussia erweist sich als eine äußerst auswärtsstarke Mannschaft: Seit zehn Spielen ist man auswärts ungeschlagen.

Ein weiterer Unsicherheitsfaktor, wie so oft bei zweiten Mannschaften, ist das nie konstant bleibende Spielermaterial. Ein großes Fragezeichen steht zum Beispiel hinter Abwehrspieler Jan-Ingwer Callsen-Bracker. Der U21-Nationalspieler steht laut Seitz im Kader der Profis zum Heimspiel gegen den FSV Mainz 05. Damit würde der zweiten Mannschaft also ein routinierter Innenverteidiger fehlen, doch sicher sind solche Informationen allzu selten.

Sicherer ist dem hingegen die Aufstellung von Eintracht Trier. Während Trainer Roland Seitz am Dienstag beim 7:0-Pokalerfolg seiner Mannschaft gegen den Bezirksligisten SV Krettnach einige seiner Stammkräfte, darunter auch Stammkeeper André Poggenborg und Stürmer Thomas Kraus, schonte und dafür Spielern aus der zweiten Reihe Spielpraxis gab, tendiert er für das morgige Regionalligaspiel wieder zu einer ähnlichen Aufstellung wie in Elversberg.

Zwar konnte Thomas Kempny, der nach dem Ausfall von Olivier Mvondo die Position im rechten Mittelfeld beerbte, die letzten zwei Trainingseinheiten am Mittwoch und Donnerstag nicht mit der Mannschaft absolvieren, doch einem Einsatz gegen Gladbach sieht sein Trainer positiv entgegen:“Er hatte leichte muskuläre Probleme, was vermutlich vom Pokalspiel am Dienstag auf Kunstrasen kommt, aber er wird morgen wohl spielen können.“

Foto: Max Bachl-Staudinger kam bisher nur zu Kurzeinsätzen. Doch gegen Gladbach stehen seine Chancen gut, von Beginn an zu spielen.

Während Thomas Kemnpy wohl morgen spielen wird, muss ein anderer Thomas im Kader der Eintracht hingegen um seinen Platz von Beginn an zittern. Thomas Riedl nämlich, der erst zum Spiel in Elversberg wegen des Ausfalls des etatmäßigen defensiven Mittelfeldspielers Stefan Kohler dessen Position übernahm, könnte schon gegen Gladbach wieder auf der Bank Platz nehmen müssen. Riedl konnte seinen Trainer offenbar in den letzten Spielen sowie im Training nicht voll überzeugen. Doch Alternativen für den gebürtigen Kaiserslauterer Riedl sind nur spärlich gesät: Max Bachl-Staudinger ist derzeit wohl der einzige Kandidat, der sich einen Einsatz von Beginn an erhoffen darf. Zwar konnte Johannes Kühne nach überstandenem Zehenbruch zum ersten Mal wieder trainieren, doch er wird wohl ähnliche wie Julian Bidon schon am Samstag beim Auswärtsspiel der U23 in Nentershausen zum Einsatz kommen, um dort die nötige Spielpraxis zu sammeln.

Vorraussichtliche Aufstellung: Poggenborg – Cozza, Hollmann, Cinar, Drescher – Bachl-Staudinger, Meha, Kempny, Saccone – Kraus, Mössner

Eintracht Trier vs. Borussia Mönchengladbach II: Samstag, 20.11., um 14 Uhr im Moselstadion

Foto: Anna Lena Bauer

Stichworte:

Kommentare (2)

Antworten | Trackback URL | RSS

  1. amaldener sagt:

    Anm. d. Red.: Danke für den Hinweis, die betreffende Textstelle wurde abgändert. Und der Beitrag ins Phrasenschwein wurde abgeleistet.

  2. Brüsseldorfer sagt:

    „Seit zehn Spielen ist man auswärts ungeschlagen und musste dabei keine einzige Niederlage hinnehmen.“

    Da freut sich das Phrasenschwein! Aber halb so wild, nobody is perfect.

    Nichtsdestotrotz möchte ich nun meine Klugscheißerei ablegen und es mir nicht nehmen lassen, die Autoren gleichzeitig mal für die qualitativ hochwertigen Meldungen zu loben!

    Vor allem für Eintracht-Fans wie mich, die etwas weiter weg von Trier wohnen, ist diese Seite eine sehr praktische und zuverlässige Quelle um sich auf den Laufenden zu halten. Also weiter so! 😉

Antworten

Wir freuen uns über Kommentare und möchten allen Lesern die Möglichkeit geben, kritisch zu den Themen und Artikeln Stellung zu beziehen und ihre Meinung kundzutun. Wir behalten uns das Recht vor, jeden Kommentar vor Veröffentlichung redaktionell zu überprüfen und nur Kommentare freizuschalten, die sich sachlich mit dem Thema des Beitrags beschäftigen.
Spielregeln