Der Nikolaus und eine Frage nach Cristiano Ronaldo

Von Florian Schlecht (Text und Fotos)

Vier städtische Grundschulen besuchten Regionalliga-Fußballer von Eintracht Trier am Dienstag mit dem Nikolaus – und verteilten Freikarten für das Heimspiel gegen den SC Freiburg II. „Ich freue mich jetzt schon richtig auf Weihnachten“, war Mario Klinger beeindruckt von den euphorischen Kindern. Die überraschten mit einigen pfiffigen Sprüchen – und einer Verwechslung des Trainers mit einem Taxifahrer.

Regionalliga-Fußballer von Eintracht Trier und der Nikolaus besuchten städtische Grundschulen.

Ein wenig Nervosität war zu spüren, als Steven Kröner am Dienstag um 8.02 Uhr an der Geschäftsstelle in den Bully stieg, den Schlüssel umdrehte und sich von der Stimme des Navigationsgerätes durch die Straßen der Stadt lenken ließ. Neben ihm der Nikolaus in einem prächtigen Kostüm, hinter ihm Geschäftsstellenleiterin Tanja Schäfer auf dem Rücksitz, am Telefon Narciso Lubasa, der sich noch durch den zähen Berufsverkehr in der Innenstadt kämpfte. Und im Kofferraum stapelweise Kisten mit Schokoladenweihnachtsmännern. Ein langer Tag lag vor den beiden Regionalligaspielern von Eintracht Trier, zu denen sich später auch noch Mario Klinger und Maximilian Watzka gesellten. Die Grundschulen Martin, Ambrosius, Pallien und Pfalzel fuhren die Fußballer mit dem Nikolaus an, um Kindern mit Süßigkeiten und Freikarten zum Heimspiel gegen den SC Freiburg II (Freitag, 19 Uhr) eine Freude zu bereiten.

Der Motor startete, Kröner trat auf das Gas. „Ich hoffe, die kennen uns überhaupt“, murmelte er. Wenige Stunden später leuchteten aber die Gesichter von ihm und seinen Kollegen, als die Tour abgeschlossen war. Auch, wenn ein Kind nach wenigen Minuten die ersten Befürchtungen bestätigte, als es ehrfürchtig vor dem Trierer stand und leise fragte: „Bist du Cristiano Ronaldo?“ Doch es mussten nicht die Stars von Real Madrid sein, auch mit den Autogrammen und Geschenken der Fußballer von Eintracht Trier gaben sich die Kinder zufrieden. Besonders im Rampenlicht stand natürlich der Nikolaus, der ihnen mit kräftiger Stimme und einem weißen Bart die Geschichten vom Bischof von Myra vorlas und Gedichte vortrug. „Hast du meinen Brief bekommen?“, fragte ihn ein Mädchen mit vorsichtiger Stimme. Einige Klassen sangen den Besuchern Lieder vor und hatten Vorführungen einstudiert.

„Der ist Taxifahrer in Trier“

„Es gibt nichts Ehrlicheres als ein Lächeln von Kindern“, fasste Kröner die Erlebnisse für sich froh zusammen. Auch Klinger war angetan und knipste mit seinem Smartphone einige Erinnerungsfotos. „Ich spüre jetzt auch die Vorfreude auf Weihnachten, nachdem ich gesehen habe, wie sich die Kinder darauf freuen.“ Lubasa dachte mit einem Lächeln auf den Lippen an seine Zeit mit Ranzen und Klassenarbeiten zurück. „In der Grundschule hatte ich sogar noch Spaß an Mathe“, sagte er lachend. „Ich war ein Durchschnittsschüler. Wenn ich mehr gemacht hätte, wären die Noten sicher besser gewesen.“ Kröner hatte an seine ersten Schuljahre kaum mehr Erinnerungen. „Mein Lieblingsfach war aber Sport“, wusste der BWL-Student.

Für Michael Ziegler, der Nachwuchskoordinator von Eintracht Trier und zugleich Lehrer an der Grundschule Pallien ist, war der Besuch vom Nikolaus und den Fußballern ein besonderes Bonbon in der Vorweihnachtszeit. „Wir haben den Schülern im Vorfeld nicht zu viel gesagt, es sollte ja eine Überraschung werden. Und die ist geglückt.“

Auch für Geschäftsstellenleiterin Tanja Schäfer hatte sich die Tour durch die Stadt gelohnt nach den vielen glücklichen Gesichtern. Rund 300 Freikarten wurden für die Kinder zum Heimspiel gegen den SC Freiburg II verteilt. „Vielleicht konnten wir die Kleinen ja für Eintracht Trier begeistern.“ Den Bekanntheitsgrad der Fußballer würde das sicher noch weiter erhöhen. Denn die Kinder kannten, wie von Kröner befürchtet, tatsächlich nicht jeden Protagonisten auf dem vor ihnen ausgeklappten Mannschaftsposter. „Ich weiß, wer das ist“, rief ein Junge laut und klopfte aufgeregt auf ein Gesicht auf dem Bild. „Der ist Taxifahrer in Trier.“ Die Spieler grinsten da frech in sich hinein. Denn in Wirklichkeit zeigte der Schüler mit dem Finger auf Trainer Roland Seitz.

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