Erster Saisonsieg vor Augen, Sinkala auf der Wunschliste

Regionalliga Südwest: Eintracht Trier tritt am Sonntag (14 Uhr) in Pirmasens beim SVN Zweibrücken an

Von Florian Schlecht

Leere Hände, aber Schulterklopfer: Davon hat Trainer Roland Seitz nach den Niederlagen gegen Hessen Kassel und den 1. FC Köln genug. Am Sonntag will Eintracht Trier beim Aufsteiger SVN Zweibrücken den ersten Saisonsieg in der Regionalliga Südwest einfahren (14 Uhr, Husterhöhe in Pirmasens). Danach könnte noch ein Neuzugang folgen…

DFB-Pokal Eintracht Trier - 1.FC Koeln

Gute Laune möchten Roland Seitz und Rudi Thömmes auch am Sonntag verspüren.

Den ersten Saisonsieg vor Augen und einen ehemaligen Bundesligaprofi als potenzielle Verstärkung an der Angel. Viel zu erzählen gab es für Roland Seitz vor dem Auswärtsspiel von Eintracht Trier beim SVN Zweibrücken, das am Sonntag um 14 Uhr auf der Pirmasenser Husterhöhe angepfiffen wird. Spannend war dabei besonders die Personalie Andrew Sinkala. Der 34-jährige Defensivspieler bestritt für den 1. FC Köln, den SC Paderborn und den FC Augsburg 191 Spiele in der 1. und 2. Bundesliga. Von Mittwoch bis Freitag präsentierte sich der frühere sambische Nationalspieler in Trier im Probetraining – und überzeugte Seitz, der Sinkala aus gemeinsamen Zeiten in Paderborn kennt. „Was die Werte in der Grundausdauer angeht, liegt er im oberen Bereich. Seine sportlichen Stärken kenne ich.“

Auch charakterlich ist der Fußballlehrer von dem Routinier überzeugt. „Er hat in der letzten Saison bei Viktoria Köln vier verschiedene Trainer gehabt, aber unter allen gespielt. Das zeigt, dass er kein Abzocker ist.“ Die Vereinsführung in Trier habe dazu den Weg frei gemacht für einen weiteren Neuzugang, da Thomas Konrad und Torge Hollmann in der Innenverteidigung weiter auf unbestimmte Zeit ausfallen. „Wenn wir einen Spieler finden, der uns weiterhilft, würde eine Verpflichtung Sinn machen. Darin sind sich der Vorstand, der Geschäftsführer und ich einig.“ Ob mit Sinkala, der sich zuletzt im VdV-Camp für arbeitslose Fußballer fit hielt, also ein Telefon ansteht? „Ja“, sagt Seitz, der aber darauf hinweist, dass der Spieler noch einen bestehenden Vertrag bei Viktoria Köln habe. „Aber erst konzentrieren wir uns auf das Spiel gegen Zweibrücken.“

„Von den Schulterklopfern konnten wir uns nichts kaufen“

DFB-Pokal Eintracht Trier - 1.FC Koeln

Von der Bank in die Startelf? Christoph Anton (links) hat die Woche gut trainiert.

Denn dort gilt das Augenmerk darauf, den ersten Saisonsieg in der Regionalliga Südwest einzufahren. Ganz unwichtig sind die 90 Minuten auch für die Stimmung nicht, nachdem Trier in den Heimspielen gegen Hessen Kassel (2:3) und im DFB-Pokal gegen den 1. FC Köln (0:2) mit leeren Händen da stand. „Von den vielen Schulterklopfern hinterher konnten wir uns nichts kaufen. Wir gehen mit der Grundeinstellung in den Sonntag, den ersten Dreier einfahren zu wollen“, bekräftigt der Trainer.

Das Unterfangen wird aber kein Zuckerschlecken. Zweibrücken ist als Aufsteiger stark aus den Startlöchern gekommen, hat gegen Neckarelz 1:1 gespielt und in Ulm mit einem 1:0-Erfolg überrascht. Seitz und Co. können sich auf ein echtes Bollwerk einstellen, das es zu knacken gilt. Im Meisterjahr in der Oberliga kassierte die Mannschaft von Peter Rubeck, der von 1981 bis 1986 selber für Eintracht Trier spielte, nur 23 Gegentore. „Von den Bildern, die ich gesehen habe, stehen sie meistens mit elf Mann in der eigenen Hälfte und versuchen, mit langen Bällen zum Erfolg zu kommen. Dazu haben sie den nötigen Schuss Aggressivität, den man braucht, um Spiele zu gewinnen.“

Locken lassen will sich Seitz aber nicht. „Ich sehe keinen Grund, warum wir aufmachen, angreifen und ins offene Messer laufen sollten.“ Viel eher glaubt der Trainer daran, dass die Leistungen aus den jüngsten Spielen ausreichen, um in Zweibrücken die entscheidenden Nadelstiche zu setzen – garniert mit einer Forderung: „Sofern wir unsere persönlichen Fehler abstellen. Wir haben in den 180 Minuten dieser Saison wenige Chancen zugelassen, aber trotzdem fünf Gegentore kassiert“, plädiert er an die Konzentration seiner Spieler.

Aliu droht lange Pause

Offen ließ der Trainer, ob er die Startformation im Mittelfeld umstellt. Fahrudin Kuduzovic und Christoph Anton, die zuletzt auf der Bank saßen, „haben im Training gut angeschoben“. Dazu ist der Einsatz von Michael Dingels gefährdet, der am Dienstag am Daumen operiert wurde. „Er trägt noch einen Gips, der Arzt wird sich die Nähte vorher noch einmal ansehen“, hofft Seitz darauf, das kopfballstarke Urgestein gegen die brachiale Spielweise des Gegners aufbieten zu können.

Definitiv ausfallen wird neben den langzeitverletzten Torge Hollmann, Thomas Konrad und Erik Michels auch noch Albutrin Aliu. Das Talent, das im Sommer aus der U19 aufrückte, hat sich am Innenband verletzt. „Die Untersuchungen müssen nun zeigen, was er genau hat. Es sah aber nicht gut aus“, befürchtet der Coach einen längeren Ausfall des Flügelspielers.

+++Eintracht in Kürze+++

Spiel in Neckarelz wird verlegt – und in Sandhausen ausgetragen: Erneute Spielverlegung für Eintracht Trier. Das Auswärtsspiel bei der SpVgg. Neckarelz wird vom 21. August auf Dienstag, den 27. August, 19 Uhr verlegt. Austragungsort ist das Stadion von Zweitligist SV Sandhausen, da Neckarelz seine Anlage nicht rechtzeitig auf den erforderlichen Sicherheitsstand bringen konnte.

Fanbus nach Pirmasens abgesagt – Mangels Beteiligung fährt kein Fanbus des Supporters Club Trier (SCT) zum Auswärtsspiel nach Pirmasens.

SVN Zweibrücken im 5vier-Porträt – 5vier unterhielt sich im Vorfeld des Spiels am Sonntag mit Peter Rubeck, dem Trainer des SVN Zweibrücken und Ex-Spieler von Eintracht Trier. Hier geht es zum Bericht.

 

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